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Gold notiert seit fast zwei Jahren ununterbrochen über dem 200-Tage-Durchschnitt

In diesem Beitrag:

  • Der Goldpreis notiert seit November 2023 über seinem 200-Tage-Durchschnitt und verzeichnet damit fast zwei Jahre ununterbrochene Stärke.
  • Der Metallpreis ist seit neun Wochen in Folge gestiegen, eine solche Serie gab es in den letzten fünfzig Jahren nur fünfmal.
  • Investoren ersetzen das alte 60/40-Portfolio durch ein 60/20/20-Modell und nehmen Gold und Kryptowährungen als Kernbestände auf.

Seit fast zwei Jahren hat Gold etwas geschafft, was nur wenigen Anlageklassen gelungen ist: Es hat sich hartnäckig über seinem 200-Tage-Durchschnitt gehalten, einer Linie, die die meisten Händler als eine Art Realitätstest für die Märkte betrachten.

Das ist ein ungewöhnlicher Rekord in der Handelsgeschichte des Metalls und ein Zeichen dafür, dass die Anleger sich in absehbarer Zeit nicht davon abwenden werden. Die Rallye hat sich auch nicht abgeschwächt.

Der Goldpreis ist nun seit neun Wochen in Folge gestiegen, etwas, das in den letzten fünfzig Jahren nur fünfmal vorgekommen ist.

Von Oktober 1975 bis Oktober 2025 gab es 2.601 rollierende Neun-Wochen-Zeiträume, und nur in 0,19 % davon konnte Gold eine derart anhaltende positive Entwicklung verzeichnen. In den vier vorangegangenen Fällen stieg der Goldpreis in den darauffolgenden Monaten weiter an – einen Monat, drei Monate, sechs, zwölf und sogar zwei Jahre später.

Die Situation wirkt vertraut auf diejenigen, die den Markt schon länger beobachten. Lockere Fiskal- und Geldpolitik weltweit und sogar politische Eingriffe in die Unabhängigkeit der Zentralbanken haben Inflationsängste geschürt, die die Realzinsen immer weiter senken.

Hinzu kommt, dass das Weiße Haus unter Trump offen für einen schwächeren Dollar plädiert. Vor diesem Hintergrund erscheint ein zinsloses Gut wie Gold plötzlich alstronAnlage als die meisten Staatsanleihen. Ob der Goldpreis jedoch „zu hoch“ gestiegen ist, bleibt weiterhin Spekulation.

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Es gibt keine Formel für seinen wahren Wert. Aktien erzielen Gewinne, Anleihen Renditen, Gold jedoch nicht. Dennoch hat sich der Goldpreis in fünf Jahren mehr als verdoppelt und ist im letzten Jahrzehnt um über 250 % gestiegen. Das macht die Frage „Wie hoch ist zu hoch?“ schwieriger denn je zu beantworten.

Anleger überarbeiten ihre Portfolios, Gold rückt in den Mittelpunkt

Das altbekannte 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen hat an Attraktivität verloren. Händler und Analysten wenden sich zunehmend einem 60/20/20-Modell zu, bei dem alternative Anlagen wie Gold und Kryptowährungen eine größere Rolle spielen.

Das Problem ist, dass Anleihen nicht mehr die gleiche Schutzwirkung wie früher bieten. Inflation, Staatsverschuldung und geopolitische Risiken führen dazu, dass sich beide Anlageklassen zu oft in dieselbe Richtung bewegen. „Wir beobachten eine verstärkte Nutzung von Produkten außerhalb des Aktien- und Festzinssektors“, so Todd Rosenbluth, Forschungsleiter bei VettaFi.

Das Metall erreichte kürzlich ein Allzeithoch von über 4.300 US-Dollar, ein Anstieg von mehr als 60 % seit Januar, angetrieben durch Käufe der Zentralbanken, die Entdollarisierung und das, was Händler als „Abwertungshandel“ bezeichnen

Steve Schoffstall, Leiter des ETF-Produktmanagements bei Sprott, erläuterte diesen Wandel auf ETF Edge: „Was wir derzeit tatsächlich erleben, ist eine zunehmende Akzeptanz von Gold.“ Er fügte hinzu, dass viele Ökonomen mittlerweile die 60/20/20-Struktur gegenüber der 60/40-Struktur bevorzugen und sagte außerdem: „Die meisten Anleger dürften gut aufgestellt sein, wenn sie 5–15 % ihres Portfolios in physisches Gold investieren.“

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Goldfonds verzeichnen Rekordzuflüsse, da die Nachfrage weiter steigt

Die Rallye wurde von stark steigenden ETF-Zuflüssen begleitet. Sowohl der SPDR Gold Shares (GLD) als auch der iShares Gold Trust (IAU) legten in diesem Monat um rund 11 % zu, und die positive Entwicklung reicht bis Anfang 2025 zurück.

Der World Gold Council gab bekannt, dass Gold-ETFs im September mit fast 11 Milliarden US-Dollar die höchsten monatlichen Zuflüsse aller Zeiten verzeichneten. Allein der Gold-ETF GLD flossen 4 Milliarden US-Dollar zu, und bis Mitte Oktober kamen laut Daten von ETFAction.com weitere 1,3 Milliarden US-Dollar hinzu.

Sprott bestätigte, dass die diesjährigen Mittelzuflüsse in Goldfonds bereits 38 Milliarden US-Dollar überschritten haben. Dieses Ausmaß an Kapitalumschichtung unterstreicht, wie Anleger angesichts fiskalischer Unsicherheit und volatiler Fiat-Währungsmärkte verstärkt auf Sachwerte setzen.

Die Zahlen sprechen für sich: Zwei Jahre über dem 200-Tage-Durchschnitt, neun Wochen ununterbrochene Kursgewinne und Milliardeninvestitionen in goldgedeckte Fonds. Was auch immer die Zukunft bringt, Gold hat bewiesen, dass es nicht nur stabil bleibt, sondern den Begriff „Stabilität“ in einem Markt, der nichts mehr vertraut, was gedruckt wird, neu definiert.

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