Der Kryptomarkt steht vor einem seiner schwierigsten Jahre, doch diese Woche verschärft sich die Lage aufgrund des FTX-Dilemmas nochmals deutlich. Er gerät immer tiefer in eine Abwärtsspirale, aus der es kein Zurück mehr gibt. Innerhalb einer Woche stürzte FTX von einer der führenden Kryptobörsen in die Bedeutungslosigkeit ab, und sein Schwestertoken FTT hat über 80 % seines Wertes verloren.
Die FTX-Community versicherte den Nutzern stets, dass sie sich keine Sorgen um Auszahlungen machen müssten, doch nun sollten sie es. Das Problem begann mit der Ankündigung von Binance, alle FTT-Token zu liquidieren, um die Börse vor einem erneuten Crash wie bei Luna zu bewahren. Dies führte zu massiven Abhebungen von FTX, und die Börse stand kurz vor dem Zusammenbruch, als Binance eine weitere Ankündigung machte.
Binance und FTX; die Hassliebe-Geschichte
Am Dienstag dieser Woche kündigte Binance die Übernahme von FTX, der viertgrößten Kryptobörse, an. Dies beruhigte die Lage etwas. Am Mittwoch jedoch verkündete die Wall Street, dass Binance von dem Plan Abstand nehme und keine Absicht habe, FTX zu kaufen. Dies war ein Schock für den Kryptomarkt, der sich noch verstärkte, als Binance die Nachricht bestätigte.
Semafor berichtet, dass Binance eine Erklärung veröffentlicht hat, in der es heißt: „Die Probleme liegen außerhalb unserer Kontrolle und unserer Möglichkeiten zu helfen…“. Laut dem Bericht begründet Binanceseinen Rückzug mit der „missbräuchlichen Verwendung von Kundengeldern und mutmaßlichen Ermittlungen von US-Behörden“
FTX; Abwärtstrend
Das Unternehmen, das Dutzende von Firmen unterstützt hat, braucht nun selbst dringend Hilfe, doch niemand ist da, der ihm zur Seite steht. FTX hatte die Namensrechte an der NBA und dem Miami Heat erworben und während der Finanzkrise mehrere führende Kryptofirmen gerettet. Erst vor wenigen Monaten hatte es Unternehmen wie Robinhood und Skybridge übernommen.
Nun kämpft das Unternehmen ums Überleben. Sein Schwestertoken FTT hat über 80 % seines Wertes verloren. Innerhalb weniger Tage wurden Milliardenbeträge von dieser Börse abgehoben. Semafor berichtet : „Der Großteil der Rechts- und Compliance-Mitarbeiter von FTX kündigte am Dienstagabend, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Semafor erklärten. Dadurch sind nur noch wenige Führungskräfte übrig, die die nun drängenden Fragen rund um das Unternehmen beantworten können.“
Darüber hinaus hatte das Unternehmen Milliardäre aus dem Silicon Valley und der Wall Street um eine Finanzspritze von einer Milliarde Dollar gebeten, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Doch das dürfte ihnen nicht mehr helfen, denn der Schaden ist bereits angerichtet und das Überleben des Unternehmens steht nun auf dem Spiel.
Wie kam es dazu bei FTX?
Niemand ahnte, dass FTX so etwas Schlimmes zustoßen könnte. Die ersten Anzeichen zeigten sich in einer Meldung von CoinDesk. Diese enthüllte, dass Alameda Research eine große Menge FTT-Token in seiner Bilanz führt, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen nicht auf „unabhängigedent wie Fiatwährungen oder andere Kryptowährungen“ angewiesen ist. FTX war das erste Opfer dieser Nachricht, da FTT von Alameda Research geschaffen wurde.

Die Nachricht löste Unsicherheit und Besorgnis unter den Anlegern aus, woraufhin diese begannen, ihre Token zu verkaufen. Dies ließ den Kurs von FTT auf ein ungewöhnlich niedriges Niveau fallen und verschärfte die Lage zusätzlich. Die Verkäufe von FTT beschränkten sich nicht nur auf FTX, sondern betrafen auch diverse andere Kryptobörsen, was die Situation für das Unternehmen weiter verschlimmerte. Auf der Website Semafor heißt es: „Der CEO von Alameda Research und ein Sprecher von FTX reagierten nicht umgehend auf Anfragen nach einer Stellungnahme.“
Schlussgedanken
Der Mai rückt näher und die Kryptoindustrie steht vor einem weiteren Crash. Viele Krypto-Experten befürchten, dass dieser noch gravierender ausfallen könnte als der vorherige Zusammenbruch von Terra LUNS und des Krypto-Hedgefonds 3AC. Seit dem letzten Jahr kämpft die Kryptobranche mit zahlreichen Problemen wie Hackerangriffen, Kursstürzen und Ausverkäufen.
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