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Der Kurssturz von 15 % bei EU-Bankaktien weckt schlimme Erinnerungen an die Finanzkrise

In diesem Beitrag:

• Europäische Bankaktien verzeichnen Verluste im Zuge des Handelskonflikts mit den USA.
• Analysten warnen vor einer möglichen Finanzkrise, die oft mit fallenden Bankkursen beginnt.
• Die Aktien der Deutschen Bank verloren im April 15 Prozent ihres Wertes und fielen damit stärker als der DAX.

Angesichts des weltweiten Börseneinbruchs, ausgelöst durch die neuen US-Zölle, sind die Aktienkurse großer EU-Banken stark gefallen und haben Erinnerungen an frühere Krisen im Banken-, Finanz- und Wirtschaftssektor geweckt. Viele dieser Krisen begannen in der Vergangenheit mit fallenden Bankaktien.

Inmitten des Handelskriegs von Donald Trump verzeichneten führende europäische Finanzinstitute in der vergangenen Woche einen deutlichen Kursverfall ihrer Aktien, wie Analysten feststellten. Einige befürchten, dass die Verluste, sollten sie anhalten, einen erneuten Einbruch in dem Sektor auslösen könnten, der sich erst vor Kurzem aus der Stagnation zu erholen begonnen hatte.

Aktien von Eurobanken erleiden deutliche Verluste

Nach einem Jahrzehnt schwacher Performance hatten europäische Bankaktien erst vor Kurzem begonnen, sich wieder an die globalen Aktienmärkte anzugleichen, als der aktuelle Handelskrieg ausbrach. Höhere Inflation und Zinsen sowie gestiegene Gewinnmargen haben die Gewinne der Euro-Banken in den Jahren seit COVID-19 angekurbelt.

Doch nun fallen ihre Aktienkurse wieder und zwar stärker als die Marktindizes, wie die Wirtschaftswoche in einem Artikel hervorhob. Seit Anfang April haben beispielsweise Deutschen Bank DAX im gleichen Zeitraum von 10 Prozent deutlich übertroffen.

Das ist eine Kehrtwende für den deutschen Bankenriesen, dessen Aktien zwischen März 2024 und März 2025 um 60 % gestiegen waren. Dieser Anstieg war darauf zurückzuführen, dass die Deutsche Bank nach einer Phase des Rückgangs wieder Milliardengewinne erzielen konnte.

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Die Deutsche Bank steht damit nicht allein da; auch zwei ihrer Hauptkonkurrenten verzeichneten Verluste. Am Dienstag lagen die Aktien der französischen BNP Paribas fast 14 % niedriger als am 1. April, die der italienischen Unicredit sogar 16 %. Zuvor hatten sie sich am Montag von ihren Tiefstständen im betrachteten Zeitraum erholt und um über 15 % bzw. 19 % zugelegt.

Banken spiegeln den Zustand der Wirtschaft wider, so Michael Dawson-Kropf, Bankexperte beim Schweizer Analysehausdent Credit View. Und „wenn sich die Gesamtwirtschaft aufgrund der neuen US-Zölle weiter verschlechtert, wird sich das schnell in den Bilanzen der Finanzinstitute niederschlagen“, sagte er gegenüber der deutschen Wochenzeitung.

Quelle: X

Dominoeffekt könnte das Risiko einer Bankenkrise erhöhen

Europäische Banken befürchten derzeit, dass Unternehmen aufgrund der von Trump verhängten Zölle, die die Exporte in die USA verringern, Schwierigkeiten bei der Rückzahlung von Krediten bekommen oder sogar zahlungsunfähig werden könnten. In jedem Fall sind die Banken verpflichtet, sich im Vorfeld vorzubereiten und gemäß den geltenden Vorschriften Rücklagen zu bilden.

Die Gewinne der Banken könnten durch unbezahlte Kredite beeinträchtigt werden, bestätigte Volker Brühl, Professor für Finanzwesen und Leiter des Zentrums für Finanzstudien an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. „Das hängt davon ab, wie hoch die US- Zölle sind und wie lange sie bestehen bleiben“, betonte er.

Brühl ist jedoch überzeugt, dass Börsencrashs insbesondere die Banken nicht allzu hart treffen, da sie ihr Aktienengagement seit der Finanzkrise 2008 bereits deutlich reduziert haben und die Aktien, die sie noch halten, gegen solche Risiken abgesichert sind.

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Europas Finanzinstitute stehen jetzt besser da, da ihre Einnahmen mit den höheren Zinsen in der Eurozone seit 2022 gestiegen sind, ergänzte Nicolas Charnay, Bankexperte der Ratingagentur S&P. Er ist überzeugt, dass sie immer noch über einen recht großen Gewinnpuffer und ausreichende Kapitalreserven verfügen, um die Verluste aufzufangen.

Laut Wirtschaftswoche deutet dies darauf hin, dass die Sorgen um eine neue Krise im traditionellen Bankensektor zumindest vorerst etwas übertrieben sind. Dennoch hält das Magazin den aktuellen Kursverfall von Bankaktien für durchaus logisch.

Die Bankgewinne könnten nicht nur aufgrund steigender Insolvenzen ihrer Kunden sinken, sondern auch, weil Unternehmen und Privatpersonen weniger Kredite aufnehmen. „Das Interesse von Unternehmen, aber auch von Privatkunden an neuen Krediten könnte nachlassen, wenn die Wirtschaft aufgrund der US-Zölle schrumpft“, erklärte Dawson-Kropf vondent Credit View.

„Die Börsencrashs wecken unangenehme Erinnerungen an frühere Finanzkrisen, die oft mit dem Einbruch von Bankaktien begannen“, bemerkt die Wirtschaftswoche und fragt rhetorisch, ob sich die Geschichte wiederholt und ob der Börseneinbruch einen Schock für den Bankensektor auslösen wird. Das Risiko sei zwar noch gering, doch ein möglicher Dominoeffekt könne dies ändern, so das Fazit des Magazins.

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