Der US-Arbeitsmarkt könnte einen massiven Einbruch erleiden. Ökonomen prognostizieren, dass das Land bis zu einer Million Arbeitsplätze verlieren könnte, wenn die Regierung ihre Beschäftigungsdaten revidiert.
Sollten sich diese Schätzungen bewahrheiten, würde dies bedeuten, dass das im letzten Jahr gemeldete Beschäftigungswachstum massiv übertrieben dargestellt wurde. Das könnte ein Weckruf für die US-Notenbank sein, die mit der Anpassung der Zinssätze möglicherweise noch weiter im Rückstand ist als bisher angenommen.
Goldman Sachs und Wells Fargo machen keine halben Sachen mit ihren Zahlen. Beide erwarten eine massive Abwärtskorrektur der Daten zum Beschäftigungswachstum für das im März endende Geschäftsjahr.
Goldman Sachs hält es für möglich, dass die tatsächliche Zahl um bis zu eine Million Stellen niedriger ausfallen könnte als bisher gemeldet. Wells Fargo ist etwas vorsichtiger, rechnet aber dennoch mit einer Korrektur von etwa 600.000 weniger Stellen, was ungefähr 50.000 Stellen pro Monat entspricht.
JPMorgan Chase ist nicht ganz so pessimistisch und rechnet mit einem Rückgang von rund 360.000 Stellen. Doch egal, wie man es dreht und wendet, das ist eine enorme Anzahl potenziell verlorener Arbeitsplätze.
Alle Augen sind auf Powell gerichtet
Sollte sich der Arbeitsmarkt länger und intensiver abgekühlt haben als ursprünglich angenommen, könnte dies die gesamte Argumentation für die bevorstehende Rede von Fed-Chef Jerome Powell in Jackson Hole, Wyoming, verändern.

Die Anleger werden an seinen Lippen hängen und versuchen herauszufinden, wann und um wie viel die Fed die Zinsen senken wird. Eine deutliche Korrektur der Arbeitsmarktdaten könnte die Fed zu einem schnelleren Handeln bewegen.
Das Bureau of Labor Statistics (BLS) ist für diese Revisionen verantwortlich und führt sie jährlich durch. Dabei vergleicht es seine ersten Schätzungen der Lohn- und Gehaltszahlen mit der vierteljährlichen Beschäftigungs- und Lohnzählung (QCEW), die zwar genauer, aber langsamer ist, da sie auf den Arbeitslosenversicherungsdaten der Bundesstaaten basiert.

Die jüngsten QCEW-Daten, die im Juni veröffentlicht wurden, deuteten bereits an, dass der Arbeitsmarkt möglicherweise nicht sotronist wie bisher angenommen. Das BLS gibt derzeit an, dass zwischen März 2023 und März 2024 2,9 Millionen Arbeitsplätze geschaffen wurden, im Durchschnitt also 242.000 pro Monat.
Sollte diese Revision jedoch so hoch ausfallen, wie manche prognostizieren, könnten die monatlichen Zuwächse auf lediglich 158.000 sinken. Das ist zwar immer noch ordentlich, aber im Vergleich zum Einstellungsboom nach der Pandemie nichts Besonderes.
aufgrund der üblichen Verzögerung bei der Meldung eher zu niedrig ausfallen könnte

