Die Europäische Union treibt ein neues Sanktionspaket gegen Russlandund leugnet nicht, dass dies globale Folgen haben wird.
Brüssel geht gegen das Öl vor, und zwar nicht nur gegen russische Ölkonzerne, sondern auch gegen jene außerhalb Europas, die Moskau dabei helfen, den cash . Dies ist der bisher härteste Vorstoß des Blocks gegen Russlands Energiehandel, und man ist sich der Auswirkungen auf den Weltmarkt vollkommen bewusst.
Das Update kam am Freitag von derdent der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die sagte, die neuen Maßnahmen der EU würden auf sogenannte „Drittlandakteure“ abzielen, womit sie Unternehmen meinten, die nicht in Europa ansässig sind, aber dennoch mit russischem Öl handeln.
„Wir gehen nun gegen diejenigen vor, die Russlands Krieg durch den Kauf von Öl unter Verstoß gegen die Sanktionen finanzieren“, sagte Ursula. „Wir nehmen Raffinerien, Ölhändler und petrochemische Unternehmen in Drittländern, darunter auch China, ins Visier.“ Rund ein Dutzend Unternehmen aus China und mehrere aus Indien stehen im Fokus der Maßnahmen, wie mit den Plänen vertraute Personen berichten.
Russland zeigt hier seine ganze Verachtung für Diplomatie und Völkerrecht.
Wir erhöhen also den Druck.
Mit unserem 19. Sanktionspaket, das Energie, Finanzdienstleistungen und Handelsbeschränkungen umfasst ↓ https://t.co/uW7HuZp3br
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) 19. September 2025
Trump fordert die EU zu verstärkten Anstrengungen auf, Brüssel hört zu
Dieser Schritt erfolgte nur wenige Tage, nachdem US-Präsidentdent Trump, der nun wieder im Weißen Haus sitzt, Europa zum Handeln gedrängt hatte. Trump forderte die EU-Staats- und Regierungschefs öffentlich auf, den Druck auf Russlands Energiewirtschaft zu erhöhen und Sekundärzölle auf Käufer russischen Öls einzuführen. Nach Ursulas Erklärung scheint Europa nun endlich zuzuhören.
Ein frühes Beispiel ist Nayara Energy, Betreiber einer großen Raffinerie in Indien. Das Unternehmen wurde bereits mit EU-Sanktionen belegt. Diese Maßnahme zeigt, dass Europa in Handelsfragen mit Asien nicht länger zimperlich agiert. Der Ton hat sich geändert. Europa hat es satt, Beziehungen zu schützen, die Russland , die Regeln zu umgehen.
Bislang hat der Ölmarkt keine Panik ausgelöst. Die Preise blieben bis Freitag stabil. Frühere Sanktionsrunden hatten kaum Auswirkungen auf Russlands Exporte. Doch diese Sanktionen sind weitreichender. Rosneft und Gazprom Neft, zwei der wichtigsten Energiekonzerne des Kremls, dürfen nun keine Geschäfte mehr mit EU-Unternehmen tätigen.
Darüber hinaus werden über 100 weitere Tanker mit Sanktionen belegt; 118 davon gehören zur sogenannten Schattenflotte. Damit umfasst die EU-Sanktionsliste über 560 Schiffe. Diese Tanker schmuggelten russisches Öl unbemerkt über die Ozeane. Damit ist jetzt Schluss.
Ursula kündigte außerdem an, dass die EU ihr Verbot von russischem Flüssigerdgas vorziehen will. Die ursprüngliche Frist war 2028. Nun soll es bis Januar 2027 umgesetzt sein. Das ist kein zaghafter Vorstoß. Damit würde Russland Einnahmequelle ein Jahr früher als geplant abgeschnitten.
Die EU gibt zu, dass es weh tun wird, setzt es aber trotzdem um
Trotz allem leugnet die EU nicht die möglichen Folgen. Die Sanktionen werden voraussichtlich Teile des globalen Ölsystems beeinträchtigen. Doch für sielohnt sich der Kompromiss. Sie wollen Moskaus Kriegsmaschinerie dort treffen, wo es weh tut, selbst wenn dies kurz- oder langfristig globale Lieferketten stört.
Aber Fakt ist: Russland macht nur einen kleinen Teil der Weltwirtschaft aus. Genauer gesagt etwa 2,9 %, was rund 2 Billionen Dollar entspricht. Das ist zwar nicht wenig, aber auch nicht genug, um das gesamte System ins Chaos zu stürzen. Europa sieht darin ein überschaubares Risiko. Ein heftiger Schlag, aber kein Weltuntergang.
zwar handelspolitisch Russland ist in die globalen Märkte eingebunden, jedoch nicht eng. Importe und Exporte machen etwas mehr als 40 % des BIP aus. Das ist mehr als in den USA (25 %), aber weniger als in Deutschland (75 %). Betrachtet man jedoch die Integration Russlands in die Lieferketten, spielt es kaum eine Rolle. Von allen WTO- und OECD-Ländern hat es die geringste Bedeutung. In Deutschland werden 30 % der Exporte aus importierten Komponenten gefertigt. In Russlandliegt dieser Anteil unter 10 %. Die einzige Ausnahme bilden Autos, wo er bis zu 20 % beträgt.
Selbst wenn das Land also zusammenbricht, würden Zulieferer in anderen Ländern das kaum bemerken. Russland ist einfach nicht so eng mit Produktionsnetzwerken außerhalb seiner Grenzen verflochten. Wir werden das wahrscheinlich gut überstehen.

