Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat die Einigung in einem Verfahren gegen die beiden Anlageberater Delphia (USA) Inc. und Global Predictions Inc. bekannt gegeben. Ihnen wurden falsche und irreführende Angaben zum Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) vorgeworfen. Die Unternehmen haben sich bereit erklärt, insgesamt 400.000 US-Dollar an Bußgeldern zu zahlen.
Irreführende Aussagen über die Nutzung von KI
Delphia mit Sitz in Toronto behauptete fälschlicherweise, KI und maschinelles Lernen in seinen Anlageprozess zu integrieren und Kundendaten zur Vorhersage von Markttrends zu nutzen. Auch Global Predictions mit Sitz in San Francisco stellte seine KI-Kompetenzen falsch dar, indem es sich als „erster regulierter KI-Finanzberater“ ausgab und KI-gestützte Expertenprognosen anbot.
Die SEC stellte fest, dass beide Unternehmen gegen die Marketingregeln verstoßen haben, welche die Verbreitung falscher oder irreführender Werbung verbieten. Delphia wurde vorgeworfen, in SEC-Einreichungen, Pressemitteilungen und auf ihrer Website unwahre Angaben gemacht zu haben. Gleichzeitig behauptete Global Predictions fälschlicherweise, Dienstleistungen zur Verlustverrechnung anzubieten, und nahm unzulässige Klauseln in ihrentracauf.
Vergleich und Strafen
Ohne die Feststellungen der SEC anzuerkennen oder zu bestreiten, haben Delphia und Global Predictions zugestimmt, künftig keine Verstöße gegen Wertpapiergesetze mehr zu begehen. Delphia erklärte sich bereit, eine Zivilstrafe in Höhe von 225.000 US-Dollar zu zahlen, Global Predictions hingegen 175.000 US-Dollar.
SEC-Vorsitzender Gary Gensler betonte die Wichtigkeit von Transparenz beim Einsatz neuer Technologien wie KI und warnte vor irreführenden Behauptungen, die Anlegern schaden könnten. Gurbir S. Grewal, Direktor der SEC-Vollzugsbehörde, hob das Engagement hervor, Anleger vor „KI-Washing“ zu schützen, und forderte die Investmentbranche nachdrücklich auf, die Richtigkeit ihrer Angaben zum KI-Einsatz sicherzustellen.
Investorenwarnung herausgegeben
Als Reaktion auf diese Durchsetzungsmaßnahmen hat das Büro für Anlegeraufklärung und -vertretung der SEC eine Anlegerwarnung herausgegeben, in der auf die Risiken von Anlagebetrug im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz hingewiesen wird.
Die von Anne Hancock, HelenAnne Listerman und John Mulhern unter der Aufsicht von Kimberly Frederick, Brent Wilner, Corey Schuster und Andrew Dean durchgeführte Untersuchung der SEC unterstreicht die Bedeutung der Einhaltung von Wertpapiergesetzen im sich rasant entwickelnden Umfeld KI-gestützter Anlagestrategien. Ragni Walker, Thomas Grignol und Peter J. Haggerty von der Prüfungsabteilung sowie Roberto Grasso vom Büro für Risiko und Strategie der Abteilung unterstützten die Untersuchungen.
Die mit Delphia und Global Predictions erzielten Einigungen dienen als Mahnung an Anlageberater, ihren Einsatz von KI korrekt darzustellen und die SEC-Vorschriften einzuhalten, um den Anlegerschutz und die Integrität des Marktes zu gewährleisten.

