Norwegen war in Steuerfragen schon immer etwas ungewöhnlich. Anders als in den meisten Ländern, wo die Steuererklärung Privatsache ist, veröffentlicht Norwegen sie öffentlich. Und in der Kryptowelt ist das ein entscheidender Faktor.
Ökonomen und Forscher haben sich dieses Themas angenommen, und wie sich herausstellte, haben sie einige ziemlich verrückte Dinge entdeckt.
Tom Meling, Magne Mostad und Vestre haben diese öffentlichen Steuererklärungen eingehend untersucht und sie mit Daten von Kryptobörsen abgeglichen, die ihnen von den norwegischen Behörden zur Verfügung gestellt wurden.
Sie analysierten auch Umfragen zum Besitz von Kryptowährungen und untersuchten, wie die norwegische Steuerbehörde die entsprechenden Vorschriften durchsetzt. Und was fanden sie heraus? Überraschung: Viele Menschen melden ihre Kryptowährungen nicht dem Finanzamt.
Was ist denn nun das Problem? Nun, laut der Studie dieser Forscher verschweigen sage und schreibe 88 % der norwegischen Kryptowährungsbesitzer den Steuerbehörden ihre kleinen digitalen Ersparnisse.
Sie schätzen, dass etwa 6 % der norwegischen Bevölkerung (die im Jahr 2022, als sie diese Studie abschlossen, etwa 5,4 Millionen betrug) zu denjenigen gehören, die die Kryptosteuer nicht entrichten
Einfach ausgedrückt: Das sind rund 250.000 Menschen, die ihre Kryptowährungen nicht ordnungsgemäß versteuern. Die Forscher fanden heraus, dass diese Steuerhinterziehung vor allem unter jungen, männlichen Stadtbewohnern vorkommt. Typisch Krypto-Freak eben.
Um es klarzustellen: Die Nichtangabe von Kryptowährungsbeständen ist nicht dasselbe wie Steuerhinterziehung. Beides ist zwar illegal, aber viele Menschen besitzen wahrscheinlich nur geringe Mengen an Kryptowährung oder haben Verluste, die steuerlich kaum ins Gewicht fallen.
Nun ist es schwierig herauszufinden, wie viel Geld dadurch tatsächlich verloren geht. Die Informationen werden den Behörden nicht gerade auf dem Silbertablett serviert.
Die Umfragen geben keine Auskunft über die durchschnittliche Größe der norwegischen Kryptobestände, und die meisten dieser Anleger handeln an ausländischen Börsen, die ebenfalls keine genauen Daten preisgeben. Die Forscher haben jedoch eine Schätzung vorgenommen und gehen davon aus, dass die Bestände nicht so groß sind, wie man vielleicht erwarten würde.
Sie verwendeten einen sogenannten „dent“ und erstellten einige Schätzungen. Sie gehen davon aus, dass die durchschnittliche Steuerhinterziehung pro Steuersünder zwischen 200 und 1.087 US-Dollar liegt.
Ja, viele Leute melden ihre Kryptowährungen nicht, aber jeder Einzelne betrügt den Staat ja nicht gerade um riesige Summen.

