Binance, die weltweit größte Kryptobörse, und ihr ehemaliger CEO Changpeng Zhao befinden sich in einem Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC. Jüngste Gerichtsakten der SEC legen nahe, dass Binance und Zhao versucht haben, US-amerikanisches Recht bewusst zu umgehen. Dieser Vorwurf folgt auf einen Vergleich mit dem US-Justizministerium (DOJ) über 4,3 Milliarden US-Dollar, in dessen Rahmen beide Parteien eine Vereinbarung über ein Geständnis trafen. Die SEC argumentiert, dass diese Vereinbarungen Binancevorheriger Verteidigung bezüglich extraterritorialer Gerichtsbarkeit widersprechen.
Die Rechtsstrategie von Binanceund die Einigung mit dem US-Justizministerium
Die Rechtsstrategie von Binancesteht seit September unter Beobachtung, als das Unternehmen die Klage der US-Börsenaufsicht SEC abwies. Die Kryptobörse argumentierte, die SEC manipuliere Wertpapiergesetze, um den Kryptobereich zu erfassen, und versuche, ihre Zuständigkeit durch Gerichtsverfahren auszudehnen. Im Rahmen der Einigung mit dem US-Justizministerium räumte Binance jedoch ein, gegen US-Gesetze verstoßen zu haben, um Nutzer im Land zu halten und zutrac. Dieses Eingeständnis schwächt die Position des Unternehmens gegenüber den Vorwürfen der SEC.
Darüber hinaus hob die SEC hervor, dass Binanceeinen US-amerikanischen Technologie-Dienstleister nutzte und Transaktionen im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar über Merit Peak, einen Market Maker im Besitz von Zhao, abwickelte. Diese Vorgänge verwickeln Binance weiter in das regulatorische Geflecht der USA und stellen die zuvor von der Börse vorgebrachten Argumente zur Zuständigkeit in Frage.
Auswirkungen auf Zhao
Changpeng Zhao, der nach der Einigung als CEO zurücktrat, muss sich nun einer Urteilsverkündung im nächsten Jahr stellen. Die SEC wirft Zhao vor, Unternehmensvorteile verfolgt und dabei rechtliche Verpflichtungen, wie die Implementierung eines effektiven Programms zur Bekämpfung von Geldwäsche, vernachlässigt zu haben. Laut SEC zielten diese Handlungen direkt auf den US-Markt ab und rechtfertigen somit die Zuständigkeit des Gerichts.
Die SEC nahm Binance und Zhao im Juni erstmals ins Visier und warf ihnen Verstöße gegen Wertpapiergesetze, Misswirtschaft mit Kundengeldern und die Nichtregistrierung gemäß dem Exchange Act vor. Diese Vorwürfe markieren einen Wendepunkt in der laufenden Debatte über die Regulierung von Kryptowährungen und die Durchsetzung bestehender Finanzgesetze im Bereich digitaler Vermögenswerte.

