Hyung Do Kwon betrat am Donnerstag ruhig und gefasst einen Gerichtssaal in Manhattan, als ob die 40 Milliarden Dollar schwere Insolvenz von Terraform Labs nicht auf seinen Schultern lastete. Sein Plädoyer? „Nicht schuldig.“
Doch die US-Regierung meint es ernst. Eine eingereichte fügte der ohnehin schon langen Liste der Vorwürfe den Vorwurf der Geldwäsche hinzu. Wertpapierbetrug, Warenbetrug, Überweisungsbetrug – alles ist darin enthalten.
Die Bundesanwaltschaft behauptet, Kwon habe Terraform Labs wie ein Nebelkerzen-Spektakel geführt und die Investoren mit Lügen gefüttert, während er über 10.000 Dollar an, die sie als „kriminell erworbenes Vermögen“ bezeichnen, über Krypto- und Überweisungen transferiert habe.
Eine 40 Milliarden Dollar teure Illusion
Die Geschichte, die die Staatsanwaltschaft erzählt, ist alles andere als erfreulich. Sie behauptet, die Produkte von Terraform hätten nicht wie beworben funktioniert. Stattdessen seien sie angeblich im Hintergrund manipuliert worden, um die Illusion eines dezentralen Finanzsystems zu erzeugen.
Die südkoreanischen Behörden beschuldigten Kwon des Betrugs und Verstößen gegen die Kapitalmarktgesetze, doch der Mann blieb spurlos verschwunden. Dies löste eine internationale Fahndung aus, die im März 2023 in Montenegro endete, wo er beim Versuch, mit einem gefälschten costa-ricanischen Pass einen Flug in die Vereinigten Arabischen Emirate zu besteigen, festgenommen wurde.
Im Dezember 2024 übergab Montenegro Kwon an US-Behörden. Die Übergabe fand am Flughafen Podgorica statt, und FBI-Agenten brachten ihn umgehend in die USA. Auch Südkorea hatte seine Auslieferung beantragt, doch die USA setzten sich durch.
Kwons Anwälte halten sich bisher bedeckt, doch sie stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Die Regierung verfügt über jahrelange mutmaßliche Falschaussagen, irreführende Social-Media-Beiträge und Beweise für dubiose Finanztransaktionen. Warum macht sich Kwon überhaupt die Mühe?

