Südkorea hat beschlossen, virtuelle Währungen als Spendenform abzuschaffen. Wie die Zeitung Kyunghyang Shinmun am 5. Mai berichtete, hat das Ministerium für öffentliche Verwaltung das Spendengesetz überarbeitet. Die Änderungen sehen jedoch keine Spenden in Form von Kryptowährungen mehr vor. Statt Kryptowährungen wie Bitcoin , müssen Südkoreaner ab Juli auf andere, neu genehmigte Alternativen zurückgreifen, um wohltätige Zwecke zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Geschenkgutscheine von Kaufhäusern, Aktien und Treuepunkte des Internetkonzerns Naver.
Dieser Schritt erfolgt trotz der wachsenden Beliebtheit von Kryptowährungen im Land. Das 2006 verabschiedete Gesetz war für eine völlig andere technologische Welt konzipiert, in der es weder Smartphones noch digitale Währungen gab. Das neue Gesetz erweitert die Spendenmöglichkeiten durch die Einführung automatisierter Antwortsysteme sowie postalischer und logistischer Dienstleistungen, die den technologischen Entwicklungen und den damit verbundenen neuen Spendenmöglichkeiten Rechnung tragen.
Weltweite Krypto-Spenden erreichen 2 Milliarden US-Dollar, Südkorea ausgenommen
Das geänderte Spendengesetz in Südkorea ist umstritten, da es digitale Währungen, die weltweit immer beliebter werden, nicht erwähnt. TheGivingBlock berichtet zudem, dass bis Januar 2024 weltweit Spenden im Wert von über zwei Milliarden US-Dollar über Kryptowährungen getätigt wurden. Diese Gelder stehen südkoreanischen Wohltätigkeitsorganisationen nach dem neuen Gesetz jedoch nicht mehr zur Verfügung.
In den USA hingegen akzeptiert bereits mehr als die Hälfte der Wohltätigkeitsorganisationen Spenden in Form digitaler Vermögenswerte. Dies deutet auf eine umfassendere Haltung gegenüber der Integration neuer Finanztechnologien in wohltätige Aktivitäten hin. Dieser deutliche Unterschied offenbart eine regulatorische Lücke, die das Spendenaufkommen südkoreanischer Wohltätigkeitsorganisationen, insbesondere von ausländischen Spendern, die bereit sind, Kryptowährungen zu spenden, einschränken könnte.
Regulatorische Herausforderungen und Perspektiven
Die Änderung des Spendengesetzes ist eine der regulatorischen Anpassungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen in Südkorea. Das Land hat in jüngster Zeit Maßnahmen ergriffen, um die Kontrolle über Kryptoaktivitäten zu verstärken. So wurde beispielsweise Ende April bekannt, dass Südkorea die provisorische Einheit zur Bekämpfung von Kryptokriminalität in eine ständige Abteilung umwandeln will, um die zunehmenden Fälle von Kryptokriminalität und Finanzbetrug zu bekämpfen.
Darüber hinaus stehen globale Kryptobörsen vor Herausforderungen beim Markteintritt in Südkorea. Die in Singapur ansässige Börse Crypto.com sah sich mit mehreren regulatorischen Problemen konfrontiert. Die koreanischen Behörden entdeckten Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit den von der Börse bereitgestellten Daten und leiteten eine dringende Vor-Ort-Prüfung ein.
Die Entscheidung, Kryptowährungen nicht als legitimes Spendenmittel anzuerkennen, zeugt von Vorsicht im Hinblick auf die regulatorischen Auswirkungen auf digitale Vermögenswerte. Da die meisten von ihnen mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden, sind solche Transaktionen nur schwer zu überwachen und zu kontrollieren. Zwar erlaubt die Regierung Spenden mit lokal emittierten, an den KRW gekoppelten Stablecoins und Blockchain-basierten Geschenkgutscheinen, doch das vollständige Verbot anderer gängiger Kryptowährungen könnte die Spendenlandschaft in Südkorea trüben.

