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Hat Bitcoin seinen Tiefpunkt erreicht? Die Volatilität sinkt, die Zweifel steigen

In diesem Beitrag:

  • Bitcoin stabilisiert sich bei rund 70.000 US-Dollar, aber die Stimmung bleibt schwach, wobei die „Angst“ dominiert.
  • Die Volatilität und die Finanzierungsraten sind gesunken, was auf eine Anpassung der Hebelwirkung hindeutet, nicht aber auf ein gestiegenes Vertrauen.
  • Der makroökonomische Druck steigt, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zunimmt und die ölgetriebene Inflation sprunghaft ansteigt.

Der globale Kryptomarkt stabilisiert sich nach einem starken Kursverfall, während Bitcoin versucht, sich bei etwa 70.000 US-Dollar einzupendeln. Die Positionierung an den Derivate- und Makromärkten deutet jedoch darauf hin, dass Händler hinsichtlich der weiteren Entwicklung alles andere alsdent sind. Der Fear-and-Greed-Index zeigt, dass Anleger den Markt weiterhin als von Angst geprägt wahrnehmen.

Laut VanEck-Daten ist der 30-Tage-Durchschnittspreis Bitcoin um etwa 19 % gefallen. Dies trotz der jüngsten Korrektur. Unterhalb dieses Rückgangs hat sich die Lage etwas beruhigt, da die realisierte Volatilität von 80 auf 50 gesunken ist. Zudem haben sich die Futures-Finanzierungssätze von 4,1 % auf 2,7 % verringert.

Dieses Szenario deutet in der Regel darauf hin, dass die aggressive Positionierung – zumindest vorerst – bereits abgeschlossen ist. Bitcoin -Kurs ist in den letzten 60 Tagen um mehr als 25 % gefallen. Ether folgte diesem Trend und verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 33 %.

Der Optionsmarkt mahnt zur Vorsicht

Die Optionsmärkte zeichnen ein anderes Bild. Das Verhältnis der offenen Positionen zu den offenen Positionen im Put- und Call-Bereich ist auf 0,77 gestiegen. Dies ist der höchste Stand seit Juni 2021. Daten zeigen, dass die Put-Prämien im Verhältnis zum Spotvolumen ein Allzeithoch von 4 Basispunkten erreicht haben. Dies deutet darauf hin, dass Händler höhere Preise für die Absicherung gegen Kursverluste zahlen. Solche Situationen treten typischerweise auf, wenn die Unsicherheit hoch ist und nicht beseitigt wird.

Die On-Chain-Aktivität deutet ebenfalls auf eine Abkühlungsphase hin. Das Transfervolumen ist um 31 % gesunken, die täglichen Gebühren um 27 %. Langfristige Inhaber haben ihre Verkäufe verlangsamt, und Miner verkaufen hauptsächlich neu emittierte Bitcoin anstatt ihre Reserven aggressiv abzubauen.

Das makroökonomische Umfeld verändert sich rasant, und genau hier entsteht der eigentliche Druck. Noch vor wenigen Wochen diskutierten die Märkte darüber, wie viele Zinssenkungen die US-Notenbank Federal Reserve im Jahr 2026 vornehmen könnte. Diese Diskussion hat sich jedoch gewandelt. Händler rechnen nun mit einer möglichen Zinserhöhung bereits im April.

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Laut Daten von CME FedWatch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf 12 % gestiegen. Noch vor einer Woche lag sie praktisch bei null. Dies stellt eine deutliche Kehrtwende gegenüber den bisherigen Erwartungen dar. Auch die Inflation hat die Lage nicht verbessert. Die Daten für Februar wiesen eine Inflation von 2,4 % und eine Kerninflation von 2,5 % aus. Beide Werte liegen zwar noch über dem Zielwert, doch das war vor dem jüngsten Anstieg der Ölpreise.

Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran ist der Ölpreis innerhalb von nur drei Wochen um rund 50 % gestiegen. Dieser Preisanstieg hat die Inflationserwartungen unmittelbar beeinflusst. Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, hat bereits darauf hingewiesen, dass sich der „Ölpreisschock“ nun in den Prognosen niederschlägt.

Bitcoin hält sich weiterhintron

Die Anleihemärkte haben schnell reagiert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf rund 4,38 % gestiegen, verglichen mit unter 4 % Anfang März. Ähnliche Entwicklungen sind weltweit zu beobachten, wobei die Renditen britischer Staatsanleihen erstmals seit 2008 die 5-%-Marke überschritten haben.

Inmitten des ganzen Chaos geben Vermögenswerte, die anfänglich vom geopolitischen Schock profitiert hatten, ihre Gewinne wieder ab. Gold, das Anfang des Monats auf rund 5.500 US-Dollar gestiegen war, ist auf etwa 4.569 US-Dollar gefallen. Auch Silber hat nachgegeben und ist von 95 auf etwa 69 US-Dollar gesunken.

Bitcoin zählt seit Beginn des Konflikts weiterhin zu den wertstabilsten Anlagen. Auch die jüngsten ETF-Aktivitäten deuten auf anhaltendes Interesse hin. Im vergangenen Monat wurden einige der höchsten Handelsvolumina aller Zeiten verzeichnet. Vier der umsatzstärksten Tage lagen innerhalb weniger Wochen.

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Laut Santiment-Daten wurden am 2. März ETF-Handelsvolumina von 31,6 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Am 23. Februar folgten 23,2 Milliarden US-Dollar. Am 18. und 19. März wurden jeweils über 21 Milliarden US-Dollar gehandelt. Grayscale berichtet, dass Bitcoin trotz allem weiterhin den Kryptomarkt dominiert. BTC hält einen Marktanteil von rund 90 %. 

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