Nach dem Kurssturz von Wirecard ist CEO Markus Braun mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten.
Wirecard geriet in den letzten Tagen in die Schlagzeilen, da das Unternehmen mehr als zwei Milliarden Dollar an verlorenen Geldern nicht auffinden konnte. Der deutsche Zahlungsdienstleister steckte in einer Zwickmühle, nachdem die Banken, die das Geld angeblich verwahrten, jegliche Verbindung zu dem Unternehmen abstritten.
2 Milliarden Dollar fehlen
Die Ankündigung erfolgt einen Tag, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass seine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY cash in Höhe von 1,9 Milliarden Euro (2,13 Milliarden US-Dollar) auf seinen Treuhandkonten nicht finden konnte
Das Unternehmen behauptete, der Wirtschaftsprüfer sei möglicherweise von einem Dritten getäuscht worden, der gefälschte Kontostände vorgelegt habe.
Die Banken, die den Betrag angeblich verwahrten – die Bank of Philippine Islands und die BDO Unibank Inc. – gaben separate Erklärungen ab, in denen sie jegliche Geschäftsbeziehung zu Wirecard bestritten. Laut einem Bericht kündigte die Bank of Philippine Islands zudem eine Untersuchung des Sachverhalts an.
Der CEO von Wirecard tritt zurück.
Marcus Braun, CEO von Wirecard, ist sowohl als CEO als auch als Mitglied des Vorstands zurückgetreten. Laut Unternehmensangaben erfolgte der Rücktritt im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat. Braun wurde durch James H. Freis ersetzt, der die Position des CEO interimistisch übernehmen wird.
Wirecard-Aktien stürzen ab
Wie erwartet, erlitten die Aktien des Unternehmens am Donnerstag einen massiven Kurssturz um über 50 Prozent. Vor demdentnotierten sie bei rund 100 Euro pro Aktie. Nach Bekanntwerden der Nachricht stürzte der Kurs auf fast 40 Euro ab.
Der Abwärtstrend setzt sich heute fort, der Aktienkurs ist um 80 Prozent gefallen und notiert bei 21 Euro pro Aktie.

