Alle Augen sind auf die US-Wirtschaft gerichtet, insbesondere auf die Schwankungen der Inflation. Sie ist der große, böse Wolf der Wirtschaftswelt, der überall lauert und bereit ist, Häuser umzuwerfen (oder zumindest den Wert Ihres Geldes). Während wir gespannt auf die neuesten Zahlen des Bureau of Labor Statistics warten, deuten Gerüchte darauf hin, dass die Inflationszahlen für Februar leicht sinken könnten. Doch Grund zur Euphorie besteht noch nicht. Die Geschichte ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
Nach einem Januar, der uns alle in Atem hielt und in dem die Kerninflation sich hartnäckig hielt, zeichnet sich nun eine Entspannung ab. Es kursieren Prognosen, dass die Kerninflation – also die tatsächliche Inflation ohne die Schwankungen der Lebensmittel- und Energiepreise – von 3,9 % auf 3,7 % sinken könnte. Das ist zwar kein dramatischer Rückgang, aber in der Wirtschaftswissenschaft durchaus bemerkenswert.
Das ganze Szenario gleicht einer Seifenoper, in der die US-Notenbank die Hauptrolle spielt und über ihren nächsten Schritt nachdenkt. Nachdem die Zinsen zur Inflationsbekämpfung massiv angehoben wurden, fragt sich jeder, ob dies das Staffelfinale ist, in dem die Zinsen gesenkt werden. Doch wie immer gibt es eine Wendung: Ein unerwarteter Inflationsanstieg könnte die Zentralbank in Panik versetzen und die erwarteten Zinssenkungen möglicherweise reduzieren.
dent : dem Mann im Oval Office, Präsident Joe Biden . Vor wenigen Tagen stand er vor dem Kongress und prahlte mit der angeblichen Stärke der US-Wirtschaft nach der Pandemie. „Wir sind der Neid der Welt“, verkündete er und warf mit Zahlen zur Arbeitsplatzschaffung um sich. Doch der Haken an der Sache ist: Trotz dieser beeindruckenden Erfolge ist die Öffentlichkeit noch nicht restlos überzeugt.
Offenbar hegen die Amerikaner Zweifel, und die Umfragen deuten auf etwas hin, das Biden wohl nicht gefallen dürfte. Angesichts der bevorstehenden Wahl ist es jetzt entscheidend, und die Wirtschaftslage steht im Fokus. Obwohl Bidens Statistiken beeindruckend sein sollten, gewinnt er den Beliebtheitswettbewerb nicht gerade, insbesondere da die Erinnerung an die wirtschaftliche Vergangenheit, verkörpert durch Donald Trump, noch immer stark in den Köpfen der Wähler präsent ist.
Trumps Wirtschaftspolitik, die durchaus spektakulär war, wird von vielen in guter Erinnerung behalten und wirft einen Schatten auf Bidens aktuelle Wirtschaftsstrategie. Es ist ein classic Fall von „Was hast du in letzter Zeit für mich getan?“, wobei Biden unter Druck steht und versucht, alle davon zu überzeugen, dass die Wirtschaft unter seiner Führung tatsächlich auf einem goldenen Ast ist.
Vergessen wir aber nicht Bidens Wahlkampfversprechen für eine Wirtschaft, die allen zugutekommt, nicht nur den Reichen und Schönen. Mit dem Ziel, eine zweite Amtszeit zu erlangen, setzt er sich für fairere Wettbewerbsbedingungen ein und hofft, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Doch diese wirtschaftspolitischen Parolen scheinen bei den Wählern nicht anzukommen.
