China verdrängt amerikanische Technologie, um sein Ziel der technologischen Unabhängigkeit zu erreichen. Lokale Unternehmen in China wurden angewiesen, die Nutzung von Cybersicherheitslösungen bestimmter US-amerikanischer und israelischer Firmen einzustellen, da westliche Technologie als anfällig für Cyberangriffe gilt.
Chinesische Behörden haben lokale Unternehmen angewiesen, die Nutzung von Cybersicherheitssoftware von mehr als zwölf Firmen aus den USA und Israel einzustellen. Hintergrund sind Bedenken, dass westliche Software zum Sammeln und Weiterleiten sensibler chinesischer Daten an ausländische Regierungen missbraucht werden könnte.
Welche Cybersicherheitsunternehmen sind in China verboten?
Die Liste der mit einem Embargo belegten US-Unternehmen umfasst unter anderem die Broadcom-Tochter VMware, Palo Alto Networks und Fortinet. Weitere betroffene große US-Firmen sind CrowdStrike, SentinelOne, Rapid7 und McAfee. Sogar Alphabet-eigene Unternehmen wie Mandiant und Wizstehen auf der schwarzen Liste.
Das Verbot betrifft auch einige israelische Unternehmen, darunter Check Point Software Technologies, Orca Security und Cato Networks. Auch CyberArk, das kürzlich von Palo Alto Networks übernommen wurde, steht auf der Liste. Darüber hinaus wurde Imperva, das sich nun im Besitz des französischen Konzerns Thales befindet, eingeschränkt.
Nach Bekanntwerden der Nachrichtfielen die Aktien von Broadcom am Mittwoch um mehr als 5 %. Palo Alto Networks verzeichnete einen Rückgang von etwa 1 %, während Fortinet um rund 2 % nachgab.
CrowdStrike, SentinelOne und Recorded Future bestätigten ihre Geschäftstätigkeit in China, während andere Unternehmen wie Fortinet drei Niederlassungen auf dem chinesischen Festland und eine in Hongkong betreiben. Broadcom ist mit sechs Standorten in China vertreten, Palo Alto Networks mit fünf.
Warum verbietet China Cybersicherheitsfirmen?
China und die USA befinden sich derzeit in einem intensiven Wettbewerb um die Führungsrolle bei technologischen Innovationen. Peking verfolgt seit Langem die sogenannte „Xinchuang“-Politik, die auf technologische Selbstversorgung abzielt.
Chinesische Beamte äußerten zudem zunehmend Bedenken, dass westliche Ausrüstung von Natur aus anfällig für Hackerangriffe ausländischer Mächte sei, da westliche Cybersicherheitsfirmen häufig chinesische, staatlich geförderte Hackerangriffe behaupten.
Check Point veröffentlichte beispielsweise kürzlich einen Bericht über eine chinesische Operation, die europäische Regierungsstellen ins Visier nahm. Auch Palo Alto Networks erhob kürzlich den Vorwurf, chinesische Hacker würden Diplomaten weltweit angreifen. Peking hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Chinesische Unternehmen stehen ebenfalls unter Druck, zu lokalen Anbietern wie 360 Security Technology und Neusoft zu wechseln. Die USA haben bereits ähnliche Maßnahmen gegen chinesische und russische Firmen ergriffen und die Software von Kaspersky Lab aus Russland im Jahr 2024 verboten.
In jüngster Zeit hat China auch den Druck auf seine staatseigenen Unternehmen erhöht, die Nutzung westlicher Beratungsfirmen und Hardware einzustellen.

