Zusammenfassung (TL;DR)
- Der Gouverneur der Bank von England, Andrew Bailey, fordert eine Regulierung von Stablecoins, die der von traditionellen Finanzprodukten ähnelt.
- Bailey schlägt vor, dass solche Vermögenswerte die gleichen Eigenschaften und Vorschriften wie echtes Geld erfüllen müssen.
- Die regulatorischen Diskussionen um an einen bestimmten Kurs gekoppelte Kryptowährungen dauern an, wobei die Meinungen darüber auseinandergehen, wer für deren Regulierung zuständig sein sollte.
Am 12. April sprach Gouverneur Andrew Bailey von der Bank of England auf einer Pressekonferenz am Institute of International Finance in Washington über die Notwendigkeit einer Regulierung von Stablecoins. Er betonte, wie wichtig ein strenger Regulierungsrahmen für Stablecoins sei, analog zu dem für traditionelle Finanzprodukte, da diesen digitalen Währungen derzeit ein „gesicherter Wert“ fehle.
Das Streben nach gesichertem Wert
Bailey betonte, dass Stablecoins dieselben Merkmale und Regulierungen wie herkömmliches Geld erfüllen müssten, um als legitimes Zahlungsmittel effektiv zu funktionieren. Bislang hat jedoch kein solcher Vermögenswert diesen Status erreicht. Er forderte die Regulierungsbehörden zudem dringend auf, die Einführung geeigneter Liquiditätspuffer zu erwägen, um potenziellen Krisen, wie dem jüngsten Vorfalldent die Silicon Valley Bank, der zahlreiche Anleger betraf, begegnen zu können.
Die Bank von England beobachtet weiterhin die Entwicklung digitaler Währungen und erwägt die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Digitale Währungen existieren zwar schon seit Jahrzehnten, doch die zugehörige Managementtechnologie, wie beispielsweise die Blockchain, hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Die Blockchain ermöglicht einen dezentralen, nachvollziehbaren und effizienteren Geldtransfer, wobei die Zentralisierung aus rechtlichen, geopolitischen und praktischen Gründen weiterhin die Norm darstellt.
Bailey argumentierte, dass digitales Geld zwar nicht ausschließlich als CBDCs existieren sollte, es aber entscheidend sei, einen „Anker für den Wert aller Geldformen, einschließlich neuer digitaler, zu schaffen und maximale Innovationsmöglichkeiten im Zahlungsverkehr zu gewährleisten“
Regulatorische Hürden und die Zukunft von Stablecoins
Obwohl Regulierungsbehörden seit Jahren über die Regulierung von Stablecoins diskutieren, besteht kein Konsens über die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Anleger. Laut Kristin Smith, Geschäftsführerin der Blockchain Association, liegt dies möglicherweise daran, dass sich US-Regulierungsbehörden stärker auf die illegale Verwendung stabiler digitaler Vermögenswerte, wie Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung, konzentrieren als auf deren alltägliche Nutzung als digitales Geld.
Smith merkte außerdem an, dass Kryptowährungen im Allgemeinen transparenter seien als traditionelle Finanzsysteme, eine angemessene Regulierung sei jedoch unerlässlich, um Innovationen in diesem Sektor nicht zu ersticken.
Im Gegensatz dazu argumentierte Jeremy Allaire, CEO von Circle, dass die SEC solche Vermögenswerte nicht regulieren sollte. Er erklärte, der SEC fehle die Qualifikation und das Mandat zur Regulierung von an einen bestimmten Kurs gekoppelten Kryptowährungen und schlug vor, dass andere Verwahrstellen im Land für diese Aufgabe besser geeignet seien. Circle ist für USDC verantwortlich, den weltweit zweitgrößten Stablecoin.
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