Weltweit investieren Zentralbanken massiv in Gold. Eine diese Woche veröffentlichte Umfrage des World Gold Council zeigt, dass 95 % der Zentralbanken weltweit mit einem Anstieg der Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten rechnen, wobei rekordverdächtige 43 % planen, innerhalb dieses Zeitraums selbst mehr Gold zu kaufen.
befragten Zentralbanker glauben, dass Gold innerhalb von fünf Jahren den größten Anteil der globalen Reserven ausmachen und einen Teil der derzeit in Dollar und anderen Fiatwährungen gehaltenen Bestände ersetzen wird.
Es herrscht Einigkeit in dieser Einschätzung – diese Ansicht teilen Verantwortliche aus Industrieländern, Schwellenländern und Ländern mit niedrigem Einkommen gleichermaßen. Dieselbe Umfrage ergab auch, dass 73 % einen weltweiten Rückgang der US-Dollar-Bestände im selben Zeitraum erwarten. Dieses wachsende Misstrauen beeinflusst die Portfolioplanung von Institutionen.
Banken verkaufen Dollar und horten gleichzeitig Gold und Fremdwährungen.
Die Abkehr vom US-Dollar ist unübersehbar. Die Zahl von 73 % spiegelt die Erwartung eines moderaten bis deutlichen Rückgangs der US-Dollar-Positionen in den Reserveportfolios bis 2030 wider. Stattdessen wird ein Anstieg der Euro- und Renminbi-Bestände erwartet. Dieser Zeitpunkt ist kein Zufall. Der US-Dollar-Index (DX-Y.NYB) ist in diesem Jahr bereits um 9 % gefallen, und die Banken reagieren schnell.
Ursachen für diesen Kursverfall sind geopolitische Spannungen, der anhaltende Handelskrieg und tiefe Besorgnis über die US-Finanzpolitik. Die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung der amerikanischen Staatsverschuldung und -ausgaben zwingt die Zentralbanken, nach Alternativen zu suchen. Viele von ihnen wenden sich Vermögenswerten mit Bezug zu Europa und Asien zu, wo sie neue Konjunkturmaßnahmen und bessere Bewertungen erwarten.
Vor allem aber setzen sie auf Gold. Und sie werden nicht nachlassen. Zentralbanken kaufen nun seit drei Jahren in Folge jährlich mehr als 1.000 Tonnen Gold. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt von 400 bis 500 Tonnen pro Jahr im Zeitraum von 2010 bis 2020. Es handelt sich hierbei nicht um symbolische Käufe. Es sind aggressive Ankäufe mit dem Ziel, die Reserven neu zu strukturieren.
Gold bricht Rekorde, während Anleger auf Zinssenkungen setzen.
Die Kaufwelle hat die Goldpreise in diesem Jahr auf wiederholte Rekordhochs getrieben. Zusätzlich zur Nachfrage der Zentralbanken haben institutionelle Anleger massiv in goldgedeckte ETFs und darauf gesetzt, dass eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank die Preise weiter in die Höhe treiben wird. Bislang ist genau das eingetreten – der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um 27 % gestiegen.
Doch nicht alle Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend im gleichen Tempo fortsetzen wird. Analysten von Citi prognostizierten diese Woche in einer Mitteilung, dass die Goldnachfrage im Vorfeld der Wahlen 2026 nachlassen könnte, da Donald Trump nun wieder im Weißen Haus sitzt.
Sie schrieben: „Wir sind tron davon überzeugt, dass Präsident dent die Popularität der USA, das BIP und der geopolitische Erfolg am Herzen liegen, und deshalb existiert der Trump-Plan.“ Die Analysten sagten, Trump könnte bestimmte Maßnahmen zurücknehmen oder neue einführen, die die Wirtschaft ankurbeln sollen, was die kurzfristige Nachfrage nach Gold verringern könnte.
Selbst unter Berücksichtigung dieser Möglichkeit rechnet Citi weiterhin damit, dass der Goldpreis bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 auf 2.500 bis 2.700 US-Dollar pro Unze steigen wird. Der Markt bereitet sich bereits darauf vor. Und aktuell befinden sich die Zentralbanken weiterhin in Kauflaune. Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass sie ihre Goldkäufe noch nicht abgeschlossen haben.

