Das Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) in den Vereinigten Staaten wird verklagt, weil es digitale Geldbörsen und Zahlungsanwendungen ähnlich wie Banken reguliert.
Die Technologieverbände TechNet und NetChoice reichten am 16. Januar eine Klage ein, um den Regulierungsansatz des CFPB anzufechten.
Die Beschwerde basiert auf einer im Dezember 2024 vom CFPB veröffentlichten Regelung. Diese Regelung erweitert die regulatorische Zuständigkeit der Behörde auf „allgemeine digitale Verbraucherzahlungsanwendungen“ und zielt auf große Unternehmen wie Apple Pay, Google Wallet, PayPal sowie auf Anbieter digitaler Geldbörsen und Nichtbanken-Finanzdienstleister ab.
TechNet, ein Zusammenschluss von Technologieexperten, und NetChoice, eine Organisation, die sich für Internetfreiheit einsetzt, kritisieren das Vorgehen des CFPB als übertrieben. Sie behaupten, die Behörde wolle die Kontrolle über einen innovativen Sektor zentralisieren, ohne Beweise für regulatorische defivorzulegen, die ein Eingreifen des Bundes rechtfertigen würden.
Branchenexperte stellt CFPB-Regel in Frage
Die Regelung des CFPB erlaubt der Behörde, proaktiv Zahlungsanwendungen zu prüfen, um deren Einhaltung der bundesstaatlichen Datenschutz- und Betrugsbekämpfungsgesetze sicherzustellen. Die Behörde argumentiert zudem, dass eine verstärkte Kontrolle persönliche Daten schützen, Betrug verringern und illegales Bankwesen bekämpfen wird, bei dem Einzelpersonen unrechtmäßig der Zugang zu Finanzdienstleistungen verweigert wird.
Chris Marchese, Leiter der Rechtsabteilung von NetChoice, kritisierte die Regelung und sagte, sie untergrabe die Rechtsstaatlichkeit, baue den Verwaltungsstaat aus und bedrohe amerikanische Verbraucher und Kreativität.
„Der unrechtmäßige Machtgriff des CFPB untergräbt die Rechtsstaatlichkeit, bläht den Verwaltungsstaat weiter auf und gefährdet amerikanische Verbraucher und Innovationen“, sagte Marchese, Leiter der Rechtsabteilung von NetChoice.
NetChoice schließt sich TechNet an, um Bidens Machtübernahme durch das CFPB im Bereich digitaler Zahlungen anzufechten
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WASHINGTON – NetChoice hat sich heute @TechNetUpdate in einer neuen Klage angeschlossen, um Verbraucher, Unternehmen und Innovationen vor dem Consumer Financial Protection Bureau zu schützen… pic.twitter.com/3OJMmXHbzA
— NetChoice (@NetChoice) 16. Januar 2025
Die Kläger behaupten zudem, dass Zahlungsanwendungen bereits strengen staatlichen Vorschriften unterliegen und die Aufsicht durch den Bund zusätzliche Hürden für Unternehmen schafft. Sie argumentieren, dies könne zu höheren Kosten für Verbraucher und einer geringeren Auswahl im digitalen Zahlungsverkehr führen.
Die Klage gegen das CFPB wurde am selben Tag eingereicht, an dem die Behörde Block Inc. bestrafte.
Die Klage wurde am selben Tag eingereicht, an dem das CFPB die Muttergesellschaft von Cash angeblich unzureichender Betrugsprävention bestrafte. Laut CFPB verwies Block Betrugsopfer zur Stornierung von Transaktionen an ihre Banken, anstatt die Probleme intern zu lösen. Die Einigung sieht eine Entschädigung von bis zu 120 Millionen US-Dollar und eine Gebühr von 55 Millionen US-Dollar für den Opferentschädigungsfonds des CFPB vor.
Die Regulierungsbemühungen des CFPB gehen über Zahlungs-Apps hinaus. Am 10. Januar schlug die Regierung eine Regelung vor, die Anbieter von Krypto-Dienstleistungen verpflichten würde, Nutzern Verluste durch Cyberangriffe oder Betrug zu erstatten. Diese Regelung ist noch nicht in Kraft getreten.
Der Ausgang dieses Gerichtsverfahrens könnte schwerwiegende Folgen für die digitale Zahlungsbranche haben. Sollte das Gericht der CFPB Recht geben, könnten Zahlungs-Apps mit komplexeren Compliance-Regeln konfrontiert werden, die die Betriebskosten weiter erhöhen würden. Im Erfolgsfall der Kläger könnte dies die Befugnisse der Behörde zur Überwachung neuer Technologien einschränken und die Kontrolle den einzelnen Bundesstaaten übertragen.

