Die Nintendo-Aktie ist in den letzten Wochen stark gestiegen und hat ein Niveau erreicht, das seit sieben Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Händler und Fans warten gleichermaßen gespannt auf die Vorstellung der Switch 2. Die Anleger sind neugierig, was Nintendo bei seiner Präsentation am Mittwoch, dem 2. April, um 9 Uhr ET (16 Uhr MEZ) vorstellen wird.
Im bevorstehenden Nintendo Direct-Event werden voraussichtlich wichtige Details wie Preise, Funktionen, Spieleaufstellung und ein mögliches Veröffentlichungsdatum enthüllt.
Die Bedeutung dieser Enthüllung ist groß. In den vergangenen zwölf Monaten stiegen die Nintendo-Aktien um rund 25 Prozent – eine Performance, die selbst angesichts der allgemeinen Kursgewinne des japanischen Topix-Index heraussticht. Der Kursanstieg trieb die Marktkapitalisierung des Unternehmens kurzzeitig auf über 100 Milliarden US-Dollar.
Die anhaltende Zollpolitik der Trump-Regierung hat die Kosten für in bestimmten Regionen produzierte Waren in die Höhe getrieben und Befürchtungen geweckt, dass die Switch 2 am Ende teurer sein könnte, als manche bereit sind zu zahlen. Der britische Japan-Aktienanalyst Pelham Smithers warnt, dass ein hoher Preis die Begeisterung der Verbraucher dämpfen könnte. „Wenn sie tatsächlich 449 oder 499 Dollar kosten soll, wie viele vorhersagen, ist das sehr teuer – und das noch vor den Zolldiskussionen“, sagte er.
Der endgültige Preis des Geräts könnte einen großen Einfluss auf seinen Erfolg auf dem Markt haben, insbesondere in Nordamerika, wo die Kosten für Konsolenspiele bereits kritisch hinterfragt werden.
Hinzu kommt die Frage der Leerverkäufe und wie diese die allgemeine Marktstimmung widerspiegeln. Daten von S&P Global zeigen, dass die Leerverkäufe von Nintendo-Aktien kürzlich auf über 1,8 % des Streubesitzes gestiegen sind und damit fast den höchsten Stand seit etwa einem Jahr erreicht haben.
Einige Analysten gehen davon aus, dass der Aktienkurs korrigieren könnte, falls die am Mittwoch präsentierten Details die Markterwartungen nicht übertreffen. Smithers merkte an: „Die positive Entwicklung von Nintendo im letzten Jahr verdeutlicht das Aufwärtspotenzial.“ Anders ausgedrückt: Sollte die Präsentation der Switch 2 lediglich zufriedenstellend und nicht herausragend ausfallen, könnte die Aktie einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben.
Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Nintendo hat für Aufsehen gesorgt. Die Aktie des Unternehmens notiert seit zwei Monaten beim 30-Fachen des geschätzten zukünftigen Gewinns – ein Niveau, das zuletzt Anfang 2018 erreicht wurde. Diese Bewertung ist höher als die vergleichbarer Konsolenhersteller wie Sony und Microsoft, was laut einigen Beobachtern einen möglichen Markteinbruch verstärken könnte, falls die Funktionen der Switch 2 enttäuschen.
Dennoch bleiben viele Analysten optimistisch: 21 Analysten empfehlen die Konsole zum Kauf, acht raten zum Halten und drei zum Verkauf. Befürworter argumentieren, die Konsole könne Nintendos Umsatzwachstum wieder ankurbeln, das sich in den späteren Jahren der ursprünglichen Switch abgeschwächt hatte.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Begeisterung für neue Nintendo-Hardware-Produkte kurzfristig zu Kursrückgängen führen kann, wenn die Marktentwicklung die Details als enttäuschend empfindet. Als die erste Switch im Januar 2017 vollständig vorgestellt wurde, fielen die Aktien des Unternehmens in der darauffolgenden Woche um etwa 6 %.
Robin Zhu, Analyst bei Sanford C. Bernstein, hält einen ähnlichen – wenn nicht sogar größeren – Kursverfall für möglich, da die Nintendo-Aktie deutlich höher notiert als 2017. „Es wäre keine Überraschung, wenn es nach der Ankündigung der Switch 2 zu Gewinnmitnahmen käme“, sagte er. Laut Zhu werden die Verluste „wahrscheinlich höher ausfallen als bei der letzten Hardware-Präsentation“, da die Aktie im Vorfeld der neuen Konsole so stark gestiegen war.
Am Mittwoch wird Nintendo Direct Details zu Switch 2 enthüllen
Bereits im Januar veröffentlichte das Unternehmen ein kurzes Teaser-Video für die Switch 2, das nicht viel verriet. Es bestätigte jedoch die Existenz eines neuen Mario Kart-Spiels. Der Teaser deutete außerdem an, dass die Joy-Con-Controller möglicherweise Verbesserungen erhalten, darunter eine neue „C“-Taste, deren Funktion noch unbekannt ist. Einige Patentanmeldungen legen nahe, dass Nintendo es Nutzern ermöglichen könnte, einen Controller ähnlich wie eine Computermaus zu bedienen, dies ist jedoch noch nicht bestätigt.
Während der Nintendo Direct-Präsentation am Mittwoch erwarten die meisten Branchenbeobachter konkrete Details zu Hardware und Software. Die Leistung der Konsole im Vergleich zu anderen Systemen ist Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Einige glauben, sie könnte die Grafikleistung einer PlayStation 4 Pro erreichen oder sogar übertreffen. Andere vermuten, sie könnte der Leistung eines beliebten Handheld-PCs wie dem Steam Deck ähneln.
Wie dem auch sei, es gibt Gerüchte, dass die Switch 2 DLSS-Upscaling für 4K-Auflösung nutzen könnte, wenn die Konsole an eine Dockingstation angeschlossen ist. Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es ein bedeutender Fortschritt gegenüber der ursprünglichen Switch, die im Docking-Modus maximal 1080p unterstützt.
Die Kompatibilität mit Spielen von Drittanbietern steht ebenfalls im Fokus. Laut Smithers würde die Möglichkeit, aufwendig produzierte Titel zu spielen, die auf der ursprünglichen Switch nicht verfügbar waren – wie sie beispielsweise auf Sonys PlayStation oder Microsofts Xbox zu finden sind –, die Attraktivität der Switch 2 deutlich steigern. Je mehr Spiele auf Nintendos neuem Gerät spielbar sind, desto besser kann es im Konsolenmarkt konkurrieren.
Berichte von Insider Gaming deuten darauf hin, dass Juni der Veröffentlichungstermin sein könnte, was zu Nintendos üblicher Vorgehensweise passt, neue Hardware kurz vor oder während der Sommermonate auf den Markt zu bringen. Sicher ist jedoch nur, dass die Konsole voraussichtlich nach dem 2. April erscheint.
Es ist auch möglich, dass Nintendo den Marktstart verschiebt, falls die Lieferkette oder die Zollsituation die Herstellung und den Vertrieb erschwert.
Die Kosten der Konsole sind die größte Frage. Einem kürzlich erschienenen Bericht von Bloomberg zufolge sollten sie mindestens 400 US-Dollar betragen, viele Beobachter halten 449 oder sogar 499 US-Dollar für realistischer. Der endgültige Preis wird voraussichtlich von der globalen Wirtschaftslage sowie von den Verhandlungen Nintendos mit den Produktionspartnern abhängen. Ob das Unternehmen einen niedrigen Preis anstrebt, um die Marktdurchdringung zu maximieren, oder einen höheren Preis festlegt, um die Gewinnmargen zu sichern, bleibt abzuwarten.
Was Software angeht, erwarten Nintendo-Fans gut getimte Franchise-Neuerscheinungen. Mario, Pokémon und Zelda haben die Hardware-Verkäufe über die Jahre hinweg kontinuierlich angekurbelt, da jede neue Veröffentlichung sowohl langjährige Spieler als auch Neueinsteiger zum Kauf des neuesten Geräts animiert. Sollte die Switch 2 zum Verkaufsstart oder kurz danach mit mehreren Nintendo-eigenen Spielen aufwarten, wäre das ein klarer Vorteil für Nintendo.
Neben den Spielen erhoffen sich Beobachter ein verbessertes Betriebssystem für die Konsole, inklusive potenziell erweiterter Online-Funktionen. Nintendo hinkte in der Vergangenheit im Online-Bereich anderen Konsolenherstellern hinterher, hat aber mit Nintendo Switch Online Fortschritte erzielt.

