Apple entging einer großen Klage, nachdem ein US-Richter ein früheres Urteil aufgehoben hatte. Die vorherige Entscheidung hatte es Millionen von iPhone-Nutzern ermöglicht, das Unternehmen gemeinsam wegen seiner App-Store-Praktiken zu verklagen.
Unterdessen hat das Technologieunternehmen einen neuen Meilenstein erreicht: Die Dienstleistungssparte wird voraussichtlich erstmals einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden Dollar generieren.
Analysten schätzen, dass das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Serviceumsatz von rund 108,6 Milliarden US-Dollar erzielen wird, ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Dieses Segment, zu dem iCloud, Apple Pay und AppleCare gehören, trägt mittlerweile etwa 25 % zum Gesamtumsatz von Apple bei und erzielt bis zu 50 % des Gewinns. Es profitiert von hohen Margen und wiederkehrenden Einnahmen.
Richter beendet Klage gegen Apple Stores harte Monopolstellung
Im Jahr 2024 erlaubte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers vom Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien Millionen von Apple-Kunden, das Unternehmen als Sammelklage zu verklagen. Die Klage begann 2011, als Nutzer behaupteten, sie könnten keine Apps mehr von anderen Anbietern erwerben, da alle Apps und In-App-Käufe ausschließlich über den App Store abgewickelt werden müssten.
Die Entwickler waren verärgert, da der iPhone-Hersteller 30 % Provision von jedem Verkauf im App Store einbehält. Ihnen blieb daher nichts anderes übrig, als die Preise zu erhöhen, um die Verluste auszugleichen. Letztendlich waren es die Kunden, die am meisten darunter litten, da sie mehr bezahlen mussten, nur weil Apple alternative App-Stores oder Direktverkäufe von Entwicklern untersagte.
Richterin Rogers hob ihre vorherige Entscheidung auf, da die Kläger gegen Apple ihrer Ansicht nach nicht ausreichend belegt hatten, dass alle Beteiligten gleichermaßen geschädigt wurden. Experten versuchten, die durch Apples strenge Regeln entstandenen Mehrkosten zu schätzen, doch das Unternehmen behauptete, seine Daten enthielten zu viele Fehler.
Die Richterin prüfte die Beweise und stimmte dem Unternehmen zu, dass die Daten zu viele Fehler enthielten. Sie merkte an, dass im Bericht „Robert Pepper“ und „Rob Pepper“ als zwei verschiedene Personen aufgeführt wurden, obwohl sie dieselbe Adresse und Kreditkarte hatten.
Richterin Rogers stellte außerdem fest, dass der Sachverständige über 40.000 Nutzer mit demselben Vornamen „Kim“ zusammengefasst hatte, obwohl diese Personen keine erkennbare Verbindung zueinander hatten. Sie erklärte, diese Fehler machten die Klageschrift sehr unzuverlässig, und beschloss daher, das Sammelverfahren einzustellen.
Apples Anwaltsteam nutzte diese Fehler, um seine Argumentation gegen die Kläger zu untermauern und argumentierte, dass dem Modell eindeutige Beweise für einen tatsächlichen Schaden fehlten. Daher müssen alle, die das Unternehmen dennoch verklagen wollen, dies individuell tun. Aufgrund der hohen Anwaltskosten und des langwierigen Gerichtsverfahrens, die mit einer Klage gegen ein so großes Unternehmen verbunden sind, sind die Erfolgsaussichten jedoch gering.
Die Anwälte der Kläger erklärten, sie seien von dem Urteil enttäuscht, würden aber weiterhin Verbraucher verteidigen, die der Ansicht seien, dass Apples Kontrolle über den App Store ihnen tatsächlich geschadet habe.
Apple baut sein Dienstleistungsgeschäft trotz anhaltendem juristischen Druck aus
Die Service-Sparte von Apple hat sich trotz des rechtlichen Drucks verdoppelt und innerhalb eines Jahres über 100 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert. Das Unternehmen erkannte, dass der effektivste Weg zu Wachstum darin besteht, sicherzustellen, dass die Nutzer weiterhin Geld für iCloud, Apple Pay, AppleCare, Apple Music und den App Store ausgeben.
Apple generiert jedes Mal Einnahmen, wenn jemand für zusätzlichen iCloud-Speicher bezahlt, Apple Music abonniert, eine Versicherung über AppleCare abschließt oder einen In-App-Kauf im App Store tätigt. Und da das Unternehmen weltweit über eine Milliarde iPhone-Nutzer , summieren sich auch kleine Zahlungen zu beträchtlichen Gewinnen.
Entwickler und Regulierungsbehörden werfen dem Technologiekonzern jedoch vor, unfaire Regeln zu schaffen, die den Wettbewerb für andere Unternehmen erschweren. Sie behaupten, diese Regeln würden die Preise für Verbraucher erhöhen, weshalb Regierungen in den USA, der Europäischen Union und anderen Ländern Ermittlungen einleiten.
Trotz all dieses Drucks verteidigt sich Apple weiterhin und erklärt, jährlich erhebliche Summen auszugeben, um die Sicherheit, Verifizierung und Schadsoftwarefreiheit seiner Apps zu gewährleisten. „Wir investieren beträchtlich, um den App Store zu einem sicheren und vertrauenswürdigen Ort für Nutzer zu machen, an dem sie Apps entdecken können, und um Entwicklern großartige Geschäftsmöglichkeiten zu bieten“, so Apple in seiner Stellungnahme.

