Das renommierte Wall Street Journal gerät unter Druck und sieht sich einem Rechtsstreit gegenüber, der einen weiteren Skandal in der Kryptoindustrie ausgelöst hat. Christopher Harborne, Anteilseigner des Stablecoin-Giganten Tether , hat eine Verleumdungsklage gegen den Mediengiganten eingereicht. Anlass der Klage ist ein umstrittener Artikel, den das Journal letztes Jahr veröffentlichte und der ein wenig schmeichelhaftes Bild von Harborne und seinen Geschäftspartnern zeichnete. Ihnen wurden zahlreiche kriminelle Aktivitäten vorgeworfen, von Betrug über Geldwäsche bis hin zur Terrorismusfinanzierung.
Der Artikel stellte unmissverständlich fest, dass die Verantwortlichen der Kryptobörse Bitfinex 2018 verzweifelt nach jedem Strohhalm griffen, um ihre Bankverbindungen aufrechtzuerhalten. Laut dem Journal führte dieses Streben nach finanzieller Stabilität dazu, dass sie dubiose Vermittler, gefälschte Dokumente und Scheinfirmen einsetzten. Der Bericht beschrieb weiter, wie diese Bemühungen Teil einer umfassenderen, teils verzweifelten Strategie waren, um im globalen Bankensystem – einer Lebensader für jedes Unternehmen der Kryptowährungsbranche – zu überleben.
Der Artikel zitierte außerdem E-Mails und Dokumente, die angeblich belegen sollten, dass diese „Investoren“ ein Schattennetzwerk nutzten, um ihre wahren Absichten und Machenschaften zu verschleiern. Stephen Moore, Strategiechef von Tether Holdings Ltd., äußerte Bedenken hinsichtlich der Verwendung gefälschter Rechnungen undtracund deutete damit auf die hohen Risiken und den hohen Einsatz bei ihren Bankgeschäften hin.
Harborne, der als britisch-thailändischer Doppelbürger mit einem breit gefächerten Anlageportfolio in den Bereichen Technologie und Luftfahrtdent, stand im Mittelpunkt des Artikels. Mindestens fünf Absätze waren seinen und AML Globals Bemühungen gewidmet, ein Konto bei der Signature Bank zu eröffnen. Dieser Artikel wurde jedoch später von der Website des Journals entfernt und mit einem redaktionellen Hinweis versehen, was viele an den Motiven und der Genauigkeit der ursprünglichen Berichterstattung zweifeln ließ.
Tether wies die Vorwürfe in Reaktion auf den Artikeltronzurück und betonte seine erstklassigen Compliance-Programme sowie die Einhaltung gesetzlicher Standards. Das Unternehmen zählt neben Bitfinex zu den führenden Akteuren auf dem Kryptowährungsmarkt. Der Stablecoin von Tether ist ein zentrales Element der Kryptoökonomie und übertrifft Bitcoin und Ethereum hinsichtlich des Handelsvolumens oft sogar.
Dies fällt zeitlich mit der Tatsache zusammen, dass die Kryptowährungsbranche von US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden verstärkt untersucht wird, wobei das Justizministerium seine Ermittlungen in verschiedenen Bereichen des Geschäfts ausweitet. Obwohl das Justizministerium zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels nicht aktiv gegen Tether ermittelte, gab das Unternehmen an, häufig offen mit den Strafverfolgungsbehörden zu kommunizieren und stand dennoch unter strenger Beobachtung.

