Dezentrale Perpetual Futures haben einen wichtigen Meilenstein erreicht: Ihr monatliches Handelsvolumen überstieg im Oktober 1,3 Billionen US-Dollar, was fast einer Verdopplung gegenüber September entspricht.
Es war auch das erste Mal, dass das monatliche Handelsvolumen an dezentralen Börsen (DEXs) die Marke von einer Billion Dollar überstieg, was beweist, dass sie gegenüber konkurrierenden zentralisierten Börsen (CEXs) an Boden gewinnen.
Das offene Interesse (OI) an Perps wurde auf etwa 17,9 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Laut der DeFi Datenanalyseplattform DeFiLlamabetrug das monatliche Handelsvolumen von On-Chain-Perpetual-Tokens im September über 738 Milliarden US-Dollar.

Täter werden vom Nischenexperiment zum Billionen-Dollar-Motor
Perpetual Futures, Kryptoderivate, mit denen Händler auf Preise ohne Verfallsdatum wetten können, waren lange Zeit das Terrain großer zentralisierter Börsen wie Binance, Coinbase und OKX. Doch da diese Börsen im vergangenen Jahr ihre Risikokontrollen und Compliance-Regeln verschärft haben, verlagert sich ein wachsender Anteil der Liquidität auf die Blockchain.
Dezentrale Plattformen wie Hyperliquid, Lighter, EdgeX und solche, die auf Ethereum und Arbitrum basieren, haben die Lücke gefüllt und im letzten Monat ein nominelles Handelsvolumen von mehr als einer Billion Dollar abgewickelt.
Der Sentora-Forscher Juan Pellicer schrieb, dass der Wandel hin zum On-Chain-Handel durch das strengere Risikomanagement und die reduzierten Market-Making-Aktivitäten an zentralen Börsen vorangetrieben wird.
On-Chain-Protokolle haben neue Ausführungsmodelle entwickelt, die auf Nischenhändler und langsamer agierende Händler, den „Long Tail“ des Marktes, zugeschnitten sind und gleichzeitig Transparenz und Komponierbarkeit bieten.
„On-Chain-Derivate sind kein Randphänomen mehr“, heißt es im Sentora-Bericht. „Sie sind mittlerweile der wichtigste Hebel im Kryptobereich und prägen die Art und Weise, wie Risiken im System übertragen werden.“
Die Zinssenkungen der Fed verstärken die Hebelwirkung der Nachfrage
der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Zinssenkung, die zweite in diesem Jahr, hat die Kosten der Dollarfinanzierung gesenkt und damit indirekt die Risikobereitschaft bei Fremdkapitalanlagen erhöht. Durch die Senkung der kurzfristigen Zinsen hat die Fed das Halten vollständig finanzierter Spot-Positionen im Vergleich zu gehebelten Positionen über Perpetual Securities weniger attraktivtrac.
Durch niedrigere Basiszinssätze steigt der Schattenwert der Sicherheiten, was auch die „USD-Finanzierungsalternativen“ verringert und somit das „Perp-Exposure im Vergleich zum Halten vollständig finanzierter Spot-Konten“ effektiv günstiger macht
Die Marktturbulenzen vom 10. Oktober spielten eine wichtige Rolle
Andere Berichte deuten darauf hin, dass dieses Rekordvolumen möglicherweise mit dem kurzen Markteinbruch vom 10. Oktober zusammenhängt. Derdent, der durch die Ankündigung vondent Donald Trump über weitere Zölle auf China ausgelöst wurde, führte zu dem bis dato größten Liquidationsereignis auf dem Kryptomarkt.
Einige große zentralisierte Börsen (CEXs) erlebten aufgrund des hohen Handelsvolumens und des Drucks der Nutzer Ausfallzeiten und Störungen, was mehr Händler dazu veranlasste, dezentrale Börsen (DEXs) stärker zu nutzen.
Hyperliquid, die führende Perpetual-DEX, verzeichnete am 10. Oktober die Liquidation von mehr als 1.000 Wallets. An diesem Tag erreichten die On-Chain-Perpetual-Märkte ein Rekord-Handelsvolumen von 78 Milliarden US-Dollar an einem einzigen Tag, was Beobachtern zeigte, dass sich dezentrale Plattformen weiterentwickelt haben und bereit sind, im selben Bereich wie ihre zentralisierten Pendants zu spielen.

