BlackRock verstärkt sein Engagement in US-Aktien und erhöht seine Übergewichtung auf 3 % in seiner 185 Milliarden Dollar schweren Modellportfolio-Plattform, obwohl die Anleger darüber streiten, ob die KI-Rallye noch nachhaltig ist.
Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Anlageausblick hatte BlackRock das Risiko bereits im September erhöht, doch dieser jüngste Schritt erfolgt in einer angespannten Phase. KI-Aktien erscheinen überbewertet, und Händler verlieren die Hoffnung, dass die US-Notenbank die Zinsen so schnell senken wird wie ursprünglich erwartet.
Der Aufwärtstrend des S&P 500 hat sich in diesem Monat etwas abgeschwächt, doch BlackRock erklärte in einem Brief, die Unternehmensgewinne bliebentronund die Inflation verlangsame sich, was die Fed traczu einer Zinssenkung bewegen dürfte. Die heutigen Ergebnisse von Nvidia werden diese Annahme auf die Probe stellen.
Die Quartalszahlen des Unternehmens werden zeigen, ob Chips weiterhin die Erfolgsgeschichte tragen können oder ob sich die Anleger auf Auswirkungen einstellen sollten.
BlackRock verschiebt Modellflüsse und Neigungsfaktoren
Michael Gates, der die Target Allocation ETF-Modellportfolios von BlackRock verwaltet, sagte, dass das Umfeld nach wie vor das Eingehen von Risiken befürwortet.
Gates schrieb: „Eine starketronder letzten Zeit, eine lockere Geldpolitik der Fed und ein allgemein günstigeres Liquiditätsumfeld sprechen dafür, weiterhin konstruktiv risikoorientiert zu agieren.“ Diese Ansicht entstand vor dem Hintergrund eines anhaltenden rasanten Wachstums von Modellportfolios.
Das verwaltete Vermögen in BlackRocks Modellplattform stieg von 150 Milliarden US-Dollar Anfang des Jahres auf aktuell 185 Milliarden US-Dollar. Aufgrund dieser Größenordnung führen selbst kleine Anpassungen zu enormen Mittelzu- und -abflüssen bei den verschiedenen Produkten.
Das Unternehmen ändert auch die Gewichtung seiner Faktoren innerhalb dieser Modellportfolios. Es verlagert den Fokus auf Value- und Momentum-Aktien und reduziert Wachstumsaktien. Diese Neuausrichtung führte zu einem der größten Tagesverkäufe in der Geschichte der Faktorfonds.
Im letzten Handelstag flossen rund 4,2 Milliarden US-Dollar aus dem iShares MSCI USA Quality Factor ETF (QUAL) ab. Gleichzeitig flossen etwa 3,2 Milliarden US-Dollar in den iShares S&P 500 Value ETF (IVE) und weitere 1,3 Milliarden US-Dollar in den iShares MSCI USA Momentum Factor ETF (MTUM).
Gates schrieb: „Die Marktführerschaft hat sich weiter verändert, wobei Momentum-Strategien die jüngsten Trends aufgreifen und Value-Positionen für ein wichtiges Gleichgewicht sorgen. Wachstum bleibt zwar ein zentrales Thema, wir reduzieren jedoch bewusst unsere Übergewichtung im Wachstumsbereich, indem wir Value-Aktien aufstocken und von Qualität auf Momentum umschwenken.“ Die Botschaft war unmissverständlich: Wachstum ist weiterhin relevant, aber BlackRock fährt seine Engagements zurück.
Die Änderungen beschränkten sich nicht nur auf Aktien. Auch der Anleihenteil der Modellportfolios von BlackRock wurde angepasst. Das Unternehmen nahm den iSharesmatic Bond ETF (SYSB) in sein Portfolio auf.
Allein dadurch flossen in der letzten Sitzung 175 Millionen Dollar in den Fonds, wodurch sich dessen Vermögen mehr als verdoppelte. Gates erklärte, die Anleihepreise seien angespannt: „Die Anleihebewertungen bleiben hoch, die Spreads befinden sich nahe historischer Tiefstände, und die Kompensation für das Kreditrisiko ist begrenzt.“

