Die Ukraine entwickelt mithilfe von Google-Technologie ein eigenes großes Sprachmodell (LLM). Dieses Modell soll trainiert werden, um den ukrainischen Kontext, Dialekte und Minderheitensprachen korrekt zu verstehen.
Die Schulungen werden zunächst mit der Google-Infrastruktur durchgeführt, bevor auf lokale Server umgestellt wird. Die Verantwortlichen rechnen nach dem Start mit Cyberangriffen und bereiten Abwehrmaßnahmen gegen Bedrohungen wie das sofortige Einschleusen von Schadsoftware vor.
Die Ukraine hat ein nationales KI-Projekt gestartet
Die Ukraine entwickelt ein umfangreiches Sprachmodell mithilfe des Open-Source-Frameworks Gemma von Google. Ziel des Landes ist die Schaffung eines vollständigdent Systems für künstliche Intelligenz, das sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden kann.
Das ukrainische Digitalministerium und der Mobilfunkbetreiber Kyivstar kündigten das Projekt am Montag an. Für das anfängliche Training wird die Recheninfrastruktur von Google genutzt, bevor vollständig auf lokale Infrastruktur umgestellt wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die Ukraine die volle Kontrolle darüber behält, auf welche KI-Systeme ihre 23 Millionen Bürger täglich zugreifen können.
Nach eingehender Prüfung wurde Google für das Projekt ausgewählt. vertraute Quellen stützt Laut einem Reuters-Bericht, der sich auf mit der Entscheidung
Chinesische Sprachmodelle, darunter DeepSeek und Qwen, wurden für das Projekt ebenfalls abgelehnt.
Das ukrainische Militär nutzt bereits KI-Tools für die Luft- und Satellitenaufklärung, Drohneneinsätze und die Schlachtfeldanalyse.
Oleksandr Bornyakov, der stellvertretende Minister für digitale Transformation der Ukraine, erklärte, dass die Vermeidung der Nutzung von Systemen wie ChatGPT von OpenAI beabsichtigt sei, da die ukrainischen Streitkräfte planen, KI in die Gefechtsführungssysteme zur Truppenkoordination und Feindüberwachung zu integrieren.
Überbrückung der Sprachbarriere
Das Projekt entstand unter anderem aus Kommunikationslücken, die aktuelle KI-Systeme betreffen. Bornyakov bemerkte, wie schwer es den bestehenden KI-Systemen fällt, den Dialekt der Menschen aus seiner Heimatstadt Bolhrad in der Oblast Odessa zu verarbeiten, wo eine Mischung aus Ukrainisch, Russisch und Bulgarisch gesprochen wird.
Misha Nestor, Produktchef von Kyivstar und Projektleiter, wies auf Probleme wie Übersetzungsfehler in juristischen Dokumenten und KI-generierte Fehler hin. Vier Beratungsgremien werden die technischen, rechtlichen, kulturellen, historischen und sprachlichen Aspekte des neuen Modells betreuen und sicherstellen, dass es neben Russisch auch ukrainische und Minderheitensprachen wie Krimtatarisch unterstützt.
Die Daten stammen von über 90 staatlichen Institutionen, darunter Gerichtsregister, Bildungsverlage, Regionalarchive und Aufzeichnungen russischer Aktionen während des andauernden Krieges. Dieser umfassende Datensatz ermöglicht es der KI, den ukrainischen Kontext und die ukrainische Terminologie deutlich besser zu verstehen als allgemeine globale Modelle.
Experten des Ministeriums für digitale Transformation bezeichnen Gemma als eines der effizientesten Open-Source-Modelle hinsichtlich Größe und Qualität. Es bietet ein stabiles Verhältnis zwischen Leistung und Ressourcennutzung. Das Modell unterstützt bereits Ukrainisch und sein erweiterter Tokenizer ermöglicht die Verarbeitung von bis zu 128.000 Tokens mit multimodaler Text- und Bildverarbeitung.
bereitgestellten Grafikprozessoren außerhalb der Ukraine Google, bevor die fertigen Modelle in lokalen Rechenzentren eingesetzt werden. Dies ist die Antwort des Landes auf die anhaltende Bedrohung durch russische Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur.
Bornyakov erklärte, dass die Behörden mit Angriffen auf das System unmittelbar nach dessen Veröffentlichung rechnen. Das Team entwickelt Schutzmaßnahmen gegen verschiedene Cyberbedrohungen, darunter sogenannte Prompt-Injection-Angriffe, bei denen schädliche Anweisungen in die an die KI gestellten Aufgaben eingebettet werden.
Kyivstar hat über 3.500 Notstromaggregate installiert, um den Betrieb angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zu stabilisieren. Das Telekommunikationsunternehmen betreute im September mehr als 22,5 Millionen Mobilfunkkunden und über 1,2 Millionen Festnetz-Internetkunden.

