Facebook plant trotz der ablehnenden Haltung des Landes gegenüber digitalen Währungen einen Testlauf seines Stablecoins in Indien. Anonyme Quellen gaben am 10. Mai 2019 an, dass das Land weiterhin Entwicklungspotenzial besitze.
Seit 2017 verfolgt Indien eine unentschlossene Haltung gegenüber Kryptowährungen. Im Februar 2019 setzte der Oberste Gerichtshof der Regierung eine Frist von vier Wochen, um eine ausgereifte Krypto-Regelung zu erlassen. Die Verhandlung war für den 30. März angesetzt. Da jedoch kein konkretes Ergebnis erzielt wurde, wurde der Termin erneut verschoben.
Am 26. April 2019 wurde bekannt, dass die indische Regierung einen Gesetzentwurf eingebracht hat, der ein umfassendes Verbot von Kryptowährungen vorsieht und alle Akteure im Kryptowährungssektor zum Ausstieg aus dem Geschäft zwingt.
In einer so strafenden Situation wie dieser plant der Social-Media-Riese Facebook, gegen den Strom zu schwimmen.
Der mit Spannung erwartete Facebook-Stablecoin, dessen Markteinführung für das dritte Quartal 2019 geplant ist, wird offenbar zunächst in Indien getestet, da Investoren dort Entwicklungspotenzial sehen. Mit dem Coin können Nutzer grenzüberschreitende Zahlungen über WhatsApp abwickeln.
Obwohl das Blockchain-Projekt von Facebook, auch bekannt als Projekt Libra, nach wie vor ein Geheimnis ist, twitterte Nathaniel Popper, ein Reporter der New York Times, am 9. April, dass der Stablecoin von Facebook an verschiedene Börsen gekoppelt sein wird, um einen stabilen Preis zu gewährleisten.
Update zu Facebooks Kryptowährung: Quellen zufolge sucht Facebook nun nach Risikokapitalgebern, die in das von uns Anfang des Jahres vorgestellte Kryptowährungsprojekt investieren. Angeblich peilen sie hohe Summen an – bis zu einer Milliarde Dollar.
— Nathaniel Popper (@nathanielpopper) 8. April 2019
In seinem darauffolgenden Tweet teilte er mit, dass das Unternehmen auch eine Milliarde Dollar (1 Mrd. USD) für das Projekt anstrebte. Knapp einen Monat später bestätigte ein Bericht des Wall Street Journal Poppers Aussagen, indem er berichtete, dass Facebook mit Visa und Mastercard über eine Finanzierung in Höhe von einer Milliarde Dollar (1 Mrd. USD) verhandelte.
Bislang gibt es noch keine offiziellen Ankündigungen zum Einstieg von Facebook in den Kryptowährungsbereich, doch es dürfte noch Monate dauern. Auch ist noch nichts darüber bekannt, wie Facebook die bestehenden Krypto-Konventionen in Indien infrage stellen will.
Zebpay-CEO Ajeet Khurana, der aufgrund einschränkender Regulierungen den operativen Sitz von Zebpay von Indien nach Malta verlegen musste, ist zuversichtlich, dass Indien Kryptowährungen nicht ablehnen wird, trotz aller gegenteiligen Behauptungen in den Medien.
Der neue Gesetzentwurf hat in der Krypto-Community für großes Aufsehen gesorgt. Ob die Regierung darauf reagiert oder hart gegen Kryptowährungen vorgeht, wird sich erst mit der Zeit zeigen.
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