Die Händler lagen falsch. Komplett falsch. Sechs Monate nach Beginn des Jahres 2025 hat Trumps Präsidentschaft nahezu alle Annahmen der Wall Street über Märkte, Inflation und die Stärke der US-Wirtschaft zunichtegemacht.
Was als Jahr amerikanischer Dominanz, angetrieben von Trumps Niedrigsteuer- und Hochzollpolitik, geplant war, entwickelte sich völlig anders. Laut Bloomberg lösten diese Maßnahmen Angst, Verwirrung und einige der heftigsten Kursschwankungen seit Jahren aus.
Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Massive Bewegungen bei Staatsanleihen gaben den Anstoß. Dann legte der japanische Yen gegenüber dem Dollar um fast 9 % zu. Die Schwellenländer rückten wieder in dentrac.
Der eigentliche Schock kam jedoch von dort, wo die Händler es am wenigsten erwartet hatten: Der US-Dollar, Aktien und Trumps eigene Wirtschaftspolitik brachen komplett ein. Alles brach ein, und die einst so lukrativen Anlagemöglichkeiten sind verschwunden.
Trumps Politik schwächt den Dollar und überrascht Investoren
Anfang des Jahres war die Annahme simpel: Trumps Wirtschaftspläne würden die Inflation anheizen, Zinssenkungen der Federal Reserve verhindern und den Dollar weiter stärken. Doch es kam anders. Ein Bloomberg-Index, der die US-Währung trac, verzeichnete den schlechtesten Jahresstart seit 2005. Der Kurssturz war massiv. Der Schock war global.
Die Lage eskalierte im April, als Trump seine „Befreiungstag“-Zölle einführte – weitreichende und aggressive Strafzölle, die das Vertrauen der Anleger erschütterten. Die Auswirkungen waren verheerend. Die Sorge vor einer möglichen Rezession in den USA wuchs, und Händler begannen zu vermuten, dass Trump aktiv versuchte, den Dollar zu schwächen, um die heimische Industrie zu stützen.
Das ist ein Problem für die amerikanische Regierung. Sie ist weiterhin auf ausländische Investoren angewiesen, um ihren enormen Schuldenberg zu finanzieren. Ein schwächerer Dollar bedeutet geringere Renditen für diese Investoren und ein sinkendes Vertrauen in US-Anlagen. Die JPMorgan-Strategin Meera Chandan erklärte, die schwindende Verbindung des Dollars zu Zinsen und Aktien könnte auf tieferliegende Schwächen seiner Grundlage hindeuten. Ihr Team rechnet bis zum Jahresende mit einem weiteren Rückgang der Dollarstärke um 2 Prozent.
Banken wie Morgan Stanley, Société Générale und JPMorgan hatten erwartet, dass der Dollar in der ersten Jahreshälftetronbleiben würde. Sie irrten sich. Sie rechneten mit einem langsamen Wertverlust, vielleicht erst gegen Ende des Jahres. Niemand hatte diesen frühen Zusammenbruch vorhergesehen.
US-Aktien stürzen ab, erholen sich und verwirren die Anleger
Im Januar setzte die Wall Street voll auf amerikanische Aktien. Alle hofften auf künstliche Intelligenz und die Stärke der US-Wirtschaft. Der Nasdaq 100 schoss in die Höhe. Dann kam der Crash. Zwischen Februar und April verschwanden fast 7 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung aus dem Index. Der Optimismus verflog schnell.
Ein Grund dafür? Chinas DeepSeek. Das KI-Startup tauchte aus dem Nichts auf und schien plötzlich eine ernsthafte Bedrohung für die amerikanische Technologiedominanz darzustellen. Das war der erste Riss. Trumps Zollentscheidungen verstärkten die Angst vor einem möglichen Stillstand der US-Wirtschaft. Eine Umfrage der Bank of America vom März zeigte, dass Fondsmanager in Rekordzahl US-Aktien verkauft hatten.
Im April war der Aufwärtstrend beendet. Es gab kein Aufwärtspotenzial, keine Risikobereitschaft. Doch dann tat Trump etwas Unerwartetes: Er setzte einige der härtesten Zölle aus, was die Lage komplett veränderte. Der S&P 500 schoss auf neue Höchststände, die Wirtschaft brummte weiter, und Technologieaktien erlebten danktronGewinne und stetigen Wachstums ein Comeback. Große Investoren stiegen Mitte April wieder ein und haben seitdem nicht nachgelassen.
Das Chaos zeigte, wie schnell Trumps Politik das Marktverhalten verändern kann. Er führte Zölle ein, die die Aktienkurse ins Kellerloch trieben. Dann setzte er sie aus und wendete das Blatt. Nichts davon war stabil. Jeder Händler, der unvorbereitet getroffen wurde, musste seine gesamte Strategie überdenken.
Während der US-Dollar an Wert verlor, gewann der Yen antron. Schon zu Jahresbeginn setzten Anleger auf Japan. Die Bank von Japan gehörte zu den wenigen Zentralbanken, die voraussichtlich 2025 die Zinsen anheben würden, während andere Senkungen anstrebten. Allein das ließ den Yen gut aussehen. Doch dann goss Trump noch Öl ins Feuer.
Als die Märkte auf Trumps Handelspolitik und die wachsende Rezessionsgefahr reagierten, suchten Anleger nach sicheren Anlagen. Der Yen, der in Krisenzeiten traditionell als sicherer Hafen gilt, bot sich als naheliegende Option an. Bis Juni hatte er gegenüber dem Dollar fast 9 % zugelegt. Er zählte zu den Währungen mit der besten Performance des gesamten Jahres.

