Laut Daten von CNBC hält Nvidia jetzt mehr als 8 % des S&P 500, die größte Gewichtung einer einzelnen Aktie im Index seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1981.
Der Marktwert des Unternehmens schloss am Montag bei rund 4,5 Billionen US-Dollar und sicherte ihm damit einendentEinfluss auf den Leitindex. Dieser historische Anteil am Index ist das Ergebnis eines massiven Kursanstiegs, der seit Ende 2022 durch die hohe Nachfrage nach den Chips des Unternehmens befeuert wird.
Der Aufwärtstrend war ungebrochen. Die Nvidia-Aktie legte 2023 um 239 % zu, 2024 um 171 % und stieg bis zum Handelsschluss am Montag bereits um 36 % im Jahr 2025. Allein in den letzten drei Monaten, als sich der Markt vom zollbedingten Einbruch im April erholte, legte die Aktie um 56 % zu.
Fast neun von zehn Wall-Street-Analysten, die das Unternehmen beobachten, empfehlen die Aktie zum Kauf. Laut FactSet-Daten wird die Aktie derzeit mit dem 59-Fachen des Gewinns der letzten zwölf Monate gehandelt, was die hohe Nachfrage der Anleger nach dem Unternehmen im KI-Markt widerspiegelt.
China-Risiken und politische Abkommen
Der DA-Davidson-Analyst Gil Luria, der Nvidia neutral bewertet, setzte ein Kursziel von 135 US-Dollar fest, was einem Kursrückgang von 26 % gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht. Er nannte China als Hauptrisiko.
Offizielle Berichte weisen zwar niedrige zweistellige Zuwachsraten bei den Exporten nach China aus, doch Luria merkte an, dass viele weitere Lieferungen indirekt dorthin gelangen, entweder an chinesische Firmen im Ausland oder über Wiederverkäufer, die die Produkte ins Land bringen. „Ein großer Teil ihrer Umsätze ist durch weitere Maßnahmen der USA oder durch zusätzliche Beschränkungen seitens Chinas gefährdet“, sagte er.
Am Wochenende berichtete die Financial Times, dass Nvidia und Advanced Micro Devices eine Vereinbarung mit der US-Regierung getroffen haben, wonach sie 15 % der Einnahmen aus in China verkauften Chips im Austausch für Exportlizenzen abgeben werden.
Wells Fargo schätzte, dass der Deal das Wachstum von Nvidia um mehr als 20 % steigern könnte. Luria sagte, die Vereinbarung könnte den Verkauf des B30-Chips noch in diesem Jahr oder im Jahr 2026 ermöglichen, betonte aber, dass der Ausgang weiterhin ungewiss sei.
Infrastrukturengpässe und zunehmender Wettbewerb
Selbst bei rekordhoher Nachfrage könnte Nvidias Produktionskapazität durch die Infrastruktur begrenzt sein. Laut Luria kommt es derzeit nicht aufgrund von Chip-Mangel zu Verzögerungen, sondern aufgrund der Anforderungen der Rechenzentren.
Die Betreiber benötigen ausreichende Kapazitäten im Stromnetz und in den Klimaanlagen, um die Chips zu betreiben, und diese Ressourcen sind bereits jetzt stark ausgelastet. Er warnte davor, dass der steigende Strombedarf der Rechenzentren so rasant zunimmt, dass die Stromverfügbarkeit selbst das Wachstum von Nvidia bremsen könnte.
Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei One Point BFG Wealth Partners, äußerte eine weitere Bedenken: den Wettbewerb. Amazon Web Services entwickelt Alternativen zu Nvidias GPUs, um die Kosten für das KI-Training zu senken.
Boockvar merkte an, dass Nvidias aktuelle Bruttogewinnmarge von 75 % schwer zu halten sein wird, da der Halbleitermarkt weiterhin wettbewerbsintensiv und konjunkturabhängig ist. Er fügte hinzu, dass einige von Nvidias größten Kunden ebenfalls daran arbeiten, direkte Konkurrenten zu werden, was letztendlich Nvidias Vormachtstellung im Bereich der KI-Infrastruktur untergraben könnte.
Nvidias beispielloser Einfluss auf den S&P 500 verknüpft die Indexperformance eng mit dem Aktienkurs. Zwar wurde der Aufstieg durch die Nachfrage nach KI-Chips befeuert, doch die Bedrohungen durch politische Spannungen, Energieengpässe und aggressive Wettbewerber bleiben bestehen.

