- Der Treuhänder von QuadrigaCX beabsichtigt, etwa 30 Millionen Dollar, die bisher von der Börse und ihrem Gründer zurückerlangt wurden, zu verteilen.
- EY hat heute bei Gericht einen Antrag eingereicht, in dem das Unternehmen darlegt, wie es die Gelder verteilen will.
Ernst & Young (EY), der vom Insolvenzverwalter im laufenden Konkursverfahren von QuadrigaCX eingesetzt wurde, bemüht sich seit Jahren darum, den Nutzern der Börse nach dem Tod des Gründers Gerald Cotten den Ausgleich ihrer Verluste zu ermöglichen. Heute hat EY einen Vorschlag zur Entschädigung der betroffenen Nutzer eingereicht. Bislang konnte der Insolvenzverwalter lediglich knapp 30 Millionen US-Dollar von der Börse und dem Vermögen des Gründers zurückerhalten.
QuadrigaCX-Verschluss
QuadrigaCX war eine in Kanada ansässige Kryptowährungsbörse. Sie wurde von Cotten gegründet, der 2018 verstarb. Der Tod des Gründers führte schließlich dazu, dass das Management im April letzten Jahres Insolvenz anmeldete. EY wurde zum Insolvenzverwalter bestellt, was sich aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den Verbindlichkeiten und dem Vermögen der kanadischen Börse als schwierig erwies. Insgesamt 76.000 Kunden waren von der Schließung der Börse betroffen.
Wie berichtet, soll der Gründer Kundengelder zur Finanzierung eines anderen Systems verwendet haben, was die Diskrepanz erklären könnte. Der Treuhänder behauptete zudem, der Gründer habe die Kundengelder für einen luxuriösen Lebensstil genutzt, was nach seinem Tod zu den bestehenden Schulden geführt habe. Laut den Angaben schuldet die Börse 90 Millionen kanadische Dollar und etwa 6 Millionen US-Dollar. Die Kunden beanspruchten insgesamt 24.427 Bitcoin (BTC), 65.457 Ether (ETH), 87.031 Litecoin (LTC), 7.723 Bitcoin Cash (BCH), 7.098 Bitcoin SV (BSV) und 17.934 Bitcoin Gold.
EY-Allokationsstrategie
Der Insolvenzverwalter von QuadrigaCX hat bisher rund 29,8 Millionen US-Dollar der 171 Millionen US-Dollar an Kundenforderungen eingetrieben. Diese Summe konnte zurückerlangt werden, nachdem der Großteil des Vermögens von Cotten cash . Dem Insolvenzverwalter gelang es, die Gelder zurückzuerhalten, die bei dem von QuadrigaCX während des laufenden Betriebs genutzten Zahlungsdienstleister verblieben waren. Wie EY heute mitteilte , werden die zurückerlangten Gelder und Vermögenswerte in kanadische Dollar umgerechnet und den betroffenen Nutzern gutgeschrieben.
In dem Antrag beantragt der Insolvenzverwalter, dass das Gericht den Kryptowährungskurs zu bestimmten Stichtagen festlegt, anhand dessen die zurückerlangten Gelder verteilt werden sollen. EY fragte, ob der Kryptokurs vom April des Vorjahres, dem Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung der Börse, oder der Kurs vom 5. Februar 2019, als die Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Kryptowährungen hatten, herangezogen werden solle.

