Der von der Fed bevorzugte tracfiel im September stärker als erwartet, was den Druck auf Spekulationen über eine Zinssenkung im Vorfeld der nächsten geldpolitischen Sitzung in der kommenden Woche weiter erhöhte.
Das US-Handelsministerium teilte am Freitag mit, dass der Kern-PCE-Index, der Nahrungsmittel und Energie ausklammert, im Monatsvergleich um 0,2 % und im Jahresvergleich um 2,8 % gestiegen sei.
Die Jahresrendite sank von 2,9 % im August und lag 0,1 Prozentpunkte unter den Prognosen. Die Monatsrendite entsprach genau den Dow-Jones-Konsenserwartungen.
Gleichzeitig stieg der PCE-Index im September um 0,3 Prozentpunkte und erreichte damit eine jährliche Gesamtrate von 2,8 Prozent. Dies entsprach den Analystenprognosen, obwohl der Index gegenüber dem Augustwert um 0,1 Prozentpunkte zulegte.
Diese Zahlen stammen vom Bureau of Economic Analysis, das die verzögerten Daten schließlich veröffentlichte, nachdem die Stilllegung der US-Regierung die Datenerhebung wochenlang unterbrochen hatte.
Die Fed sieht sich vor ihrer Zinsentscheidung mit geteilten Meinungen konfrontiert.
Die US-Notenbank (Fed) nutzt den PCE- Preisindex, insbesondere die Kernversion, als wichtigsten Indikator für ihre Inflationspolitik. Offizielle Stellen geben an, dass die Kernversion besser geeignet ist, die langfristige Preisentwicklung vorherzusagen.
Diese im September veröffentlichten Inflationsdaten sind die letzten, die vor dem Ende der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) am Mittwoch vorliegen werden.
Markthändler spekulieren nicht über den nächsten Schritt der Fed. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen stiegen die Aktienkurse, und die Futures-Märkte rechneten nahezu mit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte. Die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fed sind jedoch weiterhin groß.
Eine Gruppe im FOMC will die Zinsen weiter senken, um den sich abschwächenden Arbeitsmarkt zu bremsen. Eine andere Gruppe befürchtet eine anhaltende Inflation und plädiert für eine restriktive Geldpolitik.
Die Arbeitsmarktdaten senden widersprüchliche Signale. Private Zahlen deuten auf mehr Entlassungen hin, während Daten des Arbeitsministeriums einen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche belegen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist also recht unübersichtlich.
Auch die Verbraucher sind aktiv. Der Bericht enthielt zudem Daten zu Einkommen und Ausgaben. Das persönliche Einkommen stieg im September um 0,4 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte über den Prognosen. Die Ausgaben wuchsen um 0,3 Prozent und blieben damit 0,1 Prozentpunkte unter den Erwartungen.
Preiserhöhungen belasten Waren, Energie und Lebensmittel.
Bei genauerer Betrachtung stiegen die Warenpreise im Berichtsmonat um 0,5 %. Analysten erklärten, die vondent Donald Trump verhängten Zölle wirkten sich weiterhin auf die Lieferketten aus und trieben die Preise für Konsumgüter in die Höhe. Der Dienstleistungssektor legte lediglich um 0,2 % zu und zeigte damit eine schwächere Entwicklung.
Die Lebensmittelpreise stiegen um 0,4 %, die Energiepreise um 1,7 % – ein Zeichen dafür, dass sich die Lage in diesen Sektoren noch nicht beruhigt hat. Trotz steigender Kosten sparen die Menschen weiterhin etwa gleich viel. Die Sparquote der privaten Haushalte blieb unverändert bei 4,7 % – genau wie im August.
Die Verbraucherstimmung bleibt ebenfalls stabil. Ein weiterer Bericht vom Freitag zeigte, dass der Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan Anfang Dezember 53,3 Punkte erreichte, ein Plus von 4,5 % gegenüber November und über der Wall-Street-Prognose von 52 Punkten.
Die Inflationsängste ließen ebenfalls nach. Die Einjahresprognose sank auf 4,1 %, die Fünfjahresprognose auf 3,2 % – beides die niedrigsten Werte seit Januar.

