Die Europäische Kommission hat Untersuchungen gegen die chinesische E-Commerce-Plattform AliExpress und das zu Microsoft gehörende soziale Netzwerk LinkedIn wegen ihrer Einhaltung des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) eingeleitet. Dieser Schritt unterstreicht das Engagement der EU für die Durchsetzung von Vorschriften zum Schutz der Verbraucherrechte und zur Bewältigung potenzieller Risiken im Zusammenhang mit digitalen Technologien.
AliExpress-Untersuchung: Gewährleistung des Verbraucherschutzes
AliExpress, eine führende chinesische E-Commerce-Plattform, steht in der Europäischen Union wegen ihrer Verbraucherschutzpraktiken unter Beobachtung. Im Fokus der Untersuchung stehen Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit potenziell illegaler Produkte und pornografischer Inhalte auf der Plattform. Dies ist der erste Fall, in dem ein chinesisches E-Commerce-Unternehmen potenziellen Sanktionen nach dem DSA (Direct Substances Act) ausgesetzt ist.
LinkedIn, das zu Microsoft gehörende berufliche Netzwerk, wird ebenfalls wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die EU-Inhaltsrichtlinien untersucht. Die Untersuchung basiert auf dem Verdacht, dass LinkedIn gegen Vorschriften verstoßen haben könnte, die die gezielte Ansprache von Personen anhand sensibler Daten wie Sexualität, politischer Meinung oder ethnischer Herkunft verbieten. Zivilgesellschaftliche Gruppen reichten eine Beschwerde gegen LinkedIn ein, woraufhin die Europäische Kommission weitere Informationen anforderte.
Zustimmung des Europäischen Parlaments zum Gesetz über künstliche Intelligenz
Das Europäische Parlament hat den weitreichenden Akt zur Künstlichen Intelligenz (KI) separat verabschiedet. Ziel des Gesetzes ist es, Sicherheit und die Einhaltung der Grundrechte zu gewährleisten, Innovationen zu fördern und gleichzeitig die potenziellen Risiken der rasanten technologischen Entwicklung zu adressieren. Der Akt unterstreicht das Engagement der EU für Transparenz im Umgang mit den Bedrohungen durch generative KI, einer Technologie, die beispielsweise durch den Dienst ChatGPT von OpenAI demonstriert wird.
Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt, hat die volle Mobilisierung der Vollzugsteams zur Bekämpfung der Bedrohungen durch generative KI bekräftigt. Die Kommission hat Informationsanfragen zu generativer KI an große Social-Media-Unternehmen und Suchmaschinen gerichtet, darunter Facebook, Snapchat, TikTok, YouTube, X (ehemals Twitter), Instagram, Google und Bing. Diese Anfragen stellen den ersten Schritt dar, bevor formelle Untersuchungen gemäß den neuen Online-Inhaltsvorschriften der EU eingeleitet werden können.
Die Kommission hat Unternehmen eine Frist bis zum 5. April gesetzt, um auf die Bedenken hinsichtlich des Schutzes vor KI-gestützten Wahlprozessen zu reagieren. Bis zum 26. April sollen die Unternehmen umfassende Erläuterungen zu ihren Risikominderungsstrategien vorlegen, einschließlich Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung von Deepfake-Pornografie. Mehrere Unternehmen haben sich freiwillig verpflichtet, gegen die mit KI-gestützten Wahlprozessen verbundenen Bedrohungen vorzugehen und die Notwendigkeit von Transparenz und proaktiven Maßnahmen zum Schutz demokratischer Prozesse betont.

