Die Zufriedenheit der Amerikaner mit der US-Wirtschaft steigt, dochdent Joe Biden erntet für diesen Aufschwung weder Anerkennung noch Lob. Im immer hitzigerdentPräsidentschaftswahlkampf mit Donald Trump als Gegenkandidaten richtet sich das Augenmerk unerbittlich auf Bidens Fähigkeit, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wirtschaftspolitik zurückzugewinnen.
Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass sich eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung finanziell gut fühlt oder zumindest über die Runden kommt – ein Anstieg von 43 % auf 48 % seit November 2023. Auch der Anteil derjenigen, die die US-Wirtschaftslage als „ausgezeichnet“ oder „gut“ bewerten, ist von 21 % auf 30 % gestiegen. Trotz dieser positiven Zahlen hat sich Bidens Zustimmung zu seiner Wirtschaftspolitik nicht von den niedrigen 36 % verbessert, während 59 % der Befragten ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen.
Erik Gordon von der Universität Michigan beleuchtet das Dilemma eindrücklich und weist auf die große Zahl derer hin, die mit Bidens Wirtschaftspolitik unzufrieden sind. Besonders beunruhigend für Bidens Lager sind diedent Wähler, deren Unterstützung für den Wahlsieg entscheidend ist, deren Bewertung seiner Leistung aber noch weniger schmeichelhaft ausfällt.
Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Biden selbstbewusst in den Wahlkampf zieht und dabei unter anderem auf die tron US- Wirtschaft unter seiner Führung setzt. Angesichts des Wachstums im letzten Jahr, das andere große Volkswirtschaften übertraf, des raschen Rückgangs der Inflation und eines dynamischen Arbeitsmarktes, der gerade 275.000 neue Stellen geschaffen und damit die Erwartungen übertroffen hat, scheinen die Wirtschaftsindikatoren für ihn zu sprechen. Dennoch stößt diese Darstellung in der öffentlichen Meinung dent
In seiner Rede zur Lage der Nation ließ Biden die Gelegenheit nicht aus, sich damit zu brüsten, eine Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs übernommen und sie – auch dank Initiativen wie dem Inflationsbekämpfungsgesetz – zum Vorbild für die Welt gemacht zu haben. Sein Triumphzug stößt jedoch auf Skepsis, da beachtliche 60 % der befragten Wähler wirtschaftliche Themen wie Arbeitsplätze und Lebenshaltungskosten als entscheidend für ihredentansehen.
Die Umfrage hebt zudem die Inflation als anhaltendes Problem hervor: 80 % der Wähler spüren die Auswirkungen, wenn auch etwas weniger stark als im November. Interessanterweise verschiebt sich die Schuldfrage für die steigenden Preise: Statt Bidens Politik wird nun vermehrt großen Konzernen vorgeworfen, die Inflation und die anhaltenden Folgen von COVID-19 ausnutzen.
Bidens Versuche, die hohen Preise der Gier der Konzerne anzulasten und Maßnahmen gegen Wucherzinsen und „Schrumpfinflation“ einzuführen, sind bemerkenswert. Dennoch scheint sein Rivale Trump beim wirtschaftlichen Vertrauen der Wähler weiterhin die Nase vorn zu haben. Besonders groß ist die Kluft unter dendent: Nur 16 % von ihnen sprechen sich für Biden aus, verglichen mit 29 % für Trump.
Trotz dieser Herausforderungen gibt Bidens Team nicht auf. Sie verstärken ihre Werbeaktivitäten in den umkämpften Bundesstaaten, in der Hoffnung, die entscheidenden Stimmen der unabhängigendent für sich zu gewinnen.
Die Umfrage verdeutlicht zudem, dass Inflation und Wohnkosten die wichtigsten Themen für die Wähler sind. Trotz der jüngsten Entspannung bleibt die Inflation das größte Problem, wobei die Mehrheit die Profitgier der Konzerne dafür verantwortlich macht. Auch der Wohnungsmarkt steht unter Beobachtung: Steigende Preise und Mieten bereiten den Wählern große Sorgen und stellen Bidens Versprechen zur Entlastung der Wirtschaft infrage.
Militärhilfe, insbesondere für die Ukraine inmitten ihres Konflikts mit Russland, erweist sich als weniger umstrittenes Thema als zuvor, was auf eine Veränderung der öffentlichen Meinung gegenüber außenpolitischen Engagements hindeutet.

