Die argentinische Zentralbank hat in einem bedeutenden Schritt angekündigt, die Nutzung von Kryptowährungen für Zahlungen über Zahlungs-Apps einzustellen. Diese Entscheidung wurde aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Risiken virtueller Vermögenswerte und deren potenzieller Auswirkungen auf die Finanzstabilität des Landes getroffen.
Die argentinische Zentralbank gab am Donnerstag, dem 4. Mai, eine Erklärung ab, in der sie mitteilte, dass sie Zahlungsdienstleister angewiesen habe, die Integration von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum in ihre Plattformen auszusetzen. Die Entscheidung gilt für alle in Argentinien tätigen Zahlungs- undtron-Geldtransferanbieter, darunter auch Mercado Pago, eine der führenden Zahlungs-Apps des Landes.
Argentinien schaltet Bitcoin Dienste von Zahlungs-Apps ab
Die argentinische Zentralbank verbot am 4. Mai Zahlungsdienstleistern, Kryptotransaktionen anzubieten, und begründete dies mit dem Wunsch, die Abhängigkeit des Zahlungssystems von digitalen Vermögenswerten zu verringern.
Die Anbieter von Zahlungsdiensten können keine Operationen mit Kryptowährungsaktivitäten durchführen oder ihre Anwendungen oder Plattformen im Internet unterstützen.
— BCRA (@BancoCentral_AR) 4. Mai 2023
Die interessierten Personen müssen die Aufgaben vor Ort realisieren.
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Laut einer Mitteilung der Währungsbehörde ist es Zahlungsdienstleistern nicht gestattet, Kryptodienstleistungen über ihre Anwendungen anzubieten oder zu vermitteln. Diese Maßnahme führt dazu, dass Zahlungsdienstleister, Fintech-Unternehmen und Finanzinstitute im Land denselben Regulierungen unterliegen. Kryptowährungen sind in Argentinien nicht reguliert, weshalb alle Coins und Token von dieser Entscheidung betroffen sind.
Zahlungsdienstleister, die Zahlungskonten anbieten, […] dürfen keine Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten, einschließlich Krypto-Vermögenswerten, durchführen oder ermöglichen, die nicht von der zuständigen nationalen Behörde reguliert und von der Zentralbank der Argentinischen Republik genehmigt sind.
Argentinische Behörden
Die Auswirkungen der Maßnahme auf den lokalen Kryptomarkt sind unklar. Laut lokalen Medienberichten verweigerten Zahlungsdienstleister eine Stellungnahme zu der Entscheidung. Die argentinische Fintech-Kammer forderte die Regierung auf, die Entscheidung zu überdenken, da sie „den Zugang zu einer Technologie einschränkt, die unserer Gesellschaft vielfältige Vorteile und Chancen bietet“
🚨Rechazamos la Com. „A“ 7759 von BCRA gibt an, dass die Anbieter von Zahlungsdiensten, die Zahlungsdienste (PSPCP) anbieten, ihren Kunden keine Operationen mit Kryptowährungsaktivitäten ermöglichen können.
— Cámara Argentina Fintech (@CamaraFintechAr) 5. Mai 2023
In der Mitteilung nannte die Bank außer dem Schutz der Kunden keine weiteren Gründe. Dies bedeutet nun, dass wichtige Plattformen, darunter Mercado Libre, das Amazon Lateinamerikas, Argentiniern keine Bitcoin -Käufe mehr anbieten können.
Welche Auswirkungen hat das auf die argentinische Wirtschaft?
Argentinien, die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas, leidet unter einer der höchsten Inflationsraten der Welt, die im vergangenen Monat zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten die 100-Prozent-Marke überschritten hat.
Eine Reihe von Krypto-Startups im Land sowie ein prominenter Präsidentschaftskandidat dent Bitcoin als Retter für gewöhnliche Argentinier propagiert Bitcoin die nicht sparen können oder aufgrund des Zusammenbruchs des Peso in die Armut getrieben werden.
Obwohl Kryptowährungen in dem südamerikanischen Land nicht reguliert sind, nimmt ihre Beliebtheit stetig zu. Argentinien zählt laut Chainalysis zu den am schnellsten wachsenden Kryptowährungsmärkten und belegte im vergangenen Jahr Platz 13 im globalen Krypto-Adoptionsindex 2022.
In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires fand die LaBitConf-Konferenz 2018 statt, auf der zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus der Kryptowährungswelt, darunter MicroStrategy-CEO Michael Saylor und Ethereum -Mitbegründer Vitalik Buterin, über die wachsende Bedeutung des Landes im Krypto-Ökosystem sprachen.
In Argentinien treibt die Hyperinflation die Akzeptanz von Kryptowährungen voran. Im April erreichte der Bitcoin -Kurs in argentinischen Pesos (ARS) einen Rekordwert: Der BTC-Wechselkurs überstieg 6,59 Millionen ARS – ein Anstieg von mehr als 100 % seit Jahresbeginn.
Laut Angaben des nationalen Statistikamtes stieg die jährliche Inflationsrate im Land im März um 104,3 Prozent, nach einem Anstieg von 102,5 Prozent im Februar.

Inmitten der anhaltenden Wirtschaftskrise suchen selbst einige Regionen in Argentinien Zuflucht in Kryptowährungen. Die argentinische Provinz San Luis gab im Dezember 2017 einen eigenen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin heraus, der allen dent und vollständig durch liquide Finanzanlagen besichert ist.
Berichten zufolge fällt die zunehmende Verbreitung von Bitcoin in Argentinien mit der anhaltenden Abwertung der Landeswährung zusammen. Im vergangenen Jahr hat die Währung gegenüber dem US-Dollar fast 50 Prozent ihres Wertes verloren.
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