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Warum die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen plötzlich sinkt und sich damit von vergleichbaren internationalen Anbietern unterscheidet

In diesem Beitrag:

  • Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,059 %, da die Anleger auf wichtige Inflationsdaten warten.
  • Für August wird ein Anstieg des Kernverbraucherpreises um 0,3 % erwartet; die Märkte richten ihr Augenmerk auf den Bericht vom Donnerstag.
  • Die schwächere Beschäftigungslage im August und die verhaltenen Arbeitsmarktdaten drückten die Renditen am Freitag und Montag nach unten.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel am Montag deutlich um über 2 Basispunkte auf 4,059 %. Dieser Rückgang erfolgte nur wenige Tage, nachdem sie ein Rekordhoch von über 5 % erreicht hatte – ein Niveau, das seit Juli nicht mehr verzeichnet worden war.

Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber auf den Anleihemärkten ist das tatsächlich ein bedeutender Rückgang, insbesondere da auch die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stark gefallen ist, nämlich um über 2 Basispunkte auf 3,486 %.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen brach sogar noch stärker ein und sank um über 4 Basispunkte auf 4,726 %. Zur Verdeutlichung: Ein Basispunkt entspricht 0,01 %, und Renditen bewegen sich stets gegenläufig zu den Kursen.

Anleger warten diese Woche gespannt auf zwei wichtige Inflationsberichte, um nach den schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten vom Freitag mehr Einblick in die wirtschaftliche Lage zu erhalten. Der Erzeugerpreisindex (PPI) für August wird am Mittwochmorgen veröffentlicht, gefolgt vom Verbraucherpreisindex (CPI) am Donnerstag.

Laut einer Reuters-Umfrage wird erwartet, dass der Kern-Verbraucherpreisindex, der Lebensmittel und Energie ausklammert, im August gegenüber dem Vormonat um 0,3 % steigen wird.

Am Dienstag wird es außerdem ein Update zum Arbeitsmarkt geben, wenn das Bureau of Labor Statistics seine vorläufige Benchmark-Revision der Beschäftigungsdaten vom März sowie die Daten für das erste Quartal 2025 aus der vierteljährlichen Erhebung zu Beschäftigung und Löhnen veröffentlicht.

Inflationsdaten und Arbeitsmarktbericht belasten die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen

Die US-Notenbank Federal Reserve hält sich vor ihrer nächsten Entscheidung wie üblich mit öffentlichen Äußerungen zurück. Das hat die Spekulationen jedoch nicht gestoppt. Ökonomen der Deutschen Bank erklärten am Montag in einer Mitteilung, dass die Verbraucherpreis- und Erzeugerpreiszahlen die Preisaussichten unmittelbar beeinflussen werden, insbesondere angesichts der anhaltenden Diskussionen um Zölle.

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Ed Yardeni, der Yardeni Research leitet, sagte, diese Inflationsdaten könnten eine Debatte darüber auslösen, wie schnell die Fed die Zinsen weiter senken oder sie konstant halten soll.

Betrachten wir das Ganze nun aus einer übergeordneten Perspektive. In der vergangenen Woche standen die Anleihemärkte weltweit unter Druck. Die Renditen langfristiger Schuldtitel stiegen weiter an … außer in den USA.

Am vergangenen Freitag sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf den niedrigsten Stand seit April, nachdem neue Arbeitsmarktdaten zeigten, dass die Neueinstellungen im August langsamer als erwartet ausfielen.

Mislav Matejka von JPMorgan sagte:

„Wenn man den reflexartigen Renditeeinbruch im Zusammenhang mit der Risikoreduzierung nach dem ‚Liberation Day‘ außer Acht lässt, liegt die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen aktuell bei unter 4,1 % und damit auf einem Jahrestief. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, unter anderem aufgrund der sich abschwächenden Arbeitsmarktdaten.“

Vergleichen wir das mit der Situation im Ausland. Die Renditen in Japan und Großbritannien sind rasant gestiegen. Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen erreichte gerade ein Rekordhoch. Die Rendite 30-jähriger britischer Staatsanleihen stieg auf ein Niveau, das seit 27 Jahren nicht mehr gesehen wurde. Und letzte Woche kletterte die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig über 5 % – der höchste Wert seit Juli. Doch dieser Anstieg war nicht von Dauer.

Alle warten nun gespannt auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex am Donnerstag, als wäre er der Super Bowl der Inflationsberichte. Fällt er schwächer als erwartet aus, dürfte der Abwärtsdruck auf die Renditen von Staatsanleihen zunehmen. Ist er hingegen zu hoch, ist alles offen.

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