Die indische Kryptowährungsbörse WazirX, die im Juli 2024 gehackt und um 234,9 Millionen US-Dollar erleichtert wurde, gab bekannt, dass sie der Anordnung des Obersten Gerichts von Singapur nachkommt. Am 26. September reichte die Börse ihre letzte schriftliche Stellungnahme ein, nachdem die gerichtlich festgelegte Frist im Restrukturierungsverfahren im Zusammenhang mit dem Cyberangriff abgelaufen war.
Die vorherige Frist für die Gläubiger zur Berichtigung ihrer eidesstattlichen Erklärungen lief am 19. September ab. Zettai Pte Ltd antwortete darauf am 22. September. Auch die singapurische Gesellschaft von WazirX sowie nicht beteiligte Gläubiger hatten bis zum 26. September Zeit, ihre abschließenden Schriftsätze einzureichen. Das Gericht wird diese nun prüfen und Verhandlungstermine ansetzen.
WazirX erklärte, man werde sich an alle rechtlichen Vorgaben halten und die Kunden weiterhin über den Stand der Dinge informieren.
Die Folgen des WazirX-Hacks führen zu einer rechtlichen Umstrukturierung
Der Datendiebstahl im Juli 2024 markierte einen Wendepunkt für die Börse. Hacker hatten es auf die Safe Multisig Wallet abgesehen und Vermögenswerte im Wert von fast 235 Millionen US-Dollar gestohlen; die anschließenden Untersuchungen machten nordkoreanische Hacker für den Angriff verantwortlich. Daraufhin fror WazirX sowohl Kryptowährungs- als auch indische Rupien-Auszahlungen ein.
Um die finanziellen Auswirkungen zu begrenzen, strebt die Börse unter Aufsicht der Gerichte in Singapur eine außergerichtliche Einigung an. Ziel des Verfahrens ist die Umstrukturierung der Verbindlichkeiten, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Die Gerichtsverfahren von WazirX in Singapur sind zentral für den Fall und betreffen die singapurische Gesellschaft Zettai Pte Ltd, die unter dem Namen WazirX firmiert und für den Krypto-zu-Krypto-Markt verantwortlich ist.
Darüber hinaus wurden auch Gläubiger, die nicht am Verfahren beteiligt sind, aufgefordert, ihre Position im Zuge der Umsetzung des Restrukturierungsplans darzulegen. Die Gerichtsentscheidung unterstreicht zudem die Bedeutung der Aufsicht durch die Regulierungsbehörden, da die Richter einige Gläubiger zur erneuten Einreichung ihrer eidesstattlichen Erklärungen aufforderten, nachdem deren ursprüngliche Einreichungen den regulatorischen Anforderungen nicht genügt hatten.
Nächste Schritte im Gerichtsverfahren
Nachdem nun alle Schriftsätze eingereicht wurden, wird der High Court voraussichtlich einen Verhandlungstermin festlegen. Die Entscheidung wird Auswirkungen auf die zukünftige Restrukturierungsstrategie von WazirX haben, die darauf abzielt, die Forderungen der Gläubiger mit der Fähigkeit der Börse zur Sanierung und zum Wiederaufbau in Einklang zu bringen.
In einem aktuellen Update berichtete WazirX dass 95,7 % der Gläubiger und 94,6 % der anerkannten Forderungen dem geänderten Restrukturierungsvorschlag zugestimmt haben. Die Ergebnisse wurden unabhängig dent Joshua Taylor und Henry Anthony Chambers von Alvarez & Marsal (SE Asia) Pte Ltd bestätigt, die eine breite Unterstützung für den angepassten Plan feststellten.
Der überarbeitete Zeitplan spiegelt die Bemühungen des Gerichts wider, das Verfahren zu vereinfachen, um Gläubigern und WazirX gleiche Chancen bei der Darlegung ihrer Argumente zu gewährleisten. Für die Kunden wird die nächste Phase Klarheit darüber schaffen, in welchem Umfang Entschädigungs- oder Rückforderungsmaßnahmen im Rahmen des Vergleichsverfahrens umgesetzt werden können.
Trotz des laufenden Gerichtsverfahrens hat WazirX sein Engagement für die Wiederherstellung des Vertrauens der Nutzer bekräftigt. Die Börse erklärte: „Wir wissen Ihre Geduld und Unterstützung sehr zu schätzen. Vielen Dank, dass Sie uns die Treue gehalten haben.“

