Weltweit haben Zentralbanken im vergangenen Jahr die Möglichkeit geprüft, Kryptowährungen in ihre Bilanzen aufzunehmen. Die Tschechische Nationalbank (CNB) hat diesen Schritt als erste Ende 2025 unternommen.
Mitte November 2025 erwarb die tschechische Zentralbank als erste weltweit direkt Kryptowährung. Diese experimentelle Investition der Tschechischen Nationalbank in Höhe von einer Million US-Dollar markierte einen Meilenstein für die weltweite Akzeptanz von Kryptowährungen durch Nationalstaaten.
In einer Pressemitteilung der CNB zu diesem Thema hieß es: „Die CNB hat ein Testportfolio digitaler Vermögenswerte auf Blockchain-Basis erstellt. Neben Bitcoin wird das Portfolio eine Testinvestition in Form eines USD-Stablecoins und eine tokenisierte Einlage auf der Blockchain umfassen.“
Die Entscheidung der Tschechischen Nationalbank (CNB) erfolgte vor dem Hintergrund der zunehmenden institutionellen Akzeptanz von Bitcoin und anderen Kryptowährungen durch verschiedene Unternehmen und Hedgefonds weltweit. Ziel dieser Maßnahme ist es, sich angemessen auf die sich rasch verändernde globale Finanzlandschaft vorzubereiten.
Potenzielle zukünftige Einführung digitaler Vermögenswerte durch Zentralbanken
Das steigende US- defibereitet vielen Zentralbanken weltweit zunehmend Sorgen. Der US-Dollar ist zwar weiterhin die globale Reservewährung, doch viele Länder sind seiner Instabilität überdrüssig und versuchen daher, ihre Bilanzen zu diversifizieren, um sich auf zukünftige Entwicklungen vorzubereiten.
Die drohende globale Finanzunsicherheit hat Zentralbanken typischerweise dazu veranlasst, Edelmetalle wie Gold und Silber als eine der wichtigsten Diversifizierungsmethoden zu horten. Angesichts der breiten Akzeptanz und Legitimierung von Kryptowährungen in den letzten Jahren haben viele Zentralbanken jedoch digitale Vermögenswerte wie Bitcoin als neue Art der Absicherung im Blick.
Sowohl die Zentralbank Brasiliens als auch die taiwanesische Zentralbank diskutieren Berichten zufolge die Aufnahme von Bitcoin in ihre Bilanzen, eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. Auch auf den Philippinen wurde ein Gesetzesentwurf eingebracht, der vorsieht, dass die Zentralbank in den nächsten fünf Jahren strategisch eine festgelegte Menge Bitcoin kauft.
Aktuell hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen den Kauf von Kryptowährungen wie Bitcoinausgesprochen. Dies liegt vor allem an Bedenken hinsichtlich der Volatilität dieser Anlageklasse. Gleichzeitig hat sie kontroverserweise die Rahmenbedingungen für die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) geschaffen und damit ihr Vertrauen in das Potenzial der Blockchain-Technologie zum Ausdruck gebracht.
Die Vereinigten Staaten gehören unter der Trump-Administration zu den führenden Ländern, die sich für die Legitimierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen einsetzen. Das Weiße Haus Bitcoin Reserve und einen Bestand an digitalen Vermögenswerten der US-Regierung vorangetrieben
Trotzdem lehnt die US-Notenbank Federal Reserve unter ihrem Vorsitzenden Jerome Powell die Aufnahme von Bitcoin in ihre Bilanz weiterhin weitgehend ab. Powells Amtszeit endet im Mai 2026, was – je nachdem, wen Trump als seinen Nachfolger auswählt – einen Wandel in der Haltung gegenüber Kryptowährungen bedeuten könnte.
Die Trump-Administration hat sich bisher sehr kryptofreundlich gezeigt, daher ist es sehr wahrscheinlich, dass der nächste Fed-Vorsitzende die Position der Regierung zu dieser Anlageklasse teilen wird.
Argumente für Zentralbanken zum Kauf Bitcoin
Die Deutsche Bank veröffentlichte Ende September 2025 einen Bericht, der ein mögliches Zukunftsszenario im Jahr 2030 erörterte, in dem Gold und Bitcoin als fundamentale Zentralbankreserven koexistieren könnten. Der Bericht führt aus, dass beide Vermögenswerte aufgrund von Eigenschaften wie Knappheit und hoher Liquidität sowie einer „begrenzten Korrelation zu traditionellen Vermögenswerten“ als tron Investitionen dienen. Er kommt außerdem zu dem Schluss, dass die Entdollarisierung einen tron Anwendungsfall für Bitcoin darstellt, da ein schwächerer Dollar zu steigenden Investitionen geführt hat.
Die zunehmende regulatorische Klarheit und das gestiegene institutionelle Interesse an Bitcoin haben dazu geführt, dass auch Regierungen verstärkt das wirtschaftliche Potenzial dieser Kryptowährung erkennen. Coingecko halten derzeit 35 Länder Bitcoin -Bestände (Stand: Januar 2026).
Mit der zunehmenden weltweiten Akzeptanz Bitcoin in Unternehmen, Regierungen und bei Privatanlegern ist auch die jährliche Volatilität weiter gesunken. Zwischen 2020 und Ende 2025 ging die annualisierte Preisvolatilität von Bitcoin von rund 80 % auf 50 % zurück. Sollten sich diese Trends fortsetzen, könnten Zentralbanken und Regierungen weltweit eher geneigt sein, Bitcoin in ihre Bilanzen aufzunehmen, da dies für sie gängiger und weniger riskant wird.

