Meta kehrt in die Kryptowelt zurück, aber diesmal ohne großes Aufsehen.
Das Unternehmen hat damit begonnen, eine kleine Gruppe von Facebook-Kreativen in Kolumbien und auf den Philippinen mit USD Coin (USDC) zu bezahlen, einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin.
Dies stellt eine deutliche Abkehr vom gescheiterten Libra-Projekt (später Diem) dar. Anstatt eine eigene Währung einzuführen, nutzt Meta nun die bestehende Blockchain-Infrastruktur, um Geld schneller und kostengünstiger zu transferieren.
Die Kreativen im Pilotprojekt erhalten ihre Auszahlungen über Solana und Polygon. Das Ziel ist einfach: Verzögerungen und Gebühren im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Zahlungen reduzieren.
Ein Sprecher von Meta erklärte, das Unternehmen prüfe Stablecoins als Teil seines breiteren Zahlungsangebots.
Wie Kreative tatsächlich bezahlt werden
Theoretisch ist der Prozess einfach, erfordert aber dennoch einige zusätzliche Schritte.
Schrittweiser Auszahlungsprozess:
- Wallet verknüpfen – Verbinden Sie eine Krypto-Wallet wie MetaMask oder Phantom.
- Verdienen – Einnahmen stammen aus Facebook-Tools wie Anzeigen oder Abonnements.
- USDC empfangen – Zahlungen treffen in USDC über Solana oder Polygon
- Überweisung an eine Börse – Gelder an eine Kryptobörse transferieren
- Auszahlung – In Landeswährung umrechnen und auf ein Bankkonto überweisen
Meta wandelt USDC nicht in cashum. Dieser letzte Schritt obliegt dem Ersteller, einschließlich aller damit verbundenen Gebühren.
Das Unternehmen arbeitet mit Stripe zusammen, um die Steuerberichterstattung für diese Auszahlungen zu unterstützen.
Metas früherer Vorstoß im Kryptobereich zielte darauf ab, das globale Finanzwesen umzugestalten. Er scheiterte.
Das Unternehmen verfolgt nun einen bodenständigeren Ansatz und nutzt einen bestehenden Stablecoin anstatt einen neuen zu entwickeln. Das reduziert den regulatorischen Druck und ermöglicht es, den Fokus auf die Verbesserung des Zahlungsverkehrs anstatt auf die Neuerfindung von Geld zu richten.
Warum Kolumbien und die Philippinen?
Die Einführung konzentriert sich auf Märkte, in denen die Zahlungsabwicklung langsam und teuer sein kann.
In den Philippinen sind viele Kreative auf grenzüberschreitende Einnahmen angewiesen. Traditionelle Auszahlungen können Tage dauern und sind mit hohen Gebühren verbunden. Stablecoins können Zeit und Kosten reduzieren, insbesondere bei kleineren Zahlungen.
Kolumbien steht vor ähnlichen Problemen, da der Zugang zu Bankdienstleistungen außerhalb der großen Städte ungleich verteilt ist. Mobile Krypto-Wallets könnten eine zugänglichere Alternative darstellen.
Dennoch bleibt die Umwandlung von Kryptowährungen in cash eine Hürde. Nutzer sind auf Kryptobörsen angewiesen, was zusätzliche Kosten und Komplexität mit sich bringt.
Einige führende Köpfe der Krypto-Szene sehen dies als Wendepunkt, noch nicht wegen des Umfangs, sondern wegen der Absicht.
Meta ist nicht allein. Unternehmen wie Shopify ermöglichen Händlern mittlerweile die Annahme von USDC. Andere, darunter Western Union und DoorDash, prüfen Zahlungen auf Basis von Stablecoins für internationale Überweisungen und die Arbeit von Gig-Workern.
Marc Boiron, CEO von Polygon Labs, sagte, dass Metas Programm bis Ende 2026 auf mehr als 160 Länder ausgeweitet werden könnte, was darauf hindeutet, dass es über ein kleines Pilotprojekt hinausgehen könnte.
Was es bedeutet
Für Kreative ist das Versprechen klar: schnellere Zahlungen und potenziell niedrigere Gebühren.
Doch die Nutzung ist noch nicht reibungslos. Die Verwaltung von Wallets, die Abwicklung von Überweisungen und die Umwandlung von Kryptowährungen in cash erfordern weiterhin Aufwand.
Für Meta ist dies eine ruhigere Rückkehr zu Kryptowährungen. Keine vollmundigen Versprechen. Keine neue Währung.
Es ist einfach eine kalkulierte Wette darauf, dass schnellere, grenzenlose Zahlungen diesmal ausreichen könnten, um die Leute zu überzeugen.

