Das US-Repräsentantenhaus treibt ein Verbot von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) zügig voran, indem es dieses in ein umfassenderes Gesetz zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte einbettet. Die Maßnahme würde die Federal Reserve daran hindern, einen digitalen Dollar zu schaffen oder zu verteilen, bevor ein solches System formell genehmigt ist.
Der Gesetzesentwurf, bekannt als „Anti-CBDC Surveillance State Act“ und eingebracht vom Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Tom Emmer (R-MN), wurde bereits im Juli vom Repräsentantenhaus verabschiedet. Die Abgeordneten beabsichtigen, ihn in den „Digital Asset Market Clarity Act“, das wichtigste Gesetz des Repräsentantenhauses zur Marktstruktur, zu integrieren.
Der Vorschlag tauchte in einem Entwurf der Tagesordnung des Geschäftsordnungsausschusses des Repräsentantenhauses auf und sah offenbar vor, das Verbot von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) durch eine sogenannte „Verschmelzung“ in die Gesetzgebung zur Marktstruktur einzubeziehen. Das heißt, anstatt in einem separaten Gesetz geregelt zu werden, würde das Verbot Eingang in die endgültige Fassung des Gesetzesentwurfs zur Marktstruktur finden, bevor dieser dem Senat vorgelegt wird.
Dies wird die Verabschiedung beschleunigen, so die Abgeordneten. Die eigenständige Gesetzgebung zum digitalen Dollar stieß auf geringe Zustimmung, und die Einbettung in ein umfassenderes Paket für digitale Vermögenswerte könnte den Senatoren mehr Argumente liefern, um Einwände abzuwehren. Der Gesetzentwurf soll nicht nur die jeweiligen Zuständigkeiten der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) klären, sondern auch Regeln für Handel, Verwahrung und Ausgabe digitaler Vermögenswerte festlegen. Mit dem darin enthaltenen Verbot von digitalen Zentralbankwährungen (CBDC) steht er nun im Zentrum der US-amerikanischen Krypto-Regulierungsdebatte – insbesondere in Discord-Kreisen.
Gesetzgeber treiben CBDC-Verbot in mehreren Gesetzesentwürfen voran
Das Verbot von digitalen Zentralbankwährungen (CBDC) ist nicht nur im Gesetz zur Marktstruktur enthalten; die Abgeordneten entschieden sich dafür, es auch im Rahmen des jährlich Verteidigungspolitikgesetzes , dem sogenannten National Defense Authorization Act (NDAA), durchzusetzen. Der NDAA gehört zu den wichtigsten Gesetzen, die verabschiedet werden müssen, da er den Haushalt und die Verteidigungsprioritäten des Pentagons festlegt und daher fast immer vom Kongress verabschiedet wird.
Indem die Gesetzgeber das Verbot digitaler Zentralbankwährungen (CBDC) in dieses Gesetz einbetten, wählen sie einen der sichersten Wege, eine umstrittene Maßnahme durchzusetzen. Diese Taktik erschwert es Kritikern zudem, die Verabschiedung der Bestimmung zu verhindern; eine Ablehnung des Verteidigungshaushaltsgesetzes (NDAA) würde als Blockade von Militärgeldern und Verteidigungsplanung wahrgenommen werden – und das in einer Zeit, in der die Spannungen um potenzielle internationale Konfliktherde zunehmen.
Die im NDAA enthaltene Bestimmung ist eindeutig. Sie verbietet der Federal Reserve die Entwicklung, Erprobung und das Angebot einer eigenen digitalen Zentralbankwährung. Dieses Verbot gilt rückwirkend und blockiert den Start einer potenziellen zukünftigen CBDC sowie alle bestehenden Pilotprogramme und Forschungsprojekte. Befürworter argumentieren, die Änderung sende ein klares Signal an den Kongress gegen die Politik der Fed unter jeder Regierung.
Der Kampf um Datenschutz und Wettbewerb verschärft sich
Befürworter des Verbots argumentieren, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) könne die persönliche Freiheit einschränken. Sie warnen davor, dass ein digitaler Dollar es der Regierung ermöglichen könnte, die Ausgaben ihrer Bürger zu trac, zu überwachen oder zu beschränken. Sie sehen ein CBDC-Verbot als Schutzwall gegen staatliche Überwachung und Finanzmanipulation.
Zyniker hingegen befürchten, dass die USA durch ein gänzliches Verbot einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) Gefahr laufen, gegenüber anderen großen Volkswirtschaften ins Hintertreffen zu geraten. China hat bereits seinen digitalen Yuan eingeführt, und die Europäische Union strebt einen digitalen Euro an.
Ökonomen und Fintech-Experten warnen davor, dass selbst das Fehlen einer Option für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) die USA in Gefahr bringt, ihre Führungsrolle zu verlieren, während sich die globalen Finanzmärkte neuen Anbietern zuwenden.

