Crypto Grab, ein Entwickler von Phishing-Software, hat sich offiziell in Großbritannien als Unternehmen registriert. Wie das Blockchain-Sicherheitsunternehmen CertiK berichtet, erfolgt diese Registrierung inmitten von Vorwürfen, dass die Software des Unternehmens, Nova Drainer, für illegale Aktivitäten eingesetzt wird und insbesondere Kryptowährungen durch Phishing-Angriffe ins Visier nimmt.
Crypto Grab, das nun unter dem Namen Crypto Grab Limited firmiert, behauptet, dass seine Unternehmensregistrierung ihm Legitimität verleiht und den Erwerb von Extended Validation Certificates (EV SSL-Zertifikaten) erleichtert. Diese Zertifikate sind für Online-Unternehmen unerlässlich, da sie die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von Websites erhöhen, indem sie die juristische Person hinter der Website bestätigen.
Die Auswirkungen von Geldbeutelverlierern
Wallet-Drainer wie Nova Drainer sind eine Art Web3-Protokoll, das das Vertrauen von Kryptowährungsnutzern ausnutzt und sie auf betrügerische Webseiten lockt, wo ihre digitalen Vermögenswerte gestohlen werden können. Im vergangenen Jahr führten diese Betrugsmaschen zu erheblichen finanziellen Verlusten. Die Sicherheitsplattform Scam Sniffer schätzt, dass durch solche Methoden Kryptowährungen im Wert von über 300 Millionen US-Dollar gestohlen wurden.
Crypto Grabs Marketingstrategie ist in Bezug auf die Funktionen seiner Software unverhohlen transparent. Die Software wirbt mit Features, die den Diebstahl von ERC20-Token und Ether (ETH) direkt aus den Wallets der Opfer ermöglichen. Die Website und die offizielle Telegram-Gruppe des Unternehmens dienen der Bewerbung dieser Phishing-Produkte unter dem Deckmantel von Tools für „Crypto Affiliate Success“. Trotz des betrügerischen Charakters seiner Angebote präsentiert Crypto Grab seine Gründungsurkunde als Legitimitätsnachweis und behauptet, dieser Status erleichtere Partnerschaften mit wichtigen Branchenakteuren.
Regulatorische Herausforderungen und Unternehmensprüfung
Die Registrierung von Crypto Grab Limited beim britischen Handelsregister (Companies House) hat eine genauere Überprüfung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens und der Identität seines Geschäftsführers Bradley Robertson veranlasst, bei dem es sich laut CertiK um ein Pseudonym handeln könnte. Companies House ist jedoch in seinen Möglichkeiten, die Richtigkeit der im Registrierungsprozess eingereichten Informationen zu überprüfen, eingeschränkt und führt lediglich grundlegende Prüfungen auf Vollständigkeit der Unterlagen durch.
Die Untersuchung von CertiK zu Nova Drainer hat Beweise für die Beteiligung des Unternehmens an Phishing-Angriffen aufgedeckt undtracdent, die mit dem Betrug in Verbindung stehen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Software einen Teil der gestohlenen Gelder als Servicegebühr einbehält, wobei Tausende von Transaktionen auf diese Aktivitäten tracwerden konnten.
Als Reaktion auf mögliche betrügerische Eintragungen hat Companies House Verfahren für die Einreichung von Beschwerden durch die Öffentlichkeit festgelegt, obwohl es nicht befugt ist, formelle Betrugsermittlungen durchzuführen. Stattdessen werden verdächtige Aktivitäten an die Polizei weitergeleitet, und Opfern wird empfohlen, sich an die Hotline von Action Fraud zu wenden.

