Die anhaltenden hohen Renditen langfristiger Anleihen treiben die Kreditkosten weltweit in die Höhe, wobei die Vereinigten Staaten eine der größten Lasten tragen.
Investoren wollen höhere Zinsen für das Halten von Staatsanleihen, weil sie mit hohen defi, einer anhaltend hohen Inflation und immer heftigeren Auseinandersetzungen über die Unabhängigkeit der Zentralbanken rechnen.
Die Renditen langlaufender Schuldtitel sind wieder auf ein Niveau gestiegen, das zuletzt 2009 erreicht wurde. Händler sagen, diese Entwicklung hänge mit der Erwartung zusammen, dass der Zyklus der Zinssenkungen fast abgeschlossen sei und es in einigen Ländern bald zu neuen Zinserhöhungen kommen könnte.
Investoren befürchten, dass die Politiker weder Pläne noch die Macht haben, die öffentlichen Finanzen zu sanieren, und warnen davor, dass anhaltender Preisdruck die Reaktionsfähigkeit der Zentralbanken einschränken könnte.
Händler, die mit langfristigen Anleihen handeln, erklären deren Attraktivität mit den über Jahrzehnte laufenden, festen Zahlungen. Je länger das Kapital angelegt ist, desto größer ist das Risiko von Verlusten. Anleihen mit Laufzeiten von 10 bis 100 Jahren bieten höhere Zinsen als kurzfristige Geldmarktpapiere, um dieses Risiko auszugleichen.
Bei einer Abschwächung der Wirtschaft sinken in der Regel die Renditen, weil Anleger mit niedrigeren Leitzinsen und geringeren Aktienrenditen rechnen.
In letzter Zeit hat die USA dieses Muster durchbrochen. Die Wirtschaft boomt zwar nicht, ist abertrongenug, um die Aktienkurse auf Rekordniveau zu treiben, während die Inflation höher ausfiel als prognostiziert, was wiederum die langfristigen Renditen in die Höhe trieb.
Die Regierungen geraten angesichts steigender Schulden unter Druck.
Laut dem Institute of International Finance erreichten die globalen Schulden im ersten Quartal 2025 324 Billionen US-Dollar. China, Frankreich und Deutschland verzeichneten den größten Anstieg.
Nach der Finanzkrise von 2008 nahmen die Regierungen hohe
Viele von ihnen haben zudem ihre Programme zur quantitativen Lockerung verlangsamt oder rückgängig gemacht. Einige verkaufen sogar die alten Anleihen, die sie im Rahmen der Konjunkturprogramme erworben haben, was den Renditedruck weiter erhöht.
Investoren warnen davor, dass die Gefahr darin besteht, dass die Renditen hoch bleiben, während die Regierungen ihre Haushalte nicht sanieren. Die Bedienung der hohen Schuldenberge wird dadurch immer kostspieliger.
In den USA könnte der vondent Donald Trump eingebrachte „One Big Beautiful Bill Act“ laut Angaben des Congressional Budget Office das defiinnerhalb von zehn Jahren um 3,4 Billionen Dollar erhöhen. Moody’s Ratings senkte im Mai die höchste US-Kreditwürdigkeitsbewertung, da die steigende Verschuldung und defidie Rolle der USA als attraktiven Standort für globales Kapital gefährden könnten.
Die Zölle brachten bis November 2025 rund 240 Milliarden Dollar ein und verringerten das Haushaltsdefizit, aber Analysten sagen, selbst wenn diese Zölle gerichtliche Auseinandersetzungen überstehen, seien sie zu gering, um das Defizit zu beheben.
Politische Faktoren treiben neue Entwicklungen an den Anleihemärkten an.
Die Politik hat die jüngsten Kursschwankungen verstärkt. Trump hat den Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, dafür kritisiert, die Zinsen nicht schneller gesenkt zu haben.
Powells Amtszeit endet im Mai 2026. Kevin Hassett, Leiter des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus, gilt als aussichtsreichster Kandidat für seine Nachfolge. Investoren erwarten, dass er Trumps Bestrebungen nach niedrigeren Zinsen unterstützen wird.
Manche Anleger sagen, dass das Risiko politischen Drucks sie dazu zwingt, höhere Renditen anzustreben, da ein neuer Fed-Chef die Zinsen zu schnell senken, eine schnellere Inflation auslösen und die Anleiherenditen weiter in die Höhe treiben könnte.
Händler erklären den Anstieg der Laufzeitprämien mit diesen Risiken. Sie wünschen sich stabile Märkte, da Anleihen volatile Anlagen wie Technologieaktien ausgleichen. Steigen die Renditen langfristiger Anleihen, verteuern sich Hypotheken, Autokredite, Kreditkarten und andere Kredite. Dies kann die Haushalte belasten und das Wachstum schwächen.
Hohe langfristige Renditen verteuern auch die Kreditaufnahme von Staaten, was einen Teufelskreis auslösen kann: Hohe Renditen belasten die Wirtschaft, und die Verschuldung wächst weiter. In der Vergangenheit führten Marktreaktionen zum Rücktritt von Politikern, wie beispielsweise der Sturz der britischen Premierministerin Liz Truss im Jahr 2022. In den 1990er-Jahren übten selbsternannte Anleihenexperten Druck aufdent Bill Clinton aus, das Schuldenwachstum zu bremsen.
Japans niedrige Anleiherenditen drückten einst die globalen Renditen nach unten, doch dieser Anker ist verschwunden. In Großbritannien bemüht sich Finanzministerin Rachel Reeves darum, den Märkten zu beweisen, dass sie die öffentlichen Finanzen im Griff hat und gleichzeitig die Spannungen innerhalb ihrer Partei bewältigen kann.
In den USA befürchten Investoren, dass die Inflation hartnäckig bleibt und dass neue Zölle den Druck weiter erhöhen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum bremsen könnten.
Diese Kombination könnte Zentralbanken vor die Wahl stellen, entweder die Inflation zu dämpfen oder das Wachstum zu fördern. Analysten warnen vor einer möglichen Stagflation, wenn die Preise steigen, während die Produktion stagniert.

