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Chinesische Banken erwägen, Hypotheken zu veräußern, um US-Zöllen zu entgehen

In diesem Beitrag:

  • Große chinesische Banken prüfen die Möglichkeit, Schiffsleasingverträge in Hypotheken umzuwandeln.
  • Mit diesem Schritt sollen chinesische Kreditgeber und Reeder vor neuen US-Hafengebühren geschützt werden.
  • Die NFRA hat noch keine Entscheidung getroffen, aber der Fall zeigt, wie die Geopolitik die Schifffahrtsfinanzierung verändert.

Chinas größte Banken erwägen einen ungewöhnlichen Schritt weg von der Schiffsfinanzierung und wollen damit die Risikostrategie des Landes im maritimen Sektor neu ausrichten. Die Leasingabteilungen von mindestens zwei staatlichen Banken befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Pekinger Finanzaufsichtsbehörde über die Umwandlung langfristiger Schiffsleasingverträge in Hypothekendarlehen.

Dies ist ein Abwehrvorschlag gegen die US-Zölle . Durch die Umstrukturierung ihrer Schifffahrtsportfolios wollen sich die Banken vor den hohen US-Hafengebühren schützen, die Mitte Oktober erstmals eingeführt wurden, und möglicherweise auch vor Gebühren chinesischer Reedereien. Branchenkenner betonen die Bedeutung des Zeitpunkts: Einige der größten chinesischen Leasinggesellschaften haben Milliarden von Dollar in Schiffe investiert, die häufig amerikanische Häfen anlaufen, und der allgemeine Handelskrieg dürfte die Spannungen nur noch verschärfen.

Die Nationale Finanzaufsichtsbehörde (NFRA), Chinas oberste Bankenaufsichtsbehörde, verfolgt die Gespräche aufmerksam. Insidern zufolge hat die Behörde noch keine Entscheidung getroffen und prüft die finanziellen Risiken, die mit der Zulassung von Schiffshypotheken durch Banken verbunden sind. Dieser Sektor galt traditionell als zu risikoreich.

Die Gesprächsteilnehmer betonen, dass es sich um einen äußerst sensiblen Prozess handelt. Peking möchte einerseits seine Kreditgeber und Reedereien vor den Maßnahmen Washingtons schützen. Andererseits befürchten die Aufsichtsbehörden, Banken neuen Risiken auszusetzen, da Chinas Finanzsystem bereits durch den schwachen Immobilienmarkt und das verlangsamte Wachstum unter Druck steht.

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Die Beratungen unterstreichen das Ausmaß von Chinas Einfluss in der Schifffahrt. Mit Schiffsanlagen im Wert von fast 100 Milliarden US-Dollar, die bereits langfristig an chinesische Unternehmen verpachtet sind, dominieren chinesische Banken und Leasinggesellschaften den Weltmarkt. Jede Änderung der Finanzierungsstruktur dieser Anlagen hätte weitreichende Folgen für die internationale Schifffahrt und könnte Chinas Stellung als weltweit größter maritimer Kreditgeber verändern.

Chinesische Kreditgeber prüfen Hypothekenmodell für Schiffe

Der Gedanke entstand im August bei einem Treffen zwischen Leasinggesellschaften, Reedern und Vertretern der NFRA. In China spielen Leasinggesellschaften seit über einem Jahrzehnt eine zentrale Rolle in der weltweiten Schiffsfinanzierung trac kauft der Eigentümer das Schiff und verleast es für mindestens zehn Jahre an den Betreiber.

Bei der Umwandlung von Leasingverträgen in Hypotheken kehren sich die rechtliche Haftung und die finanzielle Verantwortung um. Der Schiffseigner bleibt Eigentümer der Schiffe, die Bank finanziert sie jedoch. Hypotheken haben in der Regel eine kürzere Laufzeit – etwa fünf Jahre – und verlagern das Risiko von Marktabschwüngen und Zahlungsausfällen von den Vermietern auf die Betreiber und deren Kreditgeber.

Mit dem Überschreiten dieser Grenze würden chinesische Banken ein ungeheures Risiko eingehen. Schifffahrtsanlagen gelten seit Langem als zyklisch und volatil, deren Wert von den Schwankungen des Welthandels, der Frachtraten und der globalen Nachfrage abhängt. Im Falle eines Zahlungsausfalls müssten diese Banken jahrelang vor Gericht um die Rückzahlung ihrer Gelder kämpfen.

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Andere Kreditgeber hingegen argumentieren, dass sich das Risiko lohnen könnte, wenn Hypotheken ihre Portfolios vor US-Risiken schützen.

Banken bereiten sich auf US-Strafen vor

Die Dringlichkeit rührt von einem amerikanischen Plan her, dendent Donald Trump im April vorstellte. Ab dem 14. Oktober werden für in China gebaute und betriebene Schiffe, die US-Häfen anlaufen, Gebühren erhoben, die sich nach dem Ladungsvolumen richten. Die höchsten Gebühren dürften für Schiffe gelten, die sich direkt im Besitz chinesischer Unternehmen befinden.

Die Vereinigten Staaten argumentieren, die Zölle dienten der Wiederbelebung ihrer Schiffbauindustrie und der Verringerung der Abhängigkeit von der chinesischen Seemacht. Peking hingegen betrachtet diesen Schritt als direkte Herausforderung seiner Kontrolle über die globalen Schifffahrtsfinanzierungen.

Laut Clarkson Research Services besaßen chinesische Leasinggesellschaften im vergangenen Jahr Schiffsanlagen im Wert von insgesamt rund 100 Milliarden US-Dollar. Die Schifffahrt macht bei einigen Leasinggebern bis zu 40 % der Portfolios aus, was deren Abhängigkeit von der US-Politik unterstreicht.

Branchenkennern zufolge suchen einige Reedereien bereits nach Möglichkeiten, die Abgaben zu umgehen. Zu den diskutierten Ideen gehören die Erhöhung der Charterraten für Schiffe, die keine US-Häfen anlaufen, und die Überarbeitung der Finanzierung für Schiffe, die dies tun. Andere wiederum nehmen Kredite bei nicht-chinesischen Banken auf, um Risiken zu minimieren.

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