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Die Vorhersagekraft des S&P 500 könnte irreparabel beschädigt sein

In diesem Beitrag:

  • Der S&P 500 ist aufgrund der extremen Konzentration von Technologieaktien kein verlässlicher Wirtschaftsindikator mehr.

  • Sieben Mega-Tech-Unternehmen machen mittlerweile ein Drittel des Gesamtwerts des Index aus.

  • Die übrigen 493 Aktien entwickeln sich unterdurchschnittlich und spiegeln sich nicht in den ausgewiesenen Gewinnen des Index wider.

Der S&P 500 ist nicht mehr die wirtschaftspolitische Kristallkugel, die er einmal war. Der Index wirkt oberflächlich betrachtettron, weil die wenigen Tech-Giganten (Nvidia, Microsoft und Meta Platforms) derzeit mehr denn je die Oberhand gewinnen.

Das Problem ist jedoch, dass diese Megacaps so groß geworden sind, dass sie mittlerweile etwa ein Drittel des Gesamtwerts des S&P 500 ausmachen. Das sind sieben Unternehmen, die das Signal des Index von 500 verzerren.

Jahrelang galt der Index als Frühindikator für die Wirtschaft und wurde sogar vom Conference Board in seinem zehnteiligen Frühindikator verwendet. Doch nun scheint diese Prognosefunktion beeinträchtigt. Der Rest des Marktes, der sogenannte „S&P 495“, ist zum eigentlichen Indikator für die tatsächliche Marktentwicklung geworden.

Sieben Technologieaktien ziehen den gesamten Index nach oben

Bislang hat der S&P 500 im Jahr 2025 über 8 % zugelegt. Diese Zahl ist jedoch irreführend, wenn man den breiteren Markt betrachtet. Die sieben größten Aktien im Index sind im Durchschnitt um mehr als 14 % gestiegen, und der Medianwert liegt bei über 20 %.

Die übrigen 493 Unternehmen? Sie konnten im Durchschnitt und im Median lediglich einen Anstieg von etwas über 5 % verzeichnen. Diese Diskrepanz verdeutlicht die starke Konzentration der Unternehmen auf wenige Ausnahmen im Index.

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Der Invesco S&P 500 Equal Weight ETF (RSP), der alle Aktien gleich gewichtet, ist gefallen . Im gleichen Zeitraum hat der nach Marktkapitalisierung gewichtete Standardindex mehr als 1 % eingebüßt. Ohne die Technologiewerte, die den Gesamtindex belasten, ändert sich das Bild.

Branchen wie Energie, Immobilien und Gesundheitswesen, die das ganze Jahr über hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, liegen diese Woche endlich im Plus. Gleichzeitig entwickeln sich die Technologieaktien, die die Rallye angeführt haben, unterdurchschnittlich.

Und nicht nur der S&P 500 ist verzerrt. Der Russell 2000 Index für kleinere Unternehmen, der das ganze Jahr über bei einem geringen Plus von 1,6 % stagnierte, legte im August um 2,5 % zu. Damit übertraf er den S&P 500, der im gleichen Zeitraum weniger als 1 % zulegte.

Verbessern sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder beginnt die US-Notenbank mit Zinssenkungen, könnten kleinere, höher verschuldete Unternehmen schneller wachsen. Da der S&P 500 jedoch stark auf große Technologieunternehmen ausgerichtet ist, könnten sich diese Veränderungen im Index nicht widerspiegeln; eine breitere wirtschaftliche Erholung bliebe im Leitindex möglicherweise unbemerkt.

Auch die Wall Street ist derzeit nicht immun. Am Donnerstag bewegten sich die US-Aktienfutures kaum. Die Dow-Jones-Futures stiegen lediglich um 50 Punkte. Die Futures für den S&P 500 und den Nasdaq 100 legten jeweils um etwa 0,1 % zu.

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Nach fünf Verlusttagen in Folge stagnierte der Kurs nun. Der S&P 500 fiel um 0,4 %, der Nasdaq um 0,34 % und der Dow Jones verlor 152,81 Punkte bzw. 0,34 %. Der Trend ist eindeutig: Der Aufwärtstrend hat an Schwung verloren, und die Rallye der Megacaps könnte sich dem Ende zuneigen. Es gibt Warnsignale, doch ob es sich um ein Warnsignal oder lediglich um ein kurzfristiges Marktrauschen handelt, ist schwer zu beurteilen.

Selbst einzelne Aktienkurse spiegeln diese Instabilität wider. Die Mastercard-Aktie fiel im Juni auf ihren 200-Tage-Durchschnitt zurück, erholte sich dann aber wieder. In den letzten Wochen stieß sie erneut auf Widerstand und notiert nun nahe ihrem Allzeithoch von rund 595 US-Dollar. Bereits Anfang Mai hatte sie ihre Verluste aus dem ersten Quartal vollständig wettgemacht. Nachdem sie Anfang Juni ein neues Rekordhoch erreicht hatte, fiel sie erneut auf das 200-Tage-Niveau zurück. Dort verharrt sie aktuell und testet ihre Widerstandsgrenze.

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