Genesis, ein Unternehmen für Kryptowährungskredite, soll Investoren um einen Notkredit in Höhe von 1 Milliarde Dollar gebeten haben, bevor es diese Woche seine Kunden darüber informierte, dass die Rückzahlungen eingestellt würden.
Das Wall Street Journal enthüllte , dass in dem Dokument zur privaten Kapitalbeschaffung ein „Liquiditätsengpass aufgrund bestimmter illiquider Vermögenswerte in der Bilanz“ angegeben war und dass das Unternehmen bis Montag, 10 Uhr, Zugriff auf die Kreditlinie benötigte. Es konnte die Finanzierung jedoch nicht sichern.
Der Unternehmenssprecher erklärte weiter, das umstrittene Dokument sei am Wochenende nach dem Zusammenbruch von FTX erstellt worden und daher nicht mehr relevant. Um seine Liquidität wiederherzustellen, habe das Unternehmen laut Bericht „durchaus konstruktive Gespräche“ mit potenziellen Investoren geführt.
Laut einer Analyse des WSJ ist der anhaltende Ansturm auf Einlagen auf die Mehrheit der Retail-Programme, von Genesis (wie z. B. Gemini Earn) und institutionelle Kunden, die die Liquidität testen, zurückzuführen.
Eine Minderheitsbeteiligung an der Holdinggesellschaft, eine Beteiligung an einer Tochtergesellschaft der Digital Currency Group oder eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen waren die in dem Dokument vorgestellten Optionen für potenzielle Investoren. DCC ist die Muttergesellschaft des Brokerhauses.
Genesis kämpft mit Stabilitätsproblemen
Aufgrund der durch den FTX-Skandal ausgelösten Liquiditätskrise, die den gesamten Sektor erschütterte, prüfte auch Genesis alle Optionen. Laut Unternehmenssprecherin musste Genesis nach eingehender Prüfung verschiedener Möglichkeiten die schmerzliche Entscheidung treffen, Rückzahlungen und die Vergabe neuer Kredite vorübergehend einzustellen, um die beste Lösung für die Kunden zu finden.
Derar Islim, der Interims-CEO des Unternehmens, erklärte, dass die Kreditsparte Genesis Global Capital nicht allen Auszahlungsanträgen nachgekommen sei. Man habe zudem Berater beauftragt, alle Alternativen zu prüfen. Die Sparte betreut institutionelle Kunden.
Die Spot- und Derivatehandels- sowie Verwahrungsdienstleistungen von Genesis sind in der Zwischenzeit weiterhin voll funktionsfähig.
Genesis hat seit der Insolvenz des ehemals angesehenen Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC) im Sommer mit Problemen zu kämpfen. Berichten zufolge hatte das Unternehmen 3AC 2,4 Milliarden US-Dollar geliehen. Zusätzlich verklagt die Digital Currency Group den insolventen Hedgefonds auf 1,2 Milliarden US-Dollar.
Der Zusammenbruch von FTX war ein weiterer schwerer Schlag. Im Zuge der sich ausbreitenden Krise kamen Berichte ans Licht, wonach der Kreditgeber auch der Schwesterfirma von FTX, Alameda Research, Geld schuldete.
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