Der Gründer von Gotbit, Aleksei Andriunin, wurde wegen seiner Beteiligung an illegalen Geldwäschegeschäften zu acht Monaten Haft in einem US-Gefängnis verurteilt.
Das US-Justizministerium (DOJ) hat in den letzten Jahren seine Ermittlungen zu illegalen Aktivitäten auf Plattformen für digitale Vermögenswerte verstärkt. Eine dieser Ermittlungen gegen Gotbit führte nun zur achtmonatigen Haftstrafe des CEO des Unternehmens.
Gotbit-Gründer erhält 8-monatige Haftstrafe
Aleksei Andriunin, Gründer und CEO von Gotbit, wurde von einem US-Bezirksgericht in Massachusetts zu acht Monaten Haft verurteilt. Zusätzlich wurde er für ein Jahr unter Bewährung gestellt.
Der 26-jährige Doppelbürger Russlands und Portugals wurde für schuldig befunden, ein umfangreiches Wash-Trading-System betrieben zu haben, das darauf abzielte, das Handelsvolumen von Kryptowährungen künstlich aufzublähen.
Wash Trading ist eine illegale Praxis, bei der Unternehmen gleichzeitig dasselbe Vermögen kaufen und verkaufen, um einen irreführenden Eindruck von Marktaktivität zu erwecken.
Laut US-Staatsanwaltschaft wickelte Gotbit zwischen 2018 und 2024 solche Transaktionen im Wert von Millionen von Dollar ab. Andriunin wurde im Oktober 2024 in Portugal verhaftet und im Februar 2025 an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.
Im März unterzeichnete er eine Vereinbarung mit dem US-Staatsanwalt für den Bezirk Massachusetts und bekannte sich der Anklage wegen Betrugs durch elektronische Kommunikation und Marktmanipulation schuldig.
Gotbit präsentierte sich als Market Maker für Kryptowährungen und sollte daher Handelsplattformen Liquidität bereitstellen, doch laut Staatsanwaltschaft agierte das Unternehmen eher wie ein Marktmanipulator.
Laut Gerichtsakten und der US-Staatsanwaltschaft entwickelte Gotbit eine Software, die automatisierte Scheingeschäfte auf verschiedenen Plattformen durchführte. Diese künstliche Aktivität, die von der Software generiert wurde, täuschte Datenaggregatoren wie CoinMarketCap und verleitete sowohl Privatanleger als auch große Börsen zu der Annahme, dass die betreffenden Vermögenswerte eine Notierung oder Investition wert seien.
Die Staatsanwaltschaft brachte ein Interview aus dem Jahr 2019 zur Sprache, in dem Andriunin offen beschrieb, wie er einen Code speziell für Wash-Trading entwickelt hatte. Er erklärte, wie diese Transaktionen das Handelsvolumen so weit aufblähen konnten, dass die Filter von CoinMarketCap umgangen wurden und die Token an führenden Börsen wie Binance und Huobi gelistet werden konnten.
Die öffentliche Aufmerksamkeit führte oft zu einem vorübergehenden Preisanstieg dieser Coins, wovon die Entwickler oder frühen Investoren der Token erheblich profitierten.
„Gotbit führte im Auftrag von Kunden Scheingeschäfte in Millionenhöhe durch und erhielt dafür Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe“, so die Staatsanwaltschaft in einer Erklärung. „Andriunin und die Mitarbeiter von Gotbit bewarben diese Scheingeschäfte bei potenziellen Kunden und erklärten, wie Gotbit mehrere Konten nutzte, um die Aufdeckung der Scheingeschäfte in der öffentlichen Blockchain zu vermeiden.“
Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass es sich bei vielen Kunden von Gotbit um Krypto-Startups mit begrenzter organischer Marktnachfrage handelte.
Gotbit bleibt für fünf Jahre in der Warteschleife
Neben Andriunins persönlicher Verurteilung wird auch das von ihm gegründete Unternehmen mit strengen Auflagen belegt. Gotbit wurde laut US-Staatsanwaltschaft zu fünf Jahren Bewährung verurteilt und muss während dieser Zeit den Betrieb vollständig einstellen.
„Dieses Urteil sendet ein klares Signal: Kryptomärkte sind kein rechtsfreier Raum“, erklärte US-Staatsanwalt Joshua Levy in einer öffentlichen Stellungnahme. „Unternehmen, die betrügerische Machenschaften betreiben, um das Handelsvolumen künstlich aufzublähen, Anleger zu täuschen und die Marktintegrität zu manipulieren, werden nach Bundesrecht zur Rechenschaft gezogen.“
Andriunin erhielt im Vergleich zu anderen aufsehenerregenden Fällen von Finanzkriminalität eine relativ kurze Haftstrafe. Sein Fall ist jedoch weiterhin von Bedeutung, da er zentralisierte Börsen dazu veranlassen könnte, ihre Kriterien für zukünftige Onboarding-Prozesse zu überdenken. Der Fall setzt zudem ein Präzedenzurteildent , dass die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden weiterhin gegen kriminelle Akteure im Bereich digitaler Vermögenswerte vorgehen werden.
Andriunin wird voraussichtlich seine achtmonatige Haftstrafe in einem Bundesgefängnis verbüßen, bevor er unter Bewährungsaufsicht steht. Die Staatsanwaltschaft hat bisher nicht bestätigt, ob weitere Personen oder Kunden von Gotbit angeklagt werden.

