Yuki Gambaryan ist in großer Sorge. Ihr Mann, Tigran Gambaryan, Leiter der Abteilung für die Bekämpfung von Finanzkriminalität bei Binance, sitzt seit Februar in einem nigerianischen Gefängnis. Sein Gesundheitszustand? Nicht gut.
Yuki hat die nigerianische Regierung inständig gebeten, die Anklage gegen ihn fallen zu lassen, und sogar die USA um Hilfe bei seiner Ausreise gebeten. Doch nun beginnt das Gerichtsdrama früher als erwartet.
Nächste Woche wird ein Richter den Fall gegen Binance und zwei seiner Topmanager verhandeln. Es geht um Geldwäsche, und der Prozess findet mehr als einen Monat früher statt als erwartet.
Das war nicht der Plan, aber die Verteidigungsmannschaft hat auf die Änderung gedrängt, und jetzt sind wir alle hier und warten gespannt, was als Nächstes kommt.
Die Vorwürfe? Nicht schön. Es heißt, Binance, die größte Kryptobörse der Welt, habe über 35 Millionen Dollar gewaschen. Und damit nicht genug. Die nigerianischen Behörden erheben außerdem Vorwürfe der Steuerhinterziehung.
Binance, zusammen mit Tigan und Nadeem Anjarwalla, dem britisch-kenianischen Manager der Afrika-Aktivitäten von Binance, steht im Zentrum des Ganzen. Aber Moment mal – Anjarwalla ist gar nicht mehr im Land.
Er entkam der Haft und floh aus Nigeria, noch bevor der Prozess beginnen konnte. Tigran hingegen sitzt weiterhin in Nigeria im Gefängnis und wartet ab, was als Nächstes geschieht.
Vergessen wir aber nicht, warum Nigeria Binance überhaupt so hart kritisiert. Die Landeswährung, der Naira, befindet sich in einer schwierigen Lage. Nigeria macht Binance dafür mitverantwortlich und behauptet, die Plattform sei zur Anlaufstelle für Naira-Händler geworden, als diese nicht an US-Dollar herankamen.
Der Dollarmangel ist ein großes Problem für Nigeria, und Binance gerät dabei zwischen die Fronten. Bereits im März stellte Binance den gesamten Handel mit Naira ein, vermutlich um weiteren Druck von den nigerianischen Regulierungsbehörden zu vermeiden. Doch da war der Schaden bereits angerichtet.
Während dieser Gerichtsstreit die Schlagzeilen beherrscht, spielt sich parallel eine andere Geschichte ab: Nigeria versucht, seinen boomenden Kryptomarkt in den Griff zu bekommen.
Die nigerianische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) veröffentlicht ein neues Lizenzierungsverfahren für Kryptobörsen und Anbieter virtueller Vermögenswerte.
Sie versuchen, dem Chaos etwas Ordnung zu verleihen, insbesondere nachdem sie Banken von Kryptotransaktionen ausgeschlossen haben. SEC-Generaldirektor Emomotimi Agama treibt dies mit Nachdruck voran und betont, es gehe darum, Nigerias Fintech-Sektor zu unterstützen.
Und damit nicht genug. Der nigerianische Bundessteuerdienst (FIRS) plant, Kryptowährungstransaktionen zu besteuern. Bis September 2024 soll ein Gesetzentwurf eingebracht werden, der eine Mehrwertsteuer von 7,5 % auf alle Kryptogeschäfte vorsieht.

