Donald Trump hält sich aus TikToks Finanzen heraus. Das Weiße Haus bestätigte am Montag, dass derdent keine Pläne hat, Anteile an dem Videogiganten zu erwerben oder eine sogenannte „Goldene Aktie“ zu erhalten, während die USA die Umstrukturierung des amerikanischen Geschäfts der Plattform vorantreiben.
Dieses Update erfolgte im Rahmen einer Pressekonferenz, über die Bloomberg berichtete, da der Druck auf ByteDance, die Muttergesellschaft von TikTok, zunimmt, sich von ihrem US-Geschäft zu trennen oder ein landesweites Verbot zu riskieren.
Ein hochrangiger Beamter erklärte, die neue Vereinbarung sehe vor, dass die US-Niederlassung von TikTok in ein Joint Venture mit Sitz in den Vereinigten Staaten umgewandelt werde. Die Struktur werde einen Vorstand umfassen, der sich überwiegend aus US-Bürgern zusammensetze. Die Regierung werde keine Anteile an dem Unternehmen besitzen und keine direkte Kontrolle über dessen Geschäftstätigkeit ausüben.
Das ist ein großer Unterschied zu Trumps Vorgehen bei anderen Übernahmen während seiner Präsidentschaft. Seit seiner Rückkehr ins Amt im Januar hat seine Regierung Anteile an Intel und US Steel erworben und sich damit goldene Aktien gesichert, die ihm ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen einräumen. Aber TikTok? Diesmal nicht.
Trump verschiebt TikTok-Verbot, Oracle übernimmt Sicherheitskontrolle
Letzte Woche unterzeichnete Trump eine Exekutivanordnung, die die Frist für das TikTok-Verbot bis zum 16. Dezember verschiebt. Doch damit ist die Sache noch nicht erledigt. Eine weitere Exekutivanordnung wird in Kürze erwartet und gibt dem Unternehmen 120 weitere Tage Zeit, um die Vereinbarung mit den Investoren abzuschließen und die rechtlichen Angelegenheiten zu regeln. Der Beamte, der an dem Telefonat teilnahm, sagte, derdent unterstütze die aktuellen Bedingungen und wolle den Beteiligten Zeit geben, die Vereinbarung zu treffen.
Im Rahmen dieses Plans wird Oracle (das US-amerikanische Technologieunternehmen, das bereits mit der Dateninfrastruktur von TikTok verbunden ist) künftig für die Überwachung und Überprüfung des Algorithmus zuständig sein, wie Cryptopolitan bereits berichtete. Ziel ist es, jeglichen ausländischen Missbrauch des leistungsstarken Empfehlungssystems der Plattform zu verhindern.
„Oracle wird den Algorithmus prüfen und überwachen, um sicherzustellen, dass er nicht für missbräuchliche Zwecke verwendet wird“, erklärte Reportern. Das gesamte System wird nun im Rahmen des neuen Joint Ventures in den USA verwaltet. ByteDance darf weder den Algorithmus noch die mit amerikanischen Konten verknüpften Nutzerdaten kontrollieren.
ByteDance hat zwar noch nicht alle Details bestätigt, aber dem Rahmenabkommen grundsätzlich zugestimmt. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die Vereinbarung muss noch kartellrechtlich geprüft werden, um sicherzustellen, dass sie nicht gegen US-amerikanisches Recht auf fairen Wettbewerb verstößt. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, müssen die Nutzer nichts weiter tun. Laut offiziellen Angaben werden amerikanische TikTok-Nutzer nicht gezwungen, eine neue Version der App herunterzuladen.
Die genaue Aufteilung der Eigentumsverhältnisse wird noch finalisiert. Eine zentrale Bedingung steht jedoch bereits fest: ByteDance darf maximal 20 % des neuen US-Geschäfts halten. Dies entspricht dem vom Kongress verabschiedeten Gesetz, das eine seltene parteiübergreifende Unterstützung erhielt. Abgeordnete beider Parteien äußerten sich besorgt über den TikTok-Algorithmus und dessen mögliche Beeinflussung und Datenerhebung von amerikanischen Nutzern.
Trotz der laufenden juristischen Schritte rechnet das Weiße Haus nicht mit weiteren Verhandlungen mit Peking. Ein Regierungsvertreter erklärte, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine zusätzlichen Gespräche mit chinesischen Beamten nötig seien. Der chinesischedent Xi Jinping bestätigte zwar, dass die Gespräche Fortschritte machen, äußerte sich aber nicht öffentlich dazu, ob seine Regierung die endgültigen Bedingungen unterstützt.
Eine große Zahl steht noch immer im Raum: die Unternehmensbewertung. TikToks US-Geschäft wird derzeit auf einen Wert zwischen 35 und 40 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei sich diese Zahl schnell ändern kann. Der Technologiesektor hat dank des anhaltenden Booms der künstlichen Intelligenz eine rasante Wertsteigerung der Unternehmen erlebt. ByteDance, Oracle und alle beteiligten Investoren wissen, dass die Zeit drängt, doch das Weiße Haus ist zuversichtlich, dass der Deal noch rechtzeitig abgeschlossen werden kann.

