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TSMC-Hardware landet in Huaweis Händen – ein Rückschlag für die US-Sanktionen gegen China

In diesem Beitrag:

  • Trotz strenger US-Sanktionen, die genau dieses Szenario verhindern sollen, ist die fortschrittliche Chiptechnologie von TSMC irgendwie in Huaweis neuestem KI-Chip gelandet.
  • Der Ascend 910B-Chip von Huawei zeigt, dass die Bemühungen der USA, Chinas technologische Fortschritte einzuschränken, auf ernsthafte Hindernisse stoßen.
  • TSMC sieht sich in Taiwan mit rasant steigenden Stromkosten konfrontiert, was die Halbleiterproduktion des Unternehmens zusätzlich belastet, da das Land den Ausstieg aus der Kernenergie vollzieht.

Washington setzt alles daran, diese Technologie von China fernzuhalten. Doch irgendwie stecken Schaltkreise von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) in Huaweis neuesten Ascend 910B-Chips, die für künstliche Intelligenz entwickelt wurden.

US-Beamte haben alles darangesetzt, Huawei von der Liste der führenden Technologieunternehmen fernzuhalten, doch nun ist es soweit. Laut Quellen, die mit den Details vertraut sind, und TechInsights – einem kanadischen Forschungsunternehmen, das Technologieprodukte buchstäblich auseinandernimmt, um deren Innenleben zu untersuchen – hätte diese TSMC-Technologie für Huawei eigentlich unerreichbar sein sollen.

TechInsights entdeckte TSMC-Komponenten im KI-Chip von Huawei. Angesichts der Bestrebungen Washingtons, Chinas KI-Ambitionen aufgrund potenzieller militärischer Anwendungen einzuschränken, trifft diese Chip-Enthüllung wie ein Schlag ins Gesicht.

Die Produkte von TSMC sind nicht irgendwelche Produkte; sie gelten als Goldstandard in der Halbleitertechnologie. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens? Rund 1 Billion US-Dollar – damit ist es mehr wert als Tesla und Walmart.

Die Verbindung zwischen TSMC und Huawei sowie die Umgehung von Sanktionen

Die große Frage: Wie konnte das passieren? Huawei hätte angesichts der weitreichenden US-Exportkontrollen, die im September 2020 gegen das Unternehmen in Kraft traten, keinen Zugang zu TSMC-Technologie haben dürfen. Theoretisch hätten diese Sanktionen verhindern müssen, dass TSMC-Technologie nach China gelangt.

Erste Untersuchungen von TSMC deuten jedoch darauf hin, dass die Technologie über eine Kette mit Beteiligung des chinesischen Chipherstellers Sophgo in den Handel gelangte. Quellen zufolge könnte Sophgo als Mittelsmann fungiert haben, die Untersuchung von TSMC dauert jedoch noch an. Die Chiptechnologie – in der Chip-Sprache die Kernschaltung – könnte auf diesem Weg eingeschleust worden sein, was Zweifel an der Wirksamkeit der US-Sanktionen aufkommen lässt.

Personen, die mit der Situation vertraut sind, erwähnen ein weiteres, weniger wahrscheinliches Szenario. Möglicherweise gelangten TSMC-Chips in Huaweis Lagerbestand, bevor die US-Sanktionen vor über vier Jahren in Kraft traten. Wie diese Schaltkreise in Huaweis Chips gelangten, wird weiterhin untersucht.

TSMC hat Berichten zufolge alle neuen Bestellungen von Sophgo storniert, nachdem diese als verdächtig eingestuft und die US-Aufsichtsbehörden über den möglichen Verstoß informiert wurden. Sophgo seinerseits bestritt jegliche Verbindung zu Huawei und erklärte, nie mit dem Unternehmen Geschäfte gemacht zu haben.

Sophgo übermittelte TSMC sogar einen Bericht, in dem das Unternehmen seine Unschuld beteuerte, obwohl die US-Behörden dies wohl kaum ungeprüft akzeptieren werden. Der Skandal wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Graumarktes auf, auf dem Unternehmen überschüssige Lagerbestände absetzen. Branchenbeobachter vermuten, dass Sophgo TSMC-Komponenten in unautorisierte Kanäle eingeschleust haben könnte, die dann in Huaweis leistungsstarker KI-Hardware landeten.

Die Rolle von TechInsights und die Reaktion des Handelsministeriums

Das US-Handelsministerium ist sich der Ergebnisse von TechInsights durchaus bewusst. Das kanadische Marktforschungsunternehmen, gegründet 1989, erreicht weltweit über 650 Unternehmen und 100.000 Nutzer. Dank seiner Expertise im Reverse Engineering und der Analyse von IT-Systemen ist TechInsights Unternehmen, die ihre Technologie geheim halten wollen, ein Dorn im Auge.

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Im vergangenen Jahr führte TechInsights eine ähnliche Analyse eines anderen Huawei-Chips durch, was eine umfassende Überprüfung durch das US-Handelsministerium nach sich zog. Handelsministerin Gina Raimondo verwies auf diesen früheren Bericht und erklärte, die US-Sanktionen hätten Huaweis Leistungsfähigkeit zwar etwas beeinträchtigt. Doch es ist offensichtlich, dass diese Bemühungen nicht ausreichten.

Raimondo erklärte, dass die Kontrollen zwar die Effizienz des Chips einschränkten, Huaweis Fortschritt aber nicht vollständig aufhalten konnten. Genau hier liegt der Haken: Verlangsamen bedeutet nicht stoppen, und Huaweis Ascend 910B-Chip beweist, dass diese Beschränkungen ihre Grenzen haben.

Um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten, hat das Bureau of Industry and Security des US-Handelsministeriums zugesichert, diese Feststellungen genau zu verfolgen und führt nun weitere Überprüfungen durch. Ob diese Überprüfungen tatsächlich eine Wiederholung diesesdent verhindern, ist ungewiss.

Taiwans Strompreisproblem trifft TSMC

Die Herausforderungen für TSMC enden nicht mit Huawei. Der Chiphersteller steht auch in seinem Heimatland vor einer Energiekrise. Taiwans Energielandschaft ist derzeit katastrophal. Die Strompreise steigen rasant und gefährden die Betriebskosten von TSMC an seinen Standorten in Taiwan.

Laut TSMC-Finanzchef Wendell Huang zahlt TSMC weltweit die höchsten Stromkosten an seinen Standorten. Die Stromausgaben haben sich in den letzten Jahren verdoppelt, sodass TSMC im nächsten Jahr mit einer noch höheren Rechnung rechnet.

Die Strompreise wurden seit 2022 viermal erhöht. Warum? Schuld daran sind die seit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine stark gestiegenen Kosten für fossile Brennstoffe und Taiwans hohe Abhängigkeit von Energieimporten. Der staatliche Energiekonzern Taiwan Power Company (TPC) hat Verluste erlitten, und die Regierung hatte keine andere Wahl, als diese Kosten an Unternehmen wie TSMC weiterzugeben.

Der Chipriese zahlt, wie auch andere große Industrieunternehmen, mittlerweile rund 25 % mehr für Strom als zuvor. Kleinere Unternehmen und Haushalte blieben von der jüngsten Preiserhöhung verschont, doch TSMC? Da hat man Pech gehabt.

Der Forscher Jheng Rui-he vom Chung-Hua Institut für Wirtschaftsforschung hob hervor, dass die Stromkosten der Haushalte früher höher waren als die der Industrie. Nun tragen TSMC und andere Exporteure die Hauptlast, da die Regierung die finanzielle Verantwortung auf Großverbraucher verlagert.

Bis April waren die Strompreise für die Industrie um 11 % gestiegen, und weitere Erhöhungen stehen bevor. Die Energiereform der Regierung sieht unter anderem eine Erhöhung um 14 % für große Industrieunternehmen wie TSMC vor, die Taiwans boomenden Technologieexportmarkt mit Strom versorgen.

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Das Problem reicht tiefer als die Preiserhöhungen. Taiwans Stromversorgung ist stark angespannt. Während das Land fieberhaft versucht, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, halten der Atomausstieg und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Taiwan in einer energiepolitischen Zwickmühle. In den 1980er Jahren deckte die Atomkraft 50 % des taiwanesischen Energiebedarfs; heute sind es nur noch 6 % und der Anteil wird voraussichtlich auf null sinken, wenn der letzte Reaktor 2025 abgeschaltet wird.

Taiwans erneuerbare Energien decken trotz hoher Investitionen in Offshore-Windkraft nur etwa 9,5 % seines Energiebedarfs. Der Großteil des Stroms stammt weiterhin aus Kohle und Flüssigerdgas; beide Importe machen über 80 % der Energieversorgung aus.

Steigende Energiekosten belasten TSMC finanziell noch nicht allzu stark – Strom macht nur 1,5 % der Betriebskosten aus, was durch hohe F&E-Ausgaben relativiert wird. Energierisiken stellen jedoch mittlerweile ein deutliches Kreditrisiko dar, da die Expansion der Chipproduktion von TSMC auf dem Spiel steht.

Steigende Nachfrage und Risiken für Taiwans Halbleiterindustrie

Die Herausforderungen sind noch lange nicht bewältigt. Taiwans Technologiebranche ist energiehungrig. Der Energiebedarf von TSMC hat sich mit jeder Generation von Halbleiterfortschritten praktisch verdoppelt und ist im Jahr 2023 auf 40,5 Kilowattstunden pro Wafer gestiegen. Das ist fast doppelt so viel wie im Jahr 2017.

Während die taiwanische Regierung den Druck von wichtigen Exporteuren wie TSMC während Stromausfällen fernhält, ist die Betriebsreserve der Stromversorgung des Landes im vergangenen Jahrzehnt mehr als einmal unter das Ziel von 15 % gefallen.

Und nicht nur TSMC verbraucht Unmengen an Energie. Auch Tech-Giganten wie Google bauen Rechenzentren in Taiwan, die einen enormen Energiebedarf haben. Künstliche Intelligenz verstärkt diesen Bedarf zusätzlich, sodass Taiwans Energiekrise noch lange nicht überwunden ist.

Die Amerikanische Handelskammer in Taiwan wies in ihrem Weißbuch darauf hin und bezeichnete eine stabile und bezahlbare Stromversorgung als „dringende Herausforderung“. Angesichts des bevorstehenden Ausstiegs aus Kohle und Kernenergie sieht Taiwans Energiezukunft unsicher aus.

S&P Global heizte die Debatte in einer aktuellen Analyse weiter an und bezeichnete Taiwans Energieversorgungssicherheit als „zunehmendes Kreditrisiko“ für TSMC. Stromausfälle könnten die Halbleiterproduktion beeinträchtigen und die ohnehin schon schwierige Lage des Chipherstellers weiter verschärfen.

Die Regierung versucht derweil, die Branche zu beruhigen, doch die Zahlen sprechen für sich. Der rasant steigende Strombedarf und die unzureichende Nutzung erneuerbarer Energien bedeuten, dass sich dieses Problem nicht so schnell lösen wird. Und für TSMC, das Kraftwerke in den USA und Japan betreibt und ein weiteres in Deutschland plant, ist Taiwans Stromkrise mehr als nur eine Unannehmlichkeit; sie beeinflusst das globale Geschäft des Unternehmens.

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