Aktualisierung: Im Zuge der jüngsten Entwicklungen auf dem Gipfeltreffen gab Putin bekannt, dass die BRICS-Staaten keine neue Zahlungsalternative zu SWIFT schaffen wollen. Stattdessen werden sie für internationale Handelsgeschäfte weiterhin ihre nationalen Währungen verwenden.
In seinen Eröffnungsworten beim BRICS-Gipfel sprach Wladimir Putin über alternative internationale Zahlungssysteme und die Entdollarisierung. Er deutete an, dass dies die USA daran hindern würde, den Dollar als politische Waffe einzusetzen.
„Der Dollar wird als Waffe eingesetzt. Das sehen wir ganz deutlich. Ich denke, das ist ein großer Fehler derer, die das tun.“ Wladimir Putin
Putin sagte während seiner Rede auf dem Gipfeltreffen in Kasan, dass der Handel zwischen Russland und China mittlerweile zu 95 % in Rubel und Yuan abgewickelt werde.
Russland arbeitet derzeit auch an einem Zahlungssystem, das mit SWIFT konkurriert. Diese Infrastruktur wird in Belgien angesiedelt sein und als wichtigstes Instrument für internationale Sanktionen dienen.
Der BRICS-Gipfel war seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar vor zwei Jahren die international größte Plattform für Putin, seine Ansichten darzulegen. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten wie der indische Premierminister Narendra Modi, der chinesische Ministerpräsident Li Qiang und der südafrikanischedent Cyril Ramaphosa nahmen an der Veranstaltung teil
Brasilien und Indien wollen die BRICS-Staaten neutral halten, anstatt sich offen antiwestlich zu positionieren
Dem Gipfelbericht zufolge gab es bisher kaum Fortschritte oder Einigungen bezüglich des vorgeschlagenen alternativen Zahlungssystems zur Vermeidung der Abhängigkeit vom US-Dollar im internationalen Zahlungsverkehr. Dieser Vorschlag hat bei einigen BRICS-Mitgliedern, insbesondere in Indien und Brasilien, Zweifel hervorgerufen.
Der brasilianischedent Luiz Inácio wandte sich per Videoübertragung an den Gipfel. Er appellierte an die BRICS-Staaten, sich auf wichtige globale Probleme wie Armut, Gesundheitswesen und Bildung zu konzentrieren, anstatt die Welt in „Freunde und Feinde“ einzuteilen.
Indien favorisiert Brasilien, um zu verhindern, dass BRICS als antiwestliches Bündnis dargestellt wird, was Russland und China befürworten würden.
Der Gipfel umfasste auch Diskussionen über die Zukunft der BRICS-Staaten. Ursprünglich zählte diese Organisation bei der Veranstaltung 2023 in Südafrika nur fünf bis neun Mitglieder. Es werden potenzielle neue Mitglieder wie Kuba, Bolivien, Nigeria, die Türkei und Uganda erwartet.

