Laut einem Bericht von Reuters treffen sich am Montag Bankchefs und Krypto-Vertreter im Weißen Haus, um einen immer heftiger werdenden Streit über Gesetze zu Stablecoins beizulegen.
Das Treffen wird vom Krypto-Rat vondent Donald Trump organisiert und dürfte hitzig werden.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob Krypto-Unternehmen es erlauben sollten, Menschen Zinsen oder Belohnungen zu gewähren, wenn sie digitale Dollar, sogenannte Stablecoins, halten.
Drei mit den Gesprächen vertraute Personen gaben an, dass führende Vertreter von Wirtschaftsverbänden und hochrangige Persönlichkeiten beider Branchen an den Verhandlungen teilnehmen werden. Das Weiße Haus hat sich bisher noch nicht öffentlich geäußert.
Dieses Treffen zeigt aber, dass Trumps Team diesen festgefahrenen Gesetzentwurf endlich verabschieden will, um später ein größeres Chaos zu vermeiden.
Der Gesetzentwurf trägt den Namen „Clarity Act“. Das Repräsentantenhaus hat seine Version bereits im Juli letzten Jahres verabschiedet. Der Senat hat ihn seitdem nicht mehr behandelt. Der Bankenausschuss sollte Anfang des Monats darüber abstimmen, hat die Abstimmung aber verschoben. Den Abgeordneten und Banken missfiel die Regelung des Gesetzentwurfs zu Zinszahlungen von Kryptofirmen.
Banken und Kryptofirmen streiten sich um Zinsauszahlungen für Stablecoins
Krypto-Unternehmen betonen, dass das Anbieten von Zinsen ein zentraler Bestandteil ihres Geschäfts sei. Ohne diese sei es schwieriger, neue Nutzer zu gewinnen. Sie argumentieren, es sei unfair, ihnen das Anbieten von Belohnungen zu verbieten, nur weil sie keine Banken seien. „Das ist wettbewerbswidrig“, erklärte eines der Unternehmen kürzlich gegenüber Abgeordneten.
Banken sehen das anders. Sie sind auf Einlagen angewiesen, um zu überleben. Das ist ihre wichtigste Finanzierungsquelle. Wenn Nutzer zu Kryptoplattformen mit höheren Zinsen abwandern, stellt das ein erhebliches Risiko dar. Bankenlobbyisten warnten den Kongress, dies könne das gesamte System erschüttern.
Diese Befürchtung wird bereits durch Daten gestützt. Ein Bericht von Standard Chartered prognostizierte diese Woche, dass Stablecoins bis Ende 2028 US-Banken 500 Milliarden Dollar entziehen könnten. Diese Zahl sorgte im US-Kongress für Aufsehen. Einige Senatoren fragen sich nun, ob dieses Gesetz genau solch einen cash erst ermöglicht.
Das letztjährige Stablecoin-Gesetz verbot den Token-Emittenten die Zinszahlung. Es hinderte jedoch andere (wie Kryptobörsen) nicht eindeutig daran, Zinsen auszuzahlen. Banken warnen nun davor, dass Krypto-Apps diese Lücke füllen und Renditen zahlen könnten, was ihnen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen würde. Genau dieses Problem soll mit diesem Treffen behoben werden.
Bitcoin stagniert, ETF-Analysten raten Händlern zur Ruhe
Während sich das juristische Drama hinzieht, notiert Bitcoin unverändert. Der Kurs liegt aktuell bei rund 89.500 US-Dollar, Ethereum hingegen bei etwa 3.000 US-Dollar, ein Plus von 2 % gegenüber dem Vortag. Beide Kryptowährungen hatten zuletzt nachgegeben, nachdem Trump die Spekulationen um einen Kauf Grönlands wieder aufleben ließ.
ETF-Experte Eric Balchunas ist nicht besorgt. In einem Beitrag auf X riet er Händlern, nicht in Panik zu geraten. „Die Leute vergessen, woher wir kommen“, sagte er.
Im Jahr 2022 lag Bitcoin bei 15.800 US-Dollar. Seitdem hat er alle anderen wichtigen Anlageklassen überholt: Gold, Silber, sogar Technologieaktien.
Nachdem Bitcoin ETFs Anfang 2024 grünes Licht erhielten, schnellte der Kurs um 430 % in die Höhe. Gold legte lediglich um 177 % zu, Silber um 350 % und der technologieorientierte QQQ-Index um 140 %. Rein zahlenmäßig betrachtet übertraf Krypto sie alle deutlich.
Eric sagte, diese langsame Kursentwicklung sei kein Misserfolg. Er nannte es ein „Koma“, in dem der Markt lediglich auf den Einstieg großer Investoren warte.

