Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) nimmt das Thema tokenisierte Vermögenswerte ernst. Am Donnerstag billigte ihr Global Markets Advisory Committee Empfehlungen zur Verwendung tokenisierter Geldmarktfonds – wie beispielsweise von BlackRock und Franklin Templeton – als Sicherheiten im traditionellen Derivatehandel. Diese Entscheidung bringt die Integration tokenisierter Vermögenswerte in den regulären Finanzsektor einen Schritt näher.
Aber freuen Sie sich noch nicht zu früh. Diese Empfehlungen sind weder Gesetz noch Richtlinie oder anderweitig rechtsverbindlich – zumindest noch nicht. Die gesamte CFTC-Kommission muss prüfen und über das weitere Vorgehen entscheiden. Es gibt noch keinen Zeitplan, daher könnte sich das Ganze sehr hinziehen.
Dennoch haben die Empfehlungen des Ausschusses in der Regel Gewicht, da sie auf technischer Expertise beruhen. Der Vorschlag konzentriert sich auf die Nutzung der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zur Verwahrung und Übertragung von nicht-cash Sicherheiten, um die Einhaltung der Margin-Anforderungen der CFTC und anderer Aufsichtsbehörden zu gewährleisten.
Ein 2 Billionen Dollar schweres Potenzial für tokenisierte Vermögenswerte
Tokenisierte Vermögenswerte sind auf dem Vormarsch und ihr potenzieller Einfluss auf die Finanzmärkte ist enorm. Unternehmen wollen digitale Vermögenswerte als Sicherheiten nutzen, um Kosten zu senken und die Kapitaleffizienz zu steigern. McKinsey schätzt, dass der Gesamtmarkt für tokenisierte Vermögenswerte – ohne Stablecoins – bis 2030 auf 2 Billionen US-Dollar anwachsen könnte.
Das ist ein beträchtlicher Anteil des aktuellen Kryptomarktes mit einem Volumen von 3,25 Billionen US-Dollar. Krypto-Prime-Broker wie Hidden Road und FalconX sind hier bereits führend. Sie akzeptieren den BUIDL- Token von BlackRock als Sicherheit für Kryptoderivate-Transaktionen.
Franklin Templeton ermöglicht institutionellen Anlegern nun sogar den Transfer von fondsbezogenen Token auf der Stellar -Blockchain. Im Juni führte das Unternehmen ein, das es Nutzern erlaubt, USDC-Stablecoins in US-Dollar umzuwandeln, um damit Anteile am Fonds zu erwerben.
Tokenisierungsexperimente der Wall Street
Die Wall Street experimentiert schon seit Jahren mit Tokenisierung, allerdings hauptsächlich in kontrollierten Pilotprojekten und auf ausländischen Märkten. State Street testete Blockchain, um Margin-Berechnungen und die Hinterlegung von Sicherheiten für Devisengeschäfte zu automatisieren.
Citigroup arbeitete mit Wellington Management und WisdomTree zusammen, um die Tokenisierung privater Märkte zu erforschen. JPMorgan entwickelte eine App, mit der Anleger ihre Vermögenswerte als Sicherheiten hinterlegen und so deren Wert steigern können.
Doch hier liegt der Haken: Es fehlt an regulatorischer Klarheit. Das Fehlen eines soliden Rechtsrahmens hat die Ausweitung dieser Experimente bisher verhindert. Daher ist die jüngste Unterstützung durch die CFTC von großer Bedeutung. Sollte diese Richtlinie in Kraft treten, könnte dies den Weg für tokenisierte Sicherheiten im Mainstream- Finanzwesen .
Dem CFTC-Unterausschuss, der an diesen Empfehlungen arbeitet, gehören einige Schwergewichte an, wie Citadel, BlackRock und Bloomberg LP.
Laut Caroline Butler, Co-Vorsitzende des Unterausschusses, ist das Sicherheitenmanagement einer der wichtigsten Treiber für die Tokenisierung. Sie sieht darin einen Wendepunkt und sagt: „Sicherheiten haben sich zu einem der wichtigsten Anwendungsfälle und Treiber entwickelt.“

