Offizielle Vertreter von Nexperia in den Niederlanden erklärten, sie begrüßten die jüngsten Äußerungen sowohl der Vereinigten Staaten als auch Chinas, die darauf hindeuten, dass die Hindernisse, die das Unternehmen am Export seiner Chips hindern, möglicherweise aufgehoben werden.
Das Unternehmen erklärte am Sonntag, sein „Fokus liege nun darauf, eine stabile Versorgung der Kunden sicherzustellen“, wie aus den gegenüber Reportern abgegebenen Erklärungen hervorgeht.
Nexperia äußerte sich nicht zu den Äußerungen ihrer chinesischen Tochtergesellschaft, die erklärte, sie beabsichtige, die Schritte hin zu einer unabhängigerendentzu beschleunigen.
Niederländische Beamte erklärten, sie führten weiterhin Gespräche mit ihren chinesischen Kollegen, der US-Regierung sowie Vertretern der Automobil- und Halbleiterindustrie, um, wie sie es nannten, einen „konstruktiven Weg nach vorn“ zu finden
Der Streit um die Kontrolle des Unternehmens hat bereits zu Engpässen geführt und in der globalen Automobilindustrie Besorgnis ausgelöst.
Automobilhersteller weltweit verlassen sich auf Nexperia , um große Mengen an grundlegenden Halbleiterbauteilen zu beziehen, die in nahezu jedem Automodell auf den Straßen verwendet werden.
Diese Komponenten sind klein und kostengünstig, verbinden aber Batterien mit Motoren, betreiben Sensoren, steuern Bremssysteme, Airbags, versorgen Bildschirme mit Strom und betätigen elektrische Fensterheber.
Aufgrund von Lieferengpässen warnen die Automobilhersteller vor Produktionskürzungen, sollte die Situation andauern.
Regierungen reagieren auf Eigentumsfragen und den Kampf um die nationale Sicherheit
Nexperia gehört dem chinesischen Unternehmen Wingtech, und die niederländische Regierung übernahm im Oktober die Kontrolle über den Chiphersteller auf Grundlage eines nationalen Sicherheitsgesetzes aus der Zeit des Kalten Krieges.
Offizielle Stellen äußerten ihre Besorgnis darüber, dass Wingtech plane, geistiges Eigentum auf ein anderes, von ihr kontrolliertes Unternehmen zu übertragen.
Ein niederländisches Gericht suspendierte im selben Zeitraum den Nexperia-CEO Zhang Xuezhen wegen Misswirtschaft, was die Spannungen in dem Streit noch weiter verschärfte.
China reagierte Wochen später, indem es die Ausfuhr von in China hergestellten oder verarbeiteten Nexperia-Chips aus dem Land untersagte.
Das wirkte sich sofort auf die Lieferkette aus, da etwa 70 % der Chips von Nexperia zwar in Europa produziert werden, aber in China montiert und getestet werden, bevor sie an Automobilhersteller in Europa und anderen Regionen geliefert werden.
Da die Lieferungen eingestellt wurden, teilte Nexperia den Autoherstellern mit, dass sie die Versorgung nicht mehr garantieren könne.
Inzwischen haben westliche Regierungen die Kontrollen von Unternehmen verstärkt, die mit chinesischen Technologienetzwerken verbunden sind.
Die Vereinigten Staaten setzten Wingtech im Dezember 2024 auf eine staatliche schwarze Liste mit der Begründung, das Unternehmen habe „die Bemühungen der chinesischen Regierung unterstützt, Unternehmen mit sensiblen Halbleiterfertigungskapazitäten zu erwerben“
Die Schwarze Liste schränkte Wingtechs Zugang zu amerikanischer Technologie ein und verschärfte denmatic Druck auf Nexperia.
Die Gespräche zeigen Anzeichen von Fortschritt, aber es bleiben Risiken bestehen
Am Samstag fanden in Europa Treffen statt, bei denen Beamte versuchten, die Spannungen abzubauen. Berichten vom Freitag zufolge planen die Vereinigten Staaten, Nexperia die Wiederaufnahme der Exporte im Rahmen eines Abkommens zu gestatten, das während der Gespräche zwischendent Donald Trump unddent Xi Jinping ausgearbeitet wurde.
Am Samstag gaben chinesische Beamte bekannt, dass bestimmte Nexperia-Produkte von den Exportkontrollen ausgenommen werden. Das chinesische Handelsministerium erklärte, man werde „die tatsächliche Situation des Unternehmens umfassend prüfen und die entsprechenden Exporte von den Kontrollen ausnehmen“
Das Ministerium hat nicht näher spezifiziert, welche Produkte dafür in Frage kommen.
Die Automobilhersteller, darunter Volkswagen, Nissan und Mercedes-Benz, hatten bereits Ende Oktober gewarnt, dass Lieferprobleme zu Produktionskürzungen führen könnten.
Während die Autohersteller in der Regel kleine Chipreserven vorhalten und manchmal auf Ersatzlieferanten ausweichen können, betonten sie, dass ein schneller Lieferantenwechsel schwierig sei, da diese Chips tief in die Fahrzeugtechnik und die Sicherheitssysteme integriert seien.
Nexperia erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen produziert Milliarden von Chips, die als Basis für alltäglichetrondienen, nicht nur für Automobile. Diese Komponenten sind überall dort zu finden, wo Strom fließt.
Wenn die Ausnahmeregelungen und der Exportrahmen endgültig festgelegt werden, könnte dies den unmittelbaren Druck auf die Automobilhersteller verringern.
Der umfassendere Streit um die Kontrolle über Nexperia, die Steuerung der Technologie und die Sicherheitsaufsicht ist jedoch weiterhin ungelöst. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, und die Lieferkette bleibt fragil.

