Französische und deutsche Behörden haben im Rahmen von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche, der Frankreich und Deutschland möglicherweise über 100 Milliarden Euro (108 Milliarden US-Dollar) gekostet hat, mehrere Razzien in Pariser Banken durchgeführt. Die Durchsuchungen in und um Paris betrafen vier französische und eine internationale Bank. Dies bestätigte ein Sprecher der französischen Finanzstaatsanwaltschaft (PNF) laut einem Bericht der Deutschen Welle vom 28. März.
Betrugsermittlungen
Vertreter der Pariser Finanzstaatsanwaltschaft (PFNP) gaben bekannt, dass gegen fünf Banken wegen des Verdachts auf schwere Steuerhinterziehung, insbesondere Geldwäsche und/oder schwere Steuerbetrug, ermittelt wird. Betroffen sind die Société Générale, BNP Paribas, deren Tochtergesellschaft Exane, Natixis und HSBC. Die Ermittlungen beziehen sich auf die umstrittene Praxis der „Cum/Cum“-Dividenden, bei der vermögende Kunden die Besteuerung ihrer Dividenden umgehen können. Die Ermittlungen gegen die fünf Banken begannen im Dezember 2021.
Die PNF veröffentlichte gegenüber der Deutschen Welle eine Erklärung, in der sie den Umfang ihrer Operationen betonte: „Wir haben uns mehrere Monate lang auf diese Operationen vorbereitet, und sie werden von 16 Untersuchungsrichtern und über 150 Ermittlungsbeamten durchgeführt.“
Der Bericht hob außerdem hervor, dass sechs Staatsanwälte der Stadt Köln an den Razzien im Zusammenhang mit den Steuerhinterziehungspraktiken beteiligt waren, die durch die Recherchen des deutschen Investigativ-Nachrichtenportals Correctiv im Jahr 2018, den sogenannten „CumEx-Akten“, aufgedeckt wurden. Der Begriff „CumEx“ leitet sich von lateinischen Wörtern für „mit“ und „ohne“ ab und verweist auf die mit solchen Praktiken verbundenen verschwindenden Dividenden.
Der Bankensektor hat weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen
Der globale Bankensektor leidet weiterhin unter den Folgen des rasanten Zusammenbruchs mehrerer Großbanken und der Beinahe-Insolvenzen, die nur durch Notfusionen verhindert werden konnten. José Manuel Campa, Vorsitzender der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), warnte, dass die Branche weiterhin stark von weiteren Störungen bedroht sei. Peter Schiff, CEO von Euro Pacific Asset Management, verglich die Krise mit der Finanzkrise von 2008 und befürchtet, dass sie noch schlimmer ausfallen wird als die Große Rezession. Infolgedessen investieren Anleger verstärkt in Bitcoin (BTC), wodurch dessen Marktkapitalisierung so stark anstieg, dass Bitcoin Giganten wie Visa (NYSE: V) und JPMorgan Chase (NYSE: JPM) überholte.
Fünf große Banken wurden von französischen Behörden im Rahmen einer Betrugsermittlung in Höhe von 100 Milliarden Euro durchsucht